Formel-1 Feeling in Mülsen: Fahrer von übermorgen messen sich

Lauf zur Kart-Europameisterschaft war zweites großes internationales Rennen in der Arena E

Mülsen

Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr gastierte die FIA Kart-Europameisterschaft erneut in Mülsen. Vom 11. bis 14. Juni war die dortige Arena E mit ihrer 1,315 Kilometer langen Rennstrecke der Treffpunkt der europäischen Kart-Elite in drei Klassen, die vier Tage lang Motorsport auf höchstem Niveau mit packender Rennaction, spektakulären Überholmanövern und echter Renn-Atmosphäre lieferten. Von Donnerstag bis zum heutigen Sonntag verfolgten gemäß offizieller Angabe 2.100 Zuschauer die zahlreichen Rennen.

Dieses Mal zu Gast waren die EM-Kartklassen OK (Senior) und Junior (OK-Klasse der 12- bis 14-Jährigen) sowie die FIA Academy Trophy Senior. Von denen war Mülsen für die Akteure der OK-Klassen der dritte von vier Saisonläufen bzw. der zweite von deren drei der Academy Trophy Senior.

In der OK-Klasse gingen 78 Fahrer und Fahrerinnen an den Start, in der OK Junior waren es 84. Dazu kamen 44 Teilnehmer in der Academy Trophy Senior. Demzufolge tummelten sich insgesamt 206 Fahrerinnen und Fahrer aus 65 Nationen auf der Rennstrecke im Mülsengrund. Von denen schafften nur die jeweils besten 36 Fahrerinnen und Fahrer den Sprung in die Finals.

Deutscher Hoffnungsträger in der Klasse OK ohne Fortune

Nach den ersten beiden Läufen der Klasse OK in Italien und Spanien reiste der 16-jährige Luke Kornder aus Zülpich in Nordrhein-Westfalen, obwohl er in Chiva bei Valencia nicht gepunktet hatte, als Gesamtsiebenter an. Auf ihm ruhten demzufolge auch die größten Hoffnungen aus deutscher Sicht.

Neben ihm traten in der OK-Klasse Amin Kara Osman und Jan Schwarzer, allerdings mit geringeren Erfolgsaussichten an. Tatsächlich schaffte es nur Luke Kornder ins abschließende Finale. In diesem wurde er zunächst vom großen Massencrash in der ersten Kurve beeinträchtigt und in der zweiten Runde endgültig abgeschossen.

Ursprünglich gewann der Österreicher Niklas Schaufler vorm Briten Zac Drummond und dem Schweden Oliver Kinnmark. So wurden sie anschließend auch geehrt. Am Abend wurde das Ergebnis allerdings noch korrigiert. Dem vermeintlichen Sieger wurde wegen Verursachung eines Crashs eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt, mit der er nur als Fünfter gewertet wurde.

Somit gewann Zac Drummond vor Oliver Kinnmark und der Italiener Valerio Viapiana durfte sich nachträglich über Platz drei freuen.

Einer von fünf im Junior-Finale

In der Klasse Junior vertaten Henri Möhring (er führt aktuell die Junior-Wertung der Deutschen Kart Meisterschaft – DKM an), Neo Knapp aus Weißenfels, Edin Keserovic, Nick Ried und Milan Rossi die deutschen Farben. Der noch bis zum 22. Juni 13-Jährige Sebastian Brand vom Arena E Team liegt in der gleichwertigen Klasse der DKM, der OK-N Junior, aktuell auf Tabellenrang fünf, doch mangels vermeintlicher Erfolgsaussichten verzichtete der Niedersachse auf sein Heimrennen.

Auch hier qualifizierte sich mit Henri Möhring aus Schöneck-Kilianstädten nur ein Deutscher für den großen Showdown, in dem er immerhin als 18. in Wertung kam. Nach einem nachträglichen Strafen-Wirrwarr entsprachen der Zieleinlauf und die Aufstellung bei der Siegerehrung nicht dem tatsächlichen Rennergebnis. Statt dem kleinen Spanier Daniel Miron Lorente hatte der Brite Will Green vorm Italiener Antonio Pizzonia und dem Tschechen Zdenek Babicek gewonnen.

Der vermeintliche Finalsieger Miron Lorente tauchte in der endgültigen Ergebnisliste ebenfalls nach Addition einer 5-Sekunden-Zeitstrafe wegen Verursachung eines Crashs nur noch als Vierter auf.

Päpstlicher als der Papst

In der FIA Karting Academy Trophy Senior, in der mit identischem Material gefahren wird, startete nur der Hersbrucker Constantin Papst für Deutschland.

Papst gewann vor einigen Wochen den Auftakt der Deutschen Kart Meisterschaft in Mülsen und wurde nun beim EM-Rennen Sechster und damit bestplatzierter Deutscher an diesem Wochenende. Nach diesem Rennen schritten der Tscheche Filip Planeta, der Brite Albert Lapper und die Litauerin Vanesa Silkunaite zur anschließenden Siegererhung.

„Grüne“ Familienfußstapfen wollen ausgefüllt werden

Ein in Deutschland bestens bekanntes prominentes Gesicht war jenes von Jamie Green. Der Brite, der am Haupttag Sonntag mal wieder einen Geburtstag an einer Rennstrecke feierte, ist der jahrelange DTM-Pilot in Diensten von Mercedes und Audi, und feierte diesmal in der Arena E sein 44. Wiegenfest.

Allerdings wenig ausgiebig, denn mit seinem Rennteam Jamie Green Racing und seinen Kart-fahrenden Söhnen Zac (OK in seinem Team) und Will (Junior im Team KR Motorsport) sowie weiteren von ihm betreuten Piloten hatte er alle Hände voll zu tun. Da kam der leicht versätetete OK-Sieg von Will gerade recht.

Auf dem Sachsenring war er in seiner langen Formel- und Tourenwagen-Karriere nur einmal am Start. Das war 2017 beim ADAC GT Masters mit dem Berliner Team (Peter) Mücke Motorsport. Zusammen mit dem Belgier Alessio Picariello wurde im Samstagsrennen Fünfter und tags darauf 15.

An seinen einzigen Auftritt auf der Kultrennstrecke erinnerte er sich dennoch sofort und gern. „Ein toller Kurs mit Bergauf- und Bergab-Passagen und vielen blinden Mut-Kurven“, lautete sein Urteil über den Sachsenring.

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