„Draußen vor der Tür“: Borcherts zeitloses Heimkehrerdrama im Zwickauer Gewandhaus

Ein Drama über Kriegstraumata, das bis heute wirkt

Zwickau

Das berühmte Heimkehrerdrama "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert, dessen Uraufführung am 21. November 1947 - einen Tag nach dem Tod des erst 26-jährigen Autors - stattfand, hält am 9. Januar um 19.30 Uhr Einzug ins Zwickauer Gewandhaus.

Zeitlos aktuell

Das Stück, das der schwerkranke Borchert innerhalb von nur acht Tagen schrieb, stellt die zentrale Frage: Wie können Menschen ihr Leben mit Kriegstraumata weiterführen? Angesichts heutiger kriegerischer Konflikte ist das Schauspiel ebenso aktuell wie zur Zeit seiner Entstehung. Schon damals schrieben zahlreiche Heimkehrer dem Autor, er spreche ihnen aus der Seele.

Regie, Ausstattung und Weitere Spieltermine

Die Regie für das Theater Plauen-Zwickau übernimmt die Österreicherin Christina Gegenbauer, die Ausstattung stammt von Frank Albert. Es spielen Sophie Hess, Kristin Heil, Ute Menzel, Joshua Dahmen, Daniel Koch und Lev Semenov.

Im Anschluss an die Premiere am 9. Januar findet ein öffentlicher Premierenempfang im Foyer statt.

Weitere Termine: 17. Januar, 21. Februar, 29. März, 15. und 19. April.

Inhalt des Stückes

Ein Mann kommt nach Hause. Er war lange weg - im Krieg, in der Kälte, auf dem Schlachtfeld, wo seine Kniescheibe zurückblieb. Er kehrt zurück in eine Gesellschaft, die er nicht mehr kennt und die ihn nicht mehr willkommen heißt. Sein Sohn ist im Bombenhagel gestorben, seine Frau hat einen anderen Mann, sein Magen knurrt, und schlafen kann er keine Nacht. Selbst Gott - "an den keiner mehr glaubt" - ist ihm keine Hilfe. Der Tod ist der neue Gott.

Der Mann springt in die Elbe. Doch die Elbe spuckt ihn wieder aus. Wo er auch sucht: Beckmann findet keinen Halt. Immer wieder treibt es ihn auf die Straße - sein Zuhause ist nur noch "draußen vor der Tür".

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