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Der ADAC Sachsen bot noch viele weitere Informationen zum Thema Mobilität an. Bild: Thorsten Horn
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Zwei Karts, zwei Kraftstoffe, ein erstaunlich knappes Ergebnis. In Mülsen zeigte der Praxistest, wie schwer E-Fuel zu erkennen ist.
„E-Fuel im Live-Vergleich“ lautete eine Mitmach-Aktion für jedermann am Mittwoch, dem 29. Juli 2026, in der Arena E in Mülsen. Dazu eingeladen hatten der ADAC Sachsen, die Arena E und der Chemnitzer Chemieanlagenbauer CAC Engineering GmbH.
Per Voranmeldung konnten dabei Probanden auf der Leihkartstrecke im Außenbereich der Anlage kostenlos in zwei Turns mit zwei auf der Treibstoff-Seite unterschiedlich beschickten Karts ihre Runden drehen. Am Ende sollten sie dann ihr Urteil abgeben, welches Kart sie mit herkömmlichem Verbrenner- und welches mit synthetischem Kraftstoff gefahren waren.
Nun, um es vorweg zu nehmen: Der BLICK.de-Mitarbeiter konnte leistungsmäßig keinen Unterschied ausmachen und lag zudem beim raten, was was war auch noch falsch. So war es auch kein Wunder, dass die „Abstimmung“ am Ende nahezu remis ausging.
Um die potenziell zukunftsfähige zusätzliche Mobilitätssäule besser zu verstehen, sei an dieser Stelle erklärt, dass die E-Fuels genannten synthetischen Kraftstoffe als Erstes schon mal CO2-neutral sind. Sie werden als chemischer Prozess per Elektrolyse mit aus der Luft entnommenen CO2 und Wasser entnommenem Wasserstoff hergestellt und können mit bestehenden Verbrennungsmotoren ohne jegliche Umrüstung gefahren werden. Anstatt CO2 zu produzieren, schließt sich mit ihnen der CO2-Kreislauf gewissermaßen.
Ein weiterer Pluspunkt dieses klimafreundlichen Kraftstoffes ist die relativ unkomplizierte Herstellung fast überall, wo man auf Wasserressourcen zurück greifen kann. Luft ist natürlich ebenfalls da zu finden. Damit lassen sich Transportwege reduzieren.
Die CAC Engineering GmbH entwickelt und erprobt Technologien zur Herstellung und Anwendung synthetischer Kraftstoffe, ist aber selbst kein Hersteller. Dennoch versucht das Chemnitzer Unternehmen immer wieder, die Alltagstauglichkeit von E-Fuels nachzuweisen und diese am Markt zu positionieren.
Zum Beispiel zusammen mit dem ADAC Sachsen beim besagten Erlebnistag „E-Fuel im Live-Vergleich“ in der Arena E in Mülsen. Dabei sagte das Vorstandsmitglied für Technik des ADAC Sachsen, Prof. Matthias Richter: „Mit diesem Aktionstag wollten wir ADAC-Mitgliedern die Möglichkeit bieten, fossile mit synthetischen Kraftstoffen zu vergleichen, denn wir sehen die E-Fuels als gute Ergänzung zu klassischen Verbrennern und der E-Mobilität. Dabei liegen die Vorteile in Sachen Klimaschutz auf der Hand und gegenüber der E-Mobilität haben sie natürlich bei zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten logistische Vorteile.“
Als simples Beispiel nannte er den Forstarbeiter mitten im Wald, für den Arbeitsgeräte mit Elektromotoren und Wechsel-Akkus auf absehbare Zeit nicht in Betracht kommen.
Ebenso wird der Flugverkehr noch lange einen Bogen um die Elektromobilität machen. Dazu ließ Dr. Mario Kuschel als der zuständige Leiter Forschung bei CAC Engineering wissen, dass man auch auf dem Gebiet der Kerosin-Herstellung schon weit fortgeschritten sei und es leider in Sachsen noch keine Möglichkeit, E-Fuel zu tanken. Stattdessen gibt es als Art „Versuchsballon“ eine Tankstelle in der Nähe von Bremen mit einer E-Fuel-Zapfsäule. Bei dieser liegt der Literpreis aktuell bei 2,29 Euro. Mit steigender Nachfrage und größeren Produktionsmengen dürfte dieser aber logischerweise eher sinken. Auch der Verbrauch ist sehr ähnlich, keinesfalls schlechter.
Dass der Erlebnistag in der Arena E durchgeführt wurde, kam nicht von ungefähr, denn in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Kartteam betreibt CAC Engineering Forschung und Entwicklung. Wie der geschäftsführende Gesellschafter der Arena E, Roberto Urlaß, verriet, gab es bereits Vergleichsfahrten der Mitarbeiter Niels Tröger (Kart-Weltcup-Sieger 2023) und des dreifache Deutschen Rallye Meisters Fabian Kreim in Rennkarts mit dem Ergebnis, dass „… die Verbrennung in den Motoren sauberer ud rückstandsfreier war als mit herkömmlichen Kraftstoffen.“ Das wiederum kann längere oder zumindest kostensparendere Wartungsintervalle zur Folge haben.
Nach einer erfolgreichen Testphase stellt CAC Engineering für den Leihkartbetrieb der Arena E sowie zur eigenen weiteren Forschung im nächsten Jahr 5.000 Liter E-Fuel-Kraftstoff kostenlos zur Verfügung. „Das ist für uns eine schöne finanzielle Entlastung, steht uns aber auch in Sachen Klimafreundlichkeit gut zu Gesicht“, so noch einmal Roberto Urlaß. Für die zuletzt im Juni in der Arena E gastierende Kart-Europameisterschaft sowie die Deutsche Kart Meisterschaft (DKM) sind E-Fuels bereits verpflichtend vorgeschrieben.
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