Ein Stück Geschichte geht verloren: Gaststätte auf Burg Schönfels schließt

Im persönlichen Austausch mit der Betreiberfamilie Franke blicken wir auf drei Jahrzehnte voller Hingabe, Begegnungen und bleibender Spuren. Ein Ort, der mehr war als Gastronomie

Lichtentanne

Auf der Burg Schönfels in Sachsen – malerisch gelegen in der Gemeinde Lichtentanne, westlich von Zwickau – endet am 1. Februar 2026 nach 37 Jahren ein Kapitel voller Gastfreundschaft: Die beliebte Burg-Gaststätte schließt ihre Türen.

Es war nicht einfach nur ein Restaurant. Es war ein Zuhause für Geschichten, Gerüche, Stimmen, Musik. Für erste Küsse, letzte Abschiede, überraschende Wiedersehen und stille Glücksmomente. Ein Ort, den man nicht nur besuchte, sondern spürte.

Als uns die Betreiber der Gaststätte auf Burg Schönfels ihre Gedanken persönlich anvertrauten, klang aus jeder Zeile: Hier ging es nie nur ums Geschäft. Sondern um Menschen. Um Gemeinschaft. Um Verantwortung. „Wir haben das hier mit ganzem Herzen gemacht“, schreibt Familie Franke. Und das glaubt man sofort.

Drei Generationen, eine Haltung: Gastfreundschaft

Was 1989 mit Kerstin und Matthias Franke begann, entwickelte sich zu einem Ort, der über Jahrzehnte hinweg ganze Generationen begleitet hat. Die Gaststätte wurde 1991 privatisiert – und blieb doch immer zutiefst persönlich.

2013 übernahm Sohn Ingo Franke das Restaurant. Sören Franke, seit zehn Jahren als Koch dabei, führte die Küche mit. Gemeinsam haben sie zehn Auszubildende begleitet – in Küche, Service und Leitung. Ein Familienunternehmen im besten Sinne: geprägt von Verantwortung, Humor und beständiger Treue.

Bühne der Vielfalt – weit über Schönfels hinaus

Die Gaststätte war nicht nur Gastronomie, sondern ein sozialer und kultureller Ankerpunkt. Hier fanden statt:

  • Hochzeiten, Ritteressen, Familienfeste, Schulanfänge, runde Geburtstage
  • Burgfeste, Après-Ski-Partys, Halloween mit Blutspendeaktionen
  • Weihnachtsmärkte, Silvesterfeiern, Frauentags-Partys, Männerabende
  • Veranstaltungen mit dem Theater Plauen-Zwickau, Puppentheater, Gospel- und Posaunenchor, Auftritte des Robert-Schumann-Konservatoriums
  • Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen, Fußballvereinen, Chören
  • Repräsentation der Burg auf Messen wie der ITB in Berlin und in Pillnitz

Auch kulinarisch wurde Vielfalt großgeschrieben: Von exotischen Gerichten bis Kinderspeisen, von weltweiten Themenbuffets bis zur regionale Küche mit Seele.

Eine Entscheidung mit Gewicht – und ein stiller Nachhall

Die technischen Gründe für die Schließung sind nachvollziehbar: in die Jahre gekommene Infrastruktur, hoher Sanierungsbedarf bei Küche, Elektrik, Sanitär. Ein Weiterbetrieb in der aktuellen Form war so kaum noch möglich.

Es wurde bei der Gemeinde um eine Verlängerung des Pachtvertrages gebeten - als Übergangszeit, um vielleicht eine tragfähige neue Lösung zu finden. Die Gemeinde lehnte diese jedoch kategorisch ab. Ohne Konflikt, aber auch ohne Spielraum.

Ein leiser Nachhall bleibt. Die Verbindungen sind gewachsen, man kennt sich gut – doch hier ging etwas zu Ende, das vielleicht mit etwas mehr Zeit einen anderen Ausgang hätte finden können.

Was bleibt, wenn alles schließt?

Es bleibt ein Ort in Erinnerung, den man nicht einfach besuchte, sondern fühlte. Die Stimmen der Gäste, das Lachen der Kinder im Burghof, der Duft von Suppe an kalten Tagen – sie hallen nach, auch wenn die Türen bald geschlossen sind.

Es bleibt die Dankbarkeit vieler, die hier gefeiert, getröstet, gegessen, gelebt haben. Und es bleibt der Respekt für eine Familie, die mit Ausdauer, Herzlichkeit und tiefer Verbundenheit gezeigt hat, was es heißt, für andere da zu sein.

Ein leiser Abschied – und ein bleibendes Echo

Die Familie Franke geht nicht mit Groll, sondern mit einem stillen Danke – an all jene, die diesen Weg begleitet haben, an jeden einzelnen Mitarbeiter und Geschäftspartner auf diesem langen, gemeinsamen Weg.

Was auf der Burg nun entsteht, ist offen. Doch was sie hinterlassen, lebt weiter: In Erinnerungen, in Begegnungen, in dem Gefühl, willkommen gewesen zu sein. Und manchmal, wenn es ganz ruhig ist, wird man ihn spüren – den Herzschlag eines Ortes, der nie nur Gastronomie war, sondern gelebte Menschlichkeit.

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