Endlich! Im Gersdorfer Sommerbad wird gebaut

Nach der Schlammflut 2022 wird das Bad neu errichtet – mit einem ehrgeizigen Zeitplan. Zum Auftak war auch Sachsens Staatschef da.

Gersdorf

Viel Geduld haben die Gersdorfer gebraucht, nachdem ihr beliebtes Sommerbad Ende August 2022 durch eine verheerende Schlammflut zerstört wurde. Denn bis Geld für eine Rekonstruktion verfügbar war und alle nötigen Vorleistungen erbracht waren, verging dank etlicher bürokratischer Herausforderungen viel Zeit.

Ministerpräsident Kretschmer beim ersten Spatenstich

Am Mittwochvormittag wurde im Gersdorfer Badgelände der erste Spatenstich vollzogen. Landrat Carsten Michaelis, Ina Klemm aus dem Landtag, Bürgermeister Erik Seidel, Ministerpräsident Michael Kretschmer, Seniorenschwimmerin Gisela Gruner und Bauconzept-Chef Bert Hoffmann machten im Beisein vieler geladener Gäste mit. „Wir können ganz viel bewegen, wenn wir zusammenhalten“, sagt Michael Kretschmer, dem aber bewusst war, dass das Projekt alles andere als einfach war. Denn eine Fördersumme von 4,5 Millionen Euro muss auch rechtlich auf eine sichere Basis gestellt werden.

Das Bad wird dringend gebraucht

Während Kretschmer betonte, wie wichtig Bäder für Sport und das Schwimmenlernen der Kinder ist, wissen die Gersdorfer um die Tradition ihres Bades. Vor 90 Jahren wurde es eingeweiht. Im Sommer lockte es die Massen und die Schwimmer von Blau-Weiß Gersdorf trainierten auch bei kühlen Temperaturen. Gisela Gruner, bekannte Seniorenschwimmerin von Blau-Weiß, legte hier die Basis für Europa- und Weltmeistertitel.

90-Jährige fordert den MP heraus

Gisela Gruner, die mittlerweile 90 Jahre alt ist, will bis zur Eröffnung des „neuen“ Bades fit bleiben. Im Gespräch mit Michael Kretschmer lud sie ihn ein, mit ihr ins Wasser zu springen. Dafür ließ sich Sachsens Staatschef aber nicht direkt begeistern. Daher legte die dynamische Seniorin nach: „Zwei Jahre haben Sie Zeit zum Trainieren. Die 25 Meter werden wir doch schaffen.“

Zeitplan ist sportlich

Bert Hoffmann, Chef der Bauconzept-Planungsgesellschaft aus Lichtenstein, geht davon aus, dass der Bau nun zügig über die Bühne geht. Die ersten Ausschreibungen liefen gut. „Unser Ziel ist es, das Bad nächstes Jahr zu übergeben“, sagte er. Einige Herausforderungen sind aber noch zu meistern. So sammelt der Förderverein des Gersdorfer Sommerbades weiter Spenden für einen neuen Sprungturm und die Rekonstruktion der historischen Umkleiden. Rund 65.000 Euro sind schon eingegangen. Ziel sind laut der Vereinsvorsitzenden Renate Scheibner aber 150.000 Euro. (mpf)

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