Erste Standortbestimmung beim Sachsenring-Grand-Prix 2026

Marc Marquez gab das Tempo vor

Hohenstein-Ernstthal

Noch nichts passiert und doch eine erste Standortbestimmung war der heutige reine Trainingsfreitag des diesjährigen Liqui Moly Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring. Am morgigen Samstag geht es um die Startaufstellungen der drei WM-Klassen MotoGP, Moto2 und Moto3 für deren (Haupt-)Rennen am Sonntag bzw. zusätzlich für die Premiumklasse MotoGP für deren Sprintrennen am Samstagnachmittag.

Dem Runderekord schon am Freitag beträchtlich nahe

In dieser wurde schon heute deutlich, dass der Rundenrekord aus dem letzten Jahr, aufgestellt vom Italiener Fabio di Giannantonio erneut fallen dürfte. Der Italiener in Diensten des Ducati-Semi-Werksteams Pertamina Enduro VR46 Racing Team von Valentino Rossi hatte vor Jahresfrist im Grand-Prix-Rennen am Sonntag eine schnellste Rennrunde in 1:19,071 Minuten gleich 167,1 km/h gedreht. Dieser Zeit kam der „King vom Ring“ Marc Marquez im heutigen Nachmittagstraining mit 1:19,395 Min. schon beträchtlich nahe.

Da die Strecke mit zunehmenden Reifenablagerungen auf dem Asphaltband erfahrungsgemäß immer schnellere Rundenzeiten erlaubt, die Fahrer selbst die vermeintliche Ideallinie von Session zu Session ebenso weiter optimieren wie auch das Setup ihrer Maschinen, erhält diese These weitere Nahrung.

Und der neunfache Weltmeister Marc Marquez ist speziell am Sachsenring als zwölfmaliger alleiniger Rekordsieger auf der Kultrennstrecke bei Hohenstein-Ernstthal ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Dem Spanier vom Ducati Lenovo (Werks-)Team am nächsten kam heute sein Landsmann Raul Fernandez vom weiteren Aprilia-Satelliten-Team SuperFile Trackhouse MotoGP. Ihm fehlten mit einer Zeit von 1:19,560 Min. gerade einmal 0,166 Sek. Dritter wurde der Rekordhalter Fabio di Giannantonio mit 1:19,674 Min. und somit auch marginale 0,280 Sek. von Marquez´ Zeit entfernt.

Neuer „All-Time-Lap-Record“ für die Mittelklasse

In der „Mittelklasse“ Moto2 markierte mit Izan Guevara (BLU CRU Pramac Yamaha Moto2) ebenfalls ein Spanier die vorläufige Bestzeit. Er brauchte mit seiner „Boscoscuro“ mit Einheitstriebwerken von Triumph für seine schnellste Runde zum Vergleich 1:22,260 Min., womit er die insgesamt beste bisher gefahrene Zeit unterbot.

Die beiden Hoffnungsträger Senna Agius aus Australien und WM-Spitzenreiter Manuel Gonzalez, ebenfalls aus Spanien, vom einzigen deutschen WM-Team LIQUI MOLY Dynavolt Intact GP aus Memmingen sortierten sich heute zunächst auf den Plätzen vier und fünf ein, womit sie ganz sicher vorzeitig in das morgen entscheidende Qualifying 2 um die besten Startplätze einzogen.

Die heute weniger gut platzierten müssen morgen zunächst ins Q1 und hierbei versuchen, sich noch einen Platz für die entscheidende Zeitenjagd zu sichern.

Deutsches WM-Team im Pech

Das süddeutsche Rennteam engagiert sich zudem in der Moto3, musste aber heute auf seinen Hoffnungsträger David Almansa verzichten.

Der aktuelle WM-Dritte aus Spanien musste heute das Krankenbett hüten, will aber eventuell am Samstag, wenngleich verspätet, ins Geschehen eingreifen.

Der Ersatzmann für den Langzeitverletzten David Munoz, Marcos Uriarte, wurde heute 16. Trainingsschnellster war Veda Pratama aus Indonesien vom Honda Team Asia.

Starke Deutsche in den Rahmenserien

Im Rahmenprogramm mit von der Partie sind die zwei Nachwuchsklassen Red Bull MotoGP Rookies Cup und Moto4 Northern Cup. In ersterem ist mit dem Thüringer Fynn Kratochwil zumindest ein deutscher Vertreter am Start. Er sicherte sich heute die Pole Position für die beiden Rennen am Samstag- und Sonntagnachmittag.

Deren acht Deutsche, davon von fünf aus Sachsen, mischen im Moto4 Northern Cup mit und zwar in der Regel weit vorn. So auch heute, als sich der Lengefelder Robin Siegert vom Team Kiefer Racing die Pole Position für deren beiden Rennen, ebenfalls eines am Samstag und ein weiteres am Sonntagfrüh, sicherte.

Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg geht vom vierten Startplatz aus in die Rennen und Smilla Göttlich aus Eibau vom fünften, Jason Rudolph aus St. Egidien vom siebenten sowie Danny Hinkelmann aus Königsfeld vom elften.

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