In Douai im Nordosten Frankreichs endete an diesem Wochenende die siebenteilige SuperEnduro-Weltmeisterschaft 2025/2026. Zum vierten Mal im Programm war dabei die Klasse Europe, die SuperEnduro-Europameisterschaft, und hierbei Florian Görner aus Dittmannsdorf. Leider als einziger Sachse, denn nachdem beim Saisonauftakt im Dezember 2025 im polnischen Gliwice sowie auch am ersten Samstag des Jahres 2026 in Riesa neben ihm auch Eddi Hübner aus Penig, der Zschopauer Pascal Sadecki, Arvid und Einar Meyer aus Reinsdorf und der Zwönitzer Kenny Riedel ihr Glück versucht hatten, war der 25-Jährige Erzgebirger nun der einzig übriggebliebene sächsische Vertreter. Allerdings aus gutem Grund, denn nach Gliwice und Riesa hatte er sich auch in Budapest hervorragend geschlagen und lag nach diesen drei EM-Läufen auf dem sehr guten siebenten Tabellenplatz.
Ein Platz runter, aber Kopf hoch!
Bewarben sich beim Saisonauftakt allein in der Klasse Europe noch 34 Fahrer um einen der 14 punktebringenden Finalplätze im Abendprogramm, nahm diese Zahl danach allmählich ab. In Frankreich waren es gerade noch 14 Akteure, sodass das zuvor stets harte Ausscheidungsverfahren nicht vonnöten war.
In der Douai Gayant Expo Arena musste Florian Görner im Zeittraining etwas unter seinen Erwartungen mit Startplatz zwölf vorliebnehmen. In den beiden Wertungsläufen wurde er jeweils Neunter, wobei es phasenweise sogar nach noch besseren Ergebnissen aussah. Dennoch waren es zwei solide Fahrten, doch da ein bis dato hinter ihm klassierter Fahrer auf einmal regelrecht aufblühte und ziemlich überraschend Gesamtsieger wurde, rutschte „Flo“ in der Abschlusstabelle noch einen Rang auf die acht ab. Dennoch kann er mit dem Erreichten zufrieden sein.
Superstar überließ das Feld anderen
Die Weltmeisterschaft der Top-Klasse Prestige war leider schon entscheiden. Noch ärgerlicher war, dass der seit der Vorwoche sechsfache Champion in Folge, der Brite Billy Bolt, in Douai fehlte. Der Superstar ist aktuell mit seiner Frau in Erwartung eines Babys, sodass ihm sein Arbeitgeber erlaubte, dem Saisonfinale fern zu bleiben. Nachdem zuvor 32 Mal hintereinander und somit seit Januar 2020 der Grand-Prix-Sieger Billy Bolt hieß, war plötzlich der Tagessieg nicht nur theoretisch, sondern tatsächlich vakant. Diesen sicherte sich sein Landsmann Mitch Brightmore vor dem weiteren Engländer Jonny Walker sowie dem Schweden Eddie Karlsson auf einem Elektro-Bike der Marke Stark. Jonny Walker wurde zum sechsten Mal Vize-Weltmeister und Mitch Brightmore WM-Dritter.
Aufholjagd bis auf Platz sechs
Der Held vom (Outdoor-)Hard Enduro sowie vom GetzenRodeo, der Bayer Manuel Lettenbichler, hatte zwei der sieben Läufe verletzungs- bzw. krankheitsbedingt auslassen müssen und schrammte nun in Douai mit zwei dritten Heat-Plätzen und einer Fahrt auf Rang vier knapp am Podest vorbei. In der Gesamtwertung schob sich der vierfache Hard-Enduro-Weltmeister und fünfmalige GetztenRodeo-Sieger noch bis auf Platz sechs nach vorn, unmittelbar vor dem zweiten Deutschen im Prestige-Feld, Tim Apolle aus Billroda in Sachsen-Anhalt.
WM-Bronze nur Trostpreis
In der Klasse Junior, der bisher lediglich ein World Cup war, wurde in dieser Saison erstmals ein offizieller Weltmeister gesucht. Die ersten vier Läufe hatte allesamt der Norddeutsche Milan Schmüser gewonnen und war damit auf dem besten Weg, dieser zu werden, doch bei der fünften Station in Belgrad zog er sich eine Unterschenkelfraktur zu und war somit außer Gefecht. Hinter dem dadurch begünstigten (ersten) Weltmeister 2026 Toby Shaw aus Großbritannien und dem Spanier Manuel Martinez Gomez konnte Milan Schmüser zumindest den Bronzerang behalten, was in seinem Fall ein schwacher Trost ist. Diesen hätte sich der Niedersachse Henry Strauss noch schnappen können, zog aber nach Punkten lediglich mit dem Tensfelder gleich. Nach SuperEnduro-Arithmetik ging auf Grund der vier Tagessiege Rang drei dennoch an Milan Schmüser
Nach der Saison ist vor der Saison
Der nächstjährige SuperEnduro Grand Prix of Germany in Riesa ist mit dem Samstag, dem 9. Januar 2027, bereits terminiert. Der Kartenvorverkauf für dieses Hallen-Spektakel der Extraklasse beginnt wieder am 1. Oktober (2026) und sollte sich schon mal notiert werden. In den letzten Jahren war der Mix aus Rennaction und Show jeweils etliche Wochen zuvor ausverkauft.
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