Bergfest des ADAC MX Masters. Die internationale und wichtigste Serie der Deutschen Motocross-Meisterschaft gastierte am vergangenen Wochenende zu ihrer vierten von sieben Saisonstationen im hohen Norden. Dazu machten sich auch etliche Fahrer aus unseren Breiten ins zwischen Lübeck und Kiel gelegene Tensfeld in Schleswig-Holstein auf.
Neben der gleich der Serie lautenden Top-Kategorie ADAC MX Masters waren des Weiteren die Nachwuchsrennklassen ADAC MX Youngster Cup und ADAC MX Junior Cup 85 sowie die reine Damenklasse DMX im Programm. Mit gutklassigen Teilnehmern aus 22 Nationen gleicht das ADAC MX Masters einer verkappten kleinen Welt- bzw. Europameisterschaft. Dementsprechend schwer, jedoch effektiv ist es für die deutschen Fahrerinnen und Fahrer auf ihrem Weg nach oben.
Nur ein Sachse in den Top-Klassen
Nachdem der Chemnitzer Justin Trache seine Nennung für die gleich der Serie lautenden Top-Klasse ADAC MX Masters zurück gezogen hatte, lief das Saison-Bergfest auf der dienstältesten Strecke der Serie war nach rund einem Monat Pause ohne sächsische Beteiligung.
Ebenso sagte der 18-jährige Tim Engelmann aus Hainichen seinen Start in der direkten Nachwuchsklasse ADAC MX Youngster Cup ab, sodass in dieser Leon Rudolph aus Crimmitschau allein die sächsische Fahne in dieser Klasse hoch hielt. Allerdings ist der 20-jährige Club-Fahrer des MSC Thurm nach wie vor von einer schweren Hüft-Verletzung aus dem Vorjahr beeinträchtigt, sodass er sein Leistungspotenzial derzeit nicht wirklich ausschöpfen kann. Vor dem Rennen in Tensfeld rangierte er auf Tabellenplatz 17 weit unter seinen Möglichkeiten.
Die Rennen im hohen Norden waren dann ein Abziehbild dessen. Wieder nur dank Schmerzmitteln überhaupt am Start, belegte er im ersten Lauf am Samstagnachmittag unter 40 qualifizierten Startern den mageren 32. Platz. Nach dem sonntäglichen Lichtblick Rang neun im zweiten Heat musste er sich im dritten wieder außerhalb der Punkteränge (bis Platz 20) mit der 25. Position begnügen.
Erzgebirger mit bestem Rennwochenende
Ganz anders verlief das Rennwochenende für Tom Sönke Hänel im ADAC MX Junior Cup 85 (ccm). Der 15-Jährige aus Borstendorf, war als sensationell zweitbester Deutscher als Gesamtneunter angereist. In der Deutschen Jugend Motocross-Meisterschaft 85 ccm ist er nach sechs von sechs möglichen Rennsiegen sogar Meisterschaftsführender.
In Tensfeld gelangen ihm nun im Rahmen des Masters seine besten Platzierungen. Nach drei Rennen, die er auf Rang elf beendet hatte und einem bei dem er 13. geworden war, gab es in Tensfeld mit zwei Mal Rang neun eine weitere Steigerung. Mit diesen belegte er in der Veranstaltungswertung Platz acht und rückte auf diesen auch in der Meisterschaft vor.
Die nächste Chance, sein Punktekonto zu füllen, hat der Erzgebirger Anfang August im schwäbischen Gaildorf. Das Saisonfinale findet dann am 26. und 27. September im südbrandenburgischen Fürstlich Drehna statt.
Nicht Ladies first, sondern Ladies one
Eine Woche zuvor, am 19. und 20. September, endet im westsächsischen Thurm die Deutsche Meisterschaft aller Solo-Klassen. Nach derzeitigem Stand leider ohne der reinen Frauen-Klasse DMX, die in Tensfeld ihr diesjähriges Gastspiel im ADAC MX Masters gab.
Der kombinierte Trainings- und Rennsamstag war dabei von drei schweren Unfällen mit Rettungshubschrauber-Einsätzen gekennzeichnet, sodass der Zeitplan mehrfach geändert werden musste und die Motocross-Ladies letzten Endes nur ein statt der geplanten zwei Rennen bestritten. In diesem wurde Tanja Schlosser aus Weißenborn Sechste, behielt aber in der Meisterschaftstabelle den vierten Platz.
Top-Rider schwer verletzt
Einer der schwer verunfallten war der Bayer Max Nagl. Der achtfache Deutsche Meister inklusive fünf Masters-Titeln sowie zwischendurch langjährige WM-Pilot war auch mit seinen 38 Jahren in diesem Jahr in der Top-Klasse tonangebend. So auch im ersten Lauf in Tensfeld als Tagesabschluss des Samstags.
Als jedoch vor ihm zwei zur Überrundung anstehende Fahrer nacheinander gestürzt waren und hinter einer Kurve bzw. einem Erdhügel für Max Nagl nicht sichtbar den Weg versperrten, krachte der Tabellenleader erst in die Unfallstelle und wurde zudem vom nachfolgenden Zweitplatzierten über den Haufen gefahren. Da grenzte es schon an ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert war, wobei Wirbelbrüche, zum Glück ohne Lähmungserscheinungen, und Gesichtsverletzungen auch kein Spaß sind.
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