Familiäres Feeling beim 16. Störfaktor-Festival in Zwickau

Die Punk-Szene hat auf dem Flugplatz-Gelände gefeiert

Zwickau

Neben internationalen und lokale Bands, die für musikalische Unterhaltung gesorgt haben, gab’s beim 16. Störfaktor-Festival auf dem Flugplatz-Gelände in Zwickau auch politische Bildung in Form von Vorträgen und Diskussionsrunden.

Beisammensein im „Wohnzimmer im Freien“

Jenny Engelhardt aus Plauen ist begeistert vom zweitägigen Festival: „Es ist ein Wohnzimmer im Freien. Ich kenne die Leute, die das Festival organisieren. Es ist großartig, was auf die Beine gestellt wird.“ June May Möckel aus Zwickau hat das Festival erstmalig erlebt: „Es fühlt sich gut an und ist einfach cool in der Gruppe. Wir sind rund 30 Leute.“

Vom kleinen Treffen zum Event für 500 Besucher

Das Störfaktor-Festival hat sich einen Namen gemacht. Angefangen hat alles mit einem Punk- und Skin-Treffen am Schwanenteich, ganz klein und kuschelig. Dann wurde es immer größer und der Verein Roter Baum Zwickau hat sich entschlossen, das Festival zu organisieren“, erzählt Festival-Sprecherin Anna Maria Sonntag. Ein Großteil ist in ehrenamtlicher Hand. Die Crew besteht mittlerweile aus ungefähr 90 Leuten. Ausgerichtet ist das Event auf rund 500 Besucher.

Umstrukturierungen und diesjährige Neuerungen

„Das Festivalgelände haben wir dieses Jahr etwas umstrukturiert“, so Sonntag. Das Event selbst ist etwas kleiner geworden: „Wir hatten sonst zwei Bühnen. Eine große Hauptbühne im Freien und eine Zeltbühne. Dieses Jahr haben wir uns entschieden, nur noch eine Zeltbühne zu bespielen, weil die Ehrenamtlichen älter werden und auch die Gäste. Und was jede Kultur und jede alternative Kultur zu spüren bekommt ist, dass die Vorverkaufskarten einfach immer weniger werden und die Leute Konzerte als Luxusgut betrachten.“

Das familiäre Feeling soll erhalten bleiben und so hat man sich entschieden, Abstriche zu machen. „Punk ist ein Lebensgefühl und allgemeingültig für jeden, der Lust auf bunte und nette Menschen hat, auf eine schöne gemeinsame Zeit und keine Lust auf menschenverachtendes Verhalten. Von Extremismus grenzen wir uns ganz klar ab“, so die 32-jährige aus Mülsen.

Musik, Festival-T-Shirts und sogar ein Friseur vor Ort

Neben der Musik hatten Festival-Besucher die Möglichkeit, sich an verschiedenen Ständen umzuschauen, ob Festival-T-Shirts oder eine neue Frisur – dafür hat das Team vom „The Style Shack“ aus Mosel gesorgt.

Anna Maria Sonntag ist Drogistin und über Freunde zum Verein gekommen: „In die Punk-Szene gekommen bin ich durch meine große Schwester und meinen Vater, der mir beigebracht hat, das jeder Mensch einen Platz auf dieser Welt hat und das niemand diskriminiert werden darf aufgrund von Hautfarbe, Gesinnung, Religion oder Liebe, die er spürt.“

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