FSV Zwickau: Fans ehren Celtic-Helden & feiern achten Heimsieg!

Das Ergebnis war dasselbe wie 1976 gegen Celtic Glasgow – ein 1:0 für die Zwickauer. Diesmal siegten die Schwäne allerdings gegen das Tabellenschlusslicht der Regionalliga-Nordost. FSV-Sportdirektor Robin Lenk brachte es präzise auf den Punkt: „Wir haben mit minimalistischem Aufwand den Maximalertrag erzielt. Das kann aber nicht unser Anspruch sein.“

Zwickau

Das Ergebnis gegen Hertha Zehlendorf hat gestimmt, die Leistung allerdings nicht: Gegen das Tabellenschlusslicht reichte ein Treffer nach einer Standardsituation aus, um den dritten Sieg in Serie einzufahren. „Wir haben gewonnen und endlich wieder zu Null gespielt“, war FSV-Trainer Rico Schmitt auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ungewohnterweise recht kurz angebunden, wusste sich dabei aber bei den 4.025 rot-weißen Anhängern in der „GGZ-Arena“ für den „würdigen Rahmen und guten Support“ zu bedanken. Denn diese spielten mittels einer beweglichen Choreografie den 1:0-Siegtreffer von Ludwig Blank der BSG Sachsenring Zwickau gegen Celtic Glasgow vom 17. März 1976 eindrucksvoll nach.

Trompetentakt & Traumtor

Für das Jubiläumsspiel hatte sich der „E5“-Fanblock etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Zum Trompetentakt von Leo Siberski – seit 2017 Generalmusikdirektor des Theater Plauen-Zwickau – wurde erst eine Schalparade durchgeführt und sich eingesungen. Am Zaun hing der Banner: „Keiner schlägt die BSG“. Anschließend wurde die siegbringende Szene des Duells zwischen der Betriebssportgemeinschaft und Celtic gezeigt. Blank mit rechts ab - und der Ball bewegte sich durch den Fanblock, um letztlich im Netz der Schotten zu landen. Mehrere Bengalos rundeten die chice Choreografie und das Traumtor ab. Von den anderen Rängen gab es viel Applaus, und auch die FSV-Spieler fanden nur lobende Worte: „Das war eine richtig coole Aktion, die uns Kraft für das Spiel gegen einen ekligen Gegner gegeben hat“, sagte Sandro Sengersdorf. Der Linksverteidiger bereitete via Eckball das siegbringende Tor vor.

Damals wie heute: Schnelle Zwickau-Führung hat bis zum Schluss Bestand

Vor 50 Jahren traf Blank nach fünf Minuten, Veron Dobruna nickte diesmal in der 13. Minute ein. „Wir trainieren verschiedene Standardvarianten, umso schöner ist es dann, wenn eine davon direkt in der Anfangsphase erfolgreich ist“, sagte Sengerdorf, für den es die zweite Vorlage in den letzten drei Spielen war. Mitte der ersten Halbzeit schalteten die Schwäne in den Verwaltungsmodus, aus dem sie bis zum Schlusspfiff nicht mehr herauskommen sollten. „Uns ist die Leichtigkeit des Fußballspielens auf einmal abhandengekommen. In Summe können wir das deutlich besser“, resümierte Schmitt. Lenk wiederum vermisste unter anderem „die geistige Frische und den Zug zum Tor“ und hätte sich - besonders nach den letzten erfolgreichen Spielen – mehr „Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein“ gewünscht.

Hiemann hält zum ersten Mal 2026 seinen Kasten sauber

Nach dem Seitenwechsel rückte dann Zwickau-Torwart Lucas Hiemann in den Mittelpunkt. Der 26-Jährige musste mehrfach – unter anderem bei einem Distanzschuss von Zehlendorf-Kapitän Ernes Smailovic – sein Können unter Beweis stellen. „Wir haben gut begonnen, jedoch hat uns die frühe Führung nicht die notwendige Sicherheit gegeben, nach der Pause haben wir uns mehr und mehr hinten hineindrängen lassen“, analysierte „Hieme“ und fügte hinzu: „Eine Spitzenmannschaft hätte den Sack vorher zugemacht, so mussten wir entsprechend bis zum Schluss zittern und haben letztlich mit einer schlechten Leistung das Spiel gewonnen.“

Lohn war das zehnte Spiel ohne Gegentor in dieser Spielzeit – und damit war der jüngste Patzer gegen die VSG Altglienicke wettgemacht und vergessen: „Der Klops hat mich natürlich geärgert, aber die Jungs haben mich aufgebaut und die drei Siege haben gezeigt, dass wir als Kollektiv performen.“ Zuletzt stand die Null in einem Heimspiel beim 4:0 gegen den Chemnitzer FC Ende November.

Fokus auf Fanmarsch & Festakt

Am Dienstag, dem 17. März, möchten Fans, Verein und die Spieler von damals zusammen an den Einzug der BSG Sachsenring Zwickau ins Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1976 und die siegreiche Partie gegen Celtic Glasgow erinnern. Den Auftakt bildet der gemeinsame Marsch von der „Sparkassen-Arena“ zum „Westsachsenstadion“. Dort geht es dann mit dem Singen der Europapokallieder sowie der Einweihung der Legenden-Tafel weiter. Höhepunkt des Festakts wird die Präsentation unveröffentlichter TV- und Filmaufnahmen der damaligen Europacupspiele auf einer LED-Wand sein.

Crowdfunding-Projektinitiator Bley: „WeSa als Ort, der von Stolz, Mut und Leidenschaft erzählt.“

Für die Crowdfunding-Aktion „50 Jahre Europapokal – Die Halde muss wieder beben!“ wurde das Ziel von 40.024,- Euro ausgerufen. Mittlerweile haben mehr als 310 rot-weiße Unterstützer gespendet, dazu zählt auch die „Sparkasse Zwickau“, die 8.000,- Euro gab. FSV-Vorstand und Projektinitiator Matthias Bley ist stolz über das bisherige Ergebnis und wirft einen Blick in die „Westsachsenstadion“-Zukunft: „Für den FSV-Nachwuchs wollen wir den Standort WeSa weiter aufhübschen und zukunftsfähig gestalten. Damit die Halde auch in Zukunft wieder bebt und der Nachwuchs des FSV jeden Tag an einem Ort trainiert, der von Stolz, Mut und Leidenschaft erzählt.“

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