FSV Zwickau feiert Last-Minute-Sieg bei Chemie Leipzig!

Die Schwäne starten mit einem 2:1-Auswärtssieg in die „Leipziger Wochen“

Leipzig

Am letzten Spieltag der Hinrunde hat der FSV Zwickau seinen dritten Auswärtssieg eingefahren und konnte damit die 30-Punkte-Marke überspringen. Gegen die BSG Chemie siegte das Team von Rico Schmitt mit 2:1. Vor 4.999 Zuschauern im ausverkauften altehrwürdigen „Alfred-Kunze-Stadion“ hatte Sezer die Schwäne in Führung geköpft. Ratifo glich vom Elfmeterpunkt aus, ehe Eixler in der 93. Minute nach einer Ecke den siegbringenden Treffer erzielte. Die Rückrunde startet für die Schwäne nächsten Freitag mit der mega-schweren Auswärtsaufgabe beim Tabellenführer 1. FC Lokomotive Leipzig.

FSV-Trainer Schmitt fordert: „Auch auswärts Ausgebufftheit.“

Nach starken Auftritten gegen den FC Rot-Weiß Erfurt und den Chemnitzer FC schickte FSV-Trainer Schmitt nicht zum dritten Mal in Folge identische Startformation aufs Feld, sondern nahm eine Änderung vor. So fing Oliver Bobassam für Josua von Baer als Linksverteidiger an. Vor dem Traditionsduell gegen Chemie Leipzig blickte der 57-Jährige auf die bisher eher bescheidene Auswärtsbilanz: „Die Spielleistungen sollten wir - unabhängig vom Ergebnis - nicht außer Acht lassen. Aber in einigen entscheidenden Momenten hat uns die Ausgebufftheit gefehlt.“

Die Chemiker, die zuletzt einen 1:0-Erfolg beim FC Eilenburg feierten, wollen den Schwänen mit ihrem ekligen, galligen Auftreten sowie der hitzigen AKS-Atmosphäre den Spaß nehmen und Paroli bieten. Mit Stanley Ratifo kehrt der Top-Torjäger nach Gelbsperre wieder in die Startformation zurück.

Das 12-Minuten-Schweigen

Die ersten zwölf Minuten wurde – wie schon am letzten Spieltag – in den Kurven geschwiegen. Die unüberhörbare Stille stellt eine klare Forderung an die Politik dar, noch vor der Innenministerkonferenz (IMK), die vom 3. bis 5. Dezember in Bremen stattfindet, die dringend notwendige Kehrtwende einzuschlagen. Sowohl die Leipziger als auch die Zwickauer Anhänger beteiligten sich an dem deutschlandweiten Protest gegen schärfere Sicherheitsmaßnahmen, wie beispielsweise personalisierte Eintrittskarten und eine mögliche Verschärfung bei Stadionverboten. Das stellt – so erklären es die Kampagnenvertreter – einen „tiefen Eingriff in die Rechte von Stadionbesucherinnen und Stadionbesuchern“ dar.

Spruchbandgrüße an den sächsischen Innenminister

Im Heimblock hing das Spruchband „Für eine freie Kurve – gegen Repression und Überwachung!“ am Zaun, dazu wurde „Ein Rheinländer will gern Ossi sein, doch macht sich nur als Stasi-Schwein!“, mit dem der sächsische Innenminister Armin Schuster gemeint ist, gezeigt. Auch die Gäste aus Zwickau hatten für den 64-jährigen Politiker aus Andernach ein Spruchband vorbereitet. Auf dem war zu lesen: „A. Schuster – Nur ohne Bullen sind die Kurven sicher!“.

Senkbeil trifft die Latte, Hiemann hält überragend

Auf dem Platz nahmen sofort die Schwäne ihre Favoritenrolle an und hatten mit Kilian Senkbeil, welcher den Ball an die Latte schoss, nach fünf Minuten die erste Gelegenheiten. Danach setzten Daniel Haubner und Andrej Startsev mit zwei weiteren Chancen die starke Anfangsphase fort. Während es im Gästeblock nach einer Viertelstunde ein Fahnenmeer mit einem Konfetti-Intro das Licht der Welt erblickte, hatte Ratifo den ersten Abschluss für die Hausherren, den Lukas Hiemann vor keinerlei Probleme stellte. In der 22. Minute parierte der FSV-Schlussmann überragend gegen Julius Hoffmann.

Chancenfestival in der ersten Halbzeit endet torlos

Die Schmitt-Schützlinge traten besonders nach Ecken gefährlich in Erscheinung. Cemal Sezer schoss nach einer neben das Tor; ein Fobassam-Kopfball sowie ein Haubner-Schuss wurden auf bzw. unmittelbar vor der Linie geklärt. Bei Chemie hatte Ratifo die Führung auf dem Kopf, Hiemann wusste aber großartig zu parieren. Im abwechslungsreichen Spiel hatte Nick Breitenbücher auf der einen sowie Hoffmann auf der anderen Seite jeweils noch eine gute Möglichkeiten im ersten Durchgang. In der Nachspielzeit drückte Julian Weigel den Ball nach einem Mäder-Freistoß über die Linie. Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer aus Sereetz verweigerte den Treffer wegen einer Abseitsposition die Gültigkeit.

Sezer köpft & Eixler drischt den Ball in die Maschen

In der 53. Minute leistete sich Chemie-Torwart Florian Horenburg einen Abspielfehler, den Startsev direkt auf Lukas Eixler weiterleitete. Dieser fand nach einer präzisen Flanke Sezer, welcher zum 1:0 einköpfte. Für den 29-jährigen Stürmer war es das zweite Saisontor. In der 70. Minute leistete sich Senkbeil einen Aussetzer und riss Ratifo im Strafraum zu Boden und kassierte für dieses Vergehen seine fünfte gelbe Karte in dieser Saison. Den fälligen Elfmeter lupfte der Gefoulte elegant in die Tormitte. Der FSV reagierte auf den Ausgleich wütend. Sonny Ziemer und Sezer via Freistoß hatten sofort gute Gelegenheiten, um das Spiel wieder zu drehen. In der letzten Minute drosch dann Eixler - natürlich nach einer Ecke - den Ball zum umjubelten 2:1 vor den 900 FSV-Fans in die Maschen. Für den 22-jährigen Offensivspieler war es das sechste Saisontor, mit dem der dritte Auswärtssieg manifestiert wurden. Während der FSV Zwickau sich auf dem fünften Platz - punktgleich mit der VSG Altglienicke - festsetzt, verharrt die BSG Chemie auf dem 16. Platz.

Nach Chemie ist vor der Lokomotive

Für den FSV Zwickau wartet am Freitag, dem 05. Dezember, mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig das zweite Team aus der Messestadt. Um 19 Uhr gastieren die Schwäne im altehrwürdigen „Bruno-Plache-Stadion“. Das Hinspiel endete 1:1. Die Führung durch Lennert Möbius in der 80. Minute glich Jonas Arcalean direkt im Gegenzug aus. Die letzten beiden Gastspiele in Leipzig-Probstheida gingen jeweils verloren.

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