FSV Zwickau geht bei der Spitzenmannschaft aus dem Paradies unter!

Trainer und Sportdirektor ziehen Bilanz und richten den Blick auf das anstehende Spiel gegen den Greifswalder FC an der Ostseeküste

Zwickau

Der FSV Zwickau hat unter der Ägide von Rico Schmitt bisher in jeder Regionalliga-Saison ein Spiel mit fünf Gegentreffern hinnehmen müssen. 2023/24 verloren die Schwäne mit 0:5 gegen die VSG Altglienicke und letzte Spielzeit gleich am ersten Spieltag mit eben diesem Ergebnis gegen Hertha Zehlendorf. Im Nachholspiel des 21. Spieltags kamen die Westsachsen nun beim FC Carl-Zeiss Jena mit 1:5 unter die Räder.

FSV-Trainer zieht Bilanz

„Fußball wird über Zweikämpfe entschieden – und da haben wir heute Abend die entscheidenden verloren. Das Ergebnis ist riesengroßer Bockmist!“, bewertete der FSV-Trainer die siebte Auswärtsniederlage. „Wenn wir zu viele Spieler haben, die deutlich unter Schnitt auftreten, kann man in Jena nicht bestehen.“, so der FSV-Sportdirektor Robin Lenk nach der Pleite gegen den FC Carl-Zeiss Jena. Mann des Abends vor 8.940 Zuschauern in der „ad hoc-Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld“ war Emeka Oduah mit einem Dreierpack.

Thüringer bestrafen sächsische Naivität

In der Anfangsviertelstunde des Spitzenspiels – es gastierte der Fünfte beim Dritten – neutralisierten sich beide Teams. Doch dann schlugen die heimstarken Jenenser via Doppelschlag eiskalt zu. In der 18. Minute köpfte Oduah frei stehend zur Führung ein, zwei Zeigerumdrehungen später erhöhte Alexander Prokopenko in seinem 100. Spiel für den FCC auf 2:0. Bei den Gegentoren sahen explizit Kilian Senkbeil und Oliver Fobassam, der anstelle von Josua von Baer in die Startelf gerückt war, nicht gut aus. Lucas Hiemann wiederum war jeweils machtlos. „Bei beiden Toren haben wir uns zu naiv angestellt“, stellte Schmitt fest, sah aber bis zum Halbzeitpfiff eine Leistungssteigerung: „Wir haben wieder mutiger nach vorn gespielt und folgerichtig den Anschlusstreffer nach einem gut vorgetragenen Spielzug erzielt.“

FSV-Stürmer Dobruna mehrfach im Mittelpunkt

Die Schwäne hatten anschließend ihre beste Phase der Partie – und daran hatte vor allem Veron Dobruna einen beachtlichen Anteil. Der 25-jährige Stürmer gab erst einen Kopfball und dann einen satten Lattenschuss ab. In der 28. Minute verwertete er seine dritte Möglichkeit. Nach einer präzisen Flanke von Rechtsverteidiger Senkbeil verkürzte Dobruna auf 1:2. Für den Kosovaren war es der siebte Saisontreffer. Der Torschütze blieb im Mittelpunkt und ging in der 34. Minute nach einer Berührung von Prokopenko im Strafraum zu Boden.

„Aus meiner Sicht war das ein klarer Elfmeter“

Schiedsrichter Marcel Riemer aus Eisenhüttenstadt verweigerte jedoch den Pfiff: „Aus meiner Sicht war das ein klarer Elfmeter“, ärgerte sich Lenk darüber und fügte hinzu: „Unabhängig von dieser Entscheidung: Wir waren gut im Spiel und wollten nach der Pause diszipliniert auf das 2:2 gehen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war das schon wieder obsolet.“

Fehlpässe leiten weitere Gegentore ein

In der 51. Minute schlug Prokopenko einen Eckball an den langen Pfosten, wo Oduah sich gegen Fobassam durchsetzen und mit seinem zweiten Kopfballtor auf 3:1 stellen konnte. Der 23-jährige Stürmer hatte aber noch lange nicht genug und schnürte in der 75. Minute den Dreierpack. Ausgangspunkt war ein Fehlpass von Sandro Sengersdorf.

Schwäne schwächeln - Sportdirektor analysiert Fehler

„Was heute besonders auffällig gewesen ist: Sobald Jena sich den Ball erobert hatte, haben sie schnell nach vorn gespielt und wir waren nicht in der Lage – allen voran den brandgefährlichen Oduah – zu stoppen“, analysierte FSV-Sportdirektor die begangenen Fehler. In der 90. Minute nutzte der eingewechselte Nicolas Wähling einen neuerlichen Fehlpass aus und besorgte via Schuss aus 20 Metern den 5:1-Endstand.

Vier Lehren aus Jena

Der FC Carl-Zeiss Jena ist eindrucksvoll seinem Anspruch als absolute Spitzenmannschaft gerecht geworden und konnte den Abstand auf Spitzenreiter 1. FC Lokomotive Leipzig auf sieben Punkte verkürzen. FSV-Trainer Schmitt zog folgende Lehren aus dem Ost-Klassiker: „Wir müssen an unserem Umschalt- und Kopfballspiel sowie der Rest- und Standardverteidigung arbeiten.“ Der FSV Zwickau bleibt – trotz der höchsten Saisonniederlage – auf dem fünften Platz und tritt am Sonntag beim abstiegsbedrohten Greifswalder FC an. Die Thüringer sind beim Aufsteiger BFC Preussen im Einsatz. Beide Partien werden um 14 Uhr angepfiffen.

Ausflug an die Ostseeküste

Exakt 1.231 FSV-Anhänger waren in der „ad hoc-Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld“ zugegen und für einen ausverkauften Gästesektor verantwortlich. „Wir wollten unsere zahlreichen Fans natürlich beglücken, doch wir haben das Gegenteil geschafft – wir haben Frust aufgebaut“, entschuldigte sich FSV-Trainer Schmitt nach der Partie. Zum weitesten Auswärtsspiel an die Ostseeküste werden deutlich weniger Schwäne fliegen.

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