Der FSV Zwickau hat sich nach dem Abstieg in die Regionalliga die Konsolidierung auf die rot-weißen Fahnen geschrieben - und nach zwei Jahren kann FSV-Sportdirektor Robin Lenk konstatieren: "Wir waren am Nullpunkt angekommen und spielen mittlerweile wieder eine sehr gute Rolle", sagte der 41-Jährige, der sich mit der Entwicklung auch in dieser Saison zufrieden zeigt.
"Wir konnten das Ergebnis aus dem Vorjahr nicht nur bestätigen, sondern haben uns wieder verbessert."
Und die Zahlen wissen das zu bestätigen: Vor einem Jahr standen die Schwäne mit 32 Punkten (10 Siege, 2 Unentschieden, 7 Niederlagen) auf dem vierten Platz. In ihrer dritten Regionalliga-Saison überwintern sie erneut auf dem vierten Rang, allerdings befinden sich diesmal 35 Punkte (10 Siege, 5 Unentschieden, 4 Niederlagen) auf dem Konto.
"GGZ-Arena" als uneinnehmbare Festung
Der FSV Zwickau hat im Fussballjahr 2025 kein einziges Heimspiel verloren. In der aktuellen Spielzeit holte das Team von Rico Schmitt in der "GGZ-Arena" sechs Siege und erkämpfte sich gegen die Top-Teams vom 1. FC Lokomotive Leipzig (1.) und den FC Carl-Zeiss Jena (2.) jeweils Punkteteilungen. Im "schlechtesten Heimspiel der Saison" gab es gegen den abstiegsbedrohten FC Eilenburg allerdings auch nur einen Punkt. Die Nordsachsen konnten dabei zwei Tore erzielen, zuvor setzte es in den acht Heimspielen nur zwei Gegentreffer.
Die Lok'sche hatten die Schwäne am ersten Spieltag am Rande einer Niederlage. Der Führungstreffer von Lennert Möbius in der 81. Minute wurde eine Zeigerumdrehung später vom Vorjahresmeister abgezockt ausgeglichen. Das zweite Heim-Gegentor kassierte Lucas Hiemann gegen den Halleschen FC.
Lucas Eixler mit einem Tor vor sowie Theo Martens mit einem nach der Pause konnten die Partie noch drehen.
Höchster Heimsieg gegen die Himmelblauen
Der höchste Heimsieg gelang gegen den Chemnitzer FC. Vor 8.429 Zuschauern sorgten Sonny Ziemer, Veron Dobruna, Maximilian Somnitz und Eixler für den historischen 4:0-Sieg gegen die Himmelblauen. Die Heimspiele gegen den ZFC Meuselwitz (2:0), die zweite Mannschaft des 1. FC Magdeburg (1:0), den Greifswalder FC (1:0) und FSV 63 Luckenwalde (3:0) wurden allesamt gegentorfrei gewonnen.
Beim torlosen Remis gegen Jena kamen mit 8.430 Zuschauern die meisten. Der aktuelle Zuschauerschnitt liegt bei 5.630 - und damit über dem der vergangenen Saison, als durchschnittlich 5.425 Fans in die "GGZ-Arena" pilgerten. "
Unsere Fans haben ein feines Gespür und sind ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung, die der Verein - sportlich wie wirtschaftlich - genommen hat", lobt Lenk den "12. Mann".
Auswärts fliegen die Schwäne noch zu tief
Das erste Auswärtsspiel am zweiten Spieltag beim FC Eilenburg mündete in einer 0:3-Katastrophe. Sowohl FSV-Trainer Schmitt als auch Sportdirektor Lenk übten nach diesem "blamablen Auftritt" heftige Kritik. Dessen ungeachtet blieb die Auswärtsanfälligkeit.
Bei der Punkteteilung gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC Berlin (3:3) sowie den Niederlagen gegen die VSG Altglienicke (0:3) und Aufsteiger BFC Preussen (2:3) setzte es drei Gegentore. Beim BFC sündigten die Schwäne und mussten sich letztlich mit 0:1 geschlagen geben.
"Es ist aber weiterhin noch Luft nach oben, wie vor allem die Auswärtsspiele zeigen", erklärte Lenk und bewertete die vier Niederlagen. Das Hinspiel beim FC Eilenburg war zum "richtigen Zeitpunkt der Schuss vor den Bug". Und weiter: "Sowohl beim FCE als auch bei der VSG Altglienicke waren wir chancenlos, und bei den beiden BFC-Pleiten haben wir Punkte liegengelassen. Hier müssen wir den Hebel ansetzen, um für noch mehr Konstanz zu sorgen."
Lenk verweist in diesem Zusammenhang auf die Defensive, die mit 20 Gegentoren - zusammen mit Altglienicke - die drittbeste der Liga ist. 2023 (36 Gegentore) und 2024 (29 Gegentore) war der FSV wesentlich anfälliger.
Wende nach "Leipziger Wochen"
Den vier Auswärtsniederlagen stehen mittlerweile ebenso vier Siege in der Fremde gegenüber. Nach Erfolgen gegen den SV Babelsberg (2:0) und Aufsteiger Hertha Zehlendorf (1:0) endete das Auswärtsjahr mit zwei Statement-Siegen. Gegen die BSG Chemie Leipzig sorgte ein Last-Minute-Treffer von Eixler für das 2:1, dem 1. FC Lokomotive Leipzig fügte der FSV Zwickau die erste Heimniederlage nach 13 Monaten zu. Verantwortlich dafür waren Oliver Fobassam und Somnitz.
"Der Sieg bei Lok war ein tolles Ergebnis und bestätigt unsere Entwicklung, dass wir - auch auswärts - gegen ambitionierte Teams in der Liga mithalten und siegen können."
Eixler explodiert und der Rest macht mit
Mit Jahn Herrmann verlor der FSV seinen Top-Scorer an den SV Sandhausen. Der offensive Mittelfeldspieler hinterließ eine Lücke von zehn Toren und acht Vorlagen. Mit Eixler hat sich ein Spieler gefunden, welcher diese schließen kann. So hat der 22-Jährige bereits 13 Scorerpunkte - sechs Tore und sieben Vorlagen - auf seinem Konto. Zweibester Torschütze ist Innenverteidiger Somnitz. Drei seiner fünf Saisontore resultierten aus sicher verwandelten Strafstößen.
Viermal konnte sich Angreifer Dobruna in die Torschützenliste eintragen. Daniel Haubner und Cemal Sezer stehen bei drei Treffern. Zwölf von 19 Feldspielern haben bereits mindestens ein Tor erzielt. Mit Marc-Philipp Zimmermann fehlt unter anderem der erfolgreichste Torschütze der Regionalliga-Nordost. Auch Schwänestürmer Felix Pilger wartet noch auf sein erstes Saisontor.
Sachsenpokal und Zwischendurch-Verpflichtungen
Für den Rekordnichtpokalsieger begann die Saison im "Wernesgrüner Sachsenpokal" in der zweiten Runde beim VfB Zwenkau, wo sich der FSV mit 7:2 durchsetzen konnte. Beim Landesklassevertreter stach Tobias Danzer mit einem Tor sowie einer Vorlage heraus und wurde daraufhin zum Probetraining eingeladen. Lenk erklärte diesbezüglich: "Die Einladung ist nicht nur eine Auszeichnung. Wir wollen auch schauen, wie viel Potenzial tatsächlich vorhanden ist."
Während von dieser Verpflichtung abgesehen wurde, schlug der FSV-Sportchef bei zwei anderen Spielern zu. Als Erstes wurde Sezer von Liga-Konkurrent Carl-Zeiss Jena verpflichtet. Der 29-jährige Stürmer steuerte in der dritten Runde beim 4:0-Sieg gegen Handwerk Rabenstein eine Vorlage bei. Das Achtelfinale bei Empor Glauchau entschied Sezer mit seinem Doppelpack in der ersten Halbzeit. Im Viertelfinale kommt es nun zum Duell mit dem VfB Auerbach.
FSV-Sportdirektor Lenk: "Gesunder Mix zwischen Training und Wettbewerb."
Auf die schwere Verletzung von Gabriel Figurski Vieira wurde mit der Verpflichtung des erfahrenen Mittelfeldspielers Joshua Putze reagiert. Der 31-jährige Mittelfeldspieler wird - genau wie es bei Sezer schon der Fall gewesen ist - peu à peu wieder herangeführt. Im letzten Spiel des Jahres stand Putze mehr als eine Stunde auf dem Feld. FSV-Trainer Schmitt und Lenk geben dem Mittelfeldstrategen Zeit, um seine alte Form wiederzufinden. "Rico legt großen Wert auf einen gesunden Mix zwischen Training und Wettbewerb. Bei Cemal hat das gut geklappt, bei Joshua bin ich auch mehr als optimistisch."
Im Trainingslager in der Türkei werden sich Putze, Sezer und die anderen Schwäne auf die Restrückrunde vorbereiten.
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