Nach der deutlichen Niederlage gegen den Greifswalder FC ist nicht nur die fabelhafte Heimserie zu Ende gegangen, sondern der FSV Zwickau hat nach dem Höhenflug von Jena eine harte Bruchlandung hingelegt.
„Jede Bombenserie reißt irgendwann einmal, nur kommt es dabei immer auf die Art und Weise an, und die war vor allem in der ersten Halbzeit alles andere als gut“, bewertete FSV-Trainer Rico Schmitt die erste Niederlage nach 31 ungeschlagenen Heimspielen.
„Es war eine tolle Zeit, doch the Show must go on und mit Chemnitz haben wir sofort eine ambitionierte Aufgabe vor der Brust.“
FSV-Mittelfeldmotor Haubner: „Das darf uns im Derby nicht passieren.“
Ein ähnliches Empfinden hatte auch Daniel Haubner, der am Samstagnachmittag ebenfalls etwas ratlos wirkte: „So richtig weiß ich nicht, wie das passieren konnte“. Zwei Nächte später konstatierte der Mittelfeldspieler: „Uns hat die Aggressivität gefehlt, dazu waren wir bei den Kontersituationen zu anfällig, im Derby darf uns das nicht passieren.“ Der 27-Jährige betonte weiterhin: „Wir werden alles geben, damit es für unsere Fans ein Leckerbissen wird.“
Denn es geht nun gegen den Chemnitzer FC, der mit sechs Punkten und 7:0 Toren die Tabellenführung in der Regionalliga-Nordost innehat.
Starker Start des Bezirksderby-Rivalen
Das aktuelle Erfolgsrezept der Himmelblauen ist: In der Defensive halten neu verpflichtete Spieler die Null und in der Offensive knipsten dienstältere Kicker, wobei Jonas Marx (3 Tore) und Domenico Alberico (2 Tore) auch erst in ihre zweite Saison gehen.
Beim 4:0-Auftaktsieg gegen Hertha II trugen sich mit Maximilian Fesser und Ron Berlinski zudem zwei Neuzugänge in die Torschützenliste ein. Insgesamt holte CFC-Sportdirektor Chris Löwe deren zehn, die meisten aus einem „höheren Regal“.
Enorme Erfahrung bei den Himmelblauen
Dazu gehören: Jan Löhmannsröben und Dennis Slamar bilden die neue Innenverteidigung, davor agiert im defensiven Mittelfeld Kapitän Andreas Geipl. Das Tor hütet David Richter, der bereits Drittliga-Erfahrung vorzuweisen hat. Der BFC Preussen hat es auch vor den Augen von FSV-Sportdirektor Robin Lenk sowie Geschäftsführer André Beuchold, zumindest in der ersten Halbzeit gut gegen den CFC gemacht, am Ende aber mit 0:3 verloren.
„Wir müssen ein aggressives und wehrhaftes Gesicht zeigen. In Jena hat uns das zum Sieg geführt“, erklärte Schmitt und ergänzte: „Der Samstag wiederum war ein Lehrbeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Vor allem die Abstände zwischen der ersten und letzten Reihe waren viel zu groß.“
FSV-Trainer Schmitt: „Wir schreiben einen neuen Bestseller.“
Diese sollten, vor allem ob der pfeilschnellen himmelblauen Flügelflitzer, zwingend kleiner, respektive geschlossen werden. In die Aufstellungskarten ließ sich der rot-weiße Cheftrainer gewohnheitsgemäß nicht schauen. „Wenn es Änderungen gibt, dann nur punktuell.“
Worauf sich die Schwäne stets verlassen können, sind die treuen Fans. Die meisten deren zeigten nach der Niederlage gegen Greifswald viel Feingefühl. Der Stimmungsblock „E5“ reagierte mit einer wachen, guten und realistischen Ansprache. „Wir haben gemeinsam in den letzten 31 Heimspielen ein Buch geschrieben und das ist nun zu einem Bestseller geworden. Jetzt schreiben wir einen neuen“, so Schmitt.
Vielleicht wird es diesmal ja ein Auswärtsserie-Bestseller.
Jakobi wechselt wieder vom einen zum anderen FSV
An diesen wird Till Jakobi nicht mitschreiben, denn er schließt sich dem FSV 63 Luckenwalde an und damit jenem Verein, von dem er 2025 zu den Schwänen gewechselt ist. Nach gemeinsamen Gesprächen wurde sich darauf verständigt, den bestehenden Vertrag einvernehmlich aufzulösen.
In der vergangenen Spielzeit absolvierte der 23-jährige Mittelfeldspieler 25 Spiele in der Regionalliga-Nordost sowie vier im „Wernesgrüner Sachsenpokal“. Im Testspiel beim SV Mülsen St. Niclas traf Jakobi zum 18:1-Endstand. Hendrik Brösel, Geschäftsführer Sport in Luckenwalde, bedankt sich beim FSV Zwickau erneut für die „beispielhafte Kommunikation zwischen den Vereinen und im Sinne des Spielers“.
Gleiches hatte der 36-Jährige bereits bei der Leihe von Jasper Kühn zum brandenburgischen FSV betont.
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