FSV Zwickau: Wachstum auf vielen Ebenen & Verbesserungen mit Augenmaß!

Die Schwäne schwören sich auf die vierte herausfordernde Spielzeit in der Regionalliga-Nordost ein und stellen nachhaltig die Weichen für diese und die rot-weiße Zukunft. FSV-Sportdirektor Lenk: „Wir gehen den Weg konsequent weiter.“

Zwickau

Nicht nur ein Fußballspiel dauert 90 Minuten, sondern diese Länge hatte ebenso die erste Medienrunde des FSV Zwickau in der Saison 2026/27. Unter dem Motto „Viel Neues, aber das Ziel bleibt gleich“ hatte der Regionalligist zu einer „rollenden Pressekonferenz“ eingeladen, an der Robin Lenk (Sportdirektor), Matthias Bley (Vorstand), Rico Schmitt (Trainer) und Neuzugang Paul-Philipp Besong teilnahmen sowie André Beuchold. Der Geschäftsführer der FSV Zwickau Spielbetriebsgesellschaft mbH betonte: „Wachstum, Entschuldung und Weiterentwicklung sind keine Gegensätze – sie sind Grundlage unseres Weges.“

Treue Fans & neue Mitglieder

Die Fahrt im nigelnagelneuen und vom „Reisedienst Kaiser“ gemieteten 520 PS starken Bus, der die FSV-Spieler bereits nach Schweinfurt und Plauen brachte und am Freitag nach Prag bringen wird, begann mit starken Zahlen – und einen großen Anteil daran haben die rot-weißen Anhänger. Zum einen lässt sich das an den gestiegenen Zuschauerzahlen festmachen. Einen Faktor stellen dabei die Dauerkarten dar. FSV-Vorstand Bley ist optimistisch, dass der Rekordwert von 1.617 aus dem Vorjahr geknackt werden kann. Aktuell sind es knapp 1.500 verkaufte Dauerkarten. Zum anderen ist die Mitgliederzahl mittlerweile auf 3.250 angestiegen, was einen Rekordwert darstellt. Mit dem „Finale Daheeme“ im „Wernesgrüner Sachsenpokal“ sowie der danach folgenden Mitgliederaktion anlässlich der Fußball-WM 2026 konnten innerhalb kürzester Zeit 400 Neu-Mitglieder gewonnen werden. Darüber haben sich die Einnahmen aus dem Merchandising verdoppelt.

Mehr Sponsoren & weniger Schulden

Ebenso beim Sponsoring hat der FSV Zwickau – ungeachtet der herausfordernden wirtschaftlichen Situation bei vielen Unternehmen – weitere wichtige Schritte nach vorn gemacht. Gegenwärtig gehören der FSV-Familie 203 Sponsoren an, von denen die meisten aus Zwickau und der Region stammen. Geschäftsführer Beuchold erklärt diesbezüglich: „Entscheidend für uns ist jedoch nicht das Wachstum allein, sondern die Frage, ob wir dadurch den Verein langfristig stabiler, gesünder und widerstandsfähiger machen.“ Durch den kontinuierlichen Gewinn neuer Sponsoren konnte die finanzielle Lücke, welche durch das verringerte Engagement des ehemaligen Hauptsponsors „Hofmann Metall“ entstanden ist, kompensiert werden. Die Sponsoreneinnahmen bewegen sich deswegen auch gegenüber dem Vorjahr auf einem vergleichbaren Niveau.

Beim Schuldenabbau wiederum lässt sich konstatieren, dass dort die Lücke wieder kleiner geworden ist. Im letzten halben Jahr konnten weitere Verbindlichkeiten in Höhe von 200.000,- Euro abgetragen werden, wodurch der FSV Zwickau aktuell bei 730.000,- von einstmals drei Millionen Euro steht. „Die Entschuldung bleibt unsere wichtigste wirtschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig wollen wir die positive Entwicklung des Vereins nicht ausbremsen. Beides muss Hand in Hand gehen“, so Beuchold.

„Scharfer Schwan“ landet ab sofort in der „GGZ-Arena“

Bevor der Fokus auf die sportliche Entwicklung der Rot-Weißen bei der „rollenden PK“ gelegt werden sollte, gab es in Crossen einen Stopp beim „Der Fleischi“ – und das aus einem sehr schmackhaften Grund. Denn ab sofort dürfen sich sowohl die FSV-Anhänger als auch die Gäste auf eine neue Stadionwurst in der „GGZ-Arena“ freuen. Der bekannte Fleischermeister Tilo Elfruth hat diese exklusiv kreiert und sie auf den Namen „Scharfer Schwan“ getauft. Die Rauchwurst, die zu je 50 Prozent aus Schweine- und Rinderhack besteht sowie mit Cheddarkäse und Jalapeños verfeinert ist, wurde 2023 sogar zur besten Grillwurst Europas gekürt.

FSV-Geschäftsführer Beuchold: „Wir beteiligen uns nicht am Wettrüsten. Wir haben immer noch Schulden.“

Zurück in den Bus und ab auf die Rückfahrt, die FSV-Sportdirektor Lenk mit folgenden Worten einleitete: „Wir haben in den letzten drei Jahren im Gesamtverein eine sehr starke Entwicklung genommen.“ Und das gilt selbstverständlich ebenso für den sportlichen Bereich, welchen der 42-Jährige zusammen mit Schmitt zu verantworten hat. So hat dessen Elf jährlich die Punkteausbeute erhöht. Da das Gros der Mannschaft zusammenblieb, wurden mit Besong sowie Fynn Seidel, Ben-Luca Moritz und Philipp Harant gezielt vier Kicker verpflichtet, die den FSV qualitativ verstärken. Voraussetzung dafür war die Etaterhöhung um 15 Prozent. „Sportlichen Erfolg gibt es bei uns nicht um jeden Preis. Wir gehen nicht - wie andere Vereine in der Liga - ins Risiko und beteiligen uns auch nicht am sichtbaren Wettrüsten“, stellt Beuchold klar und ergänzt: „Wir haben immer noch Schulden.“

Neue Trikots mit „Fussball-gehört-den-Fans“-Patch

Am Mittwochabend fand zudem im Heizhaus das Fotoshooting mit den neuen Trikots statt. Diese gibt es in den Farben rot (Heimtrikot) und weiß (Auswärtstrikoz) sowie blau (Ausweichtrikot). Trotz der einheitlichen Linie sind zwei Besonderheiten schön sichtbar: Zum einen wurde der Slogan „Fussball gehört den Fans“ als Patch integriert, zum anderen bleibt das Sachsenring-Logo im Nacken erhalten. Ein Trikot wie ein Verein! Bodenständig und alles andere als kleinkariert.

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