FSV Zwickau: Zusammen angreifen, zusammen verteidigen, zusammen siegen!

Die Schwäne haben zum ersten Mal unter der Führung von Rico Schmitt nach dem ersten Spieltag drei Punkte auf dem Konto. Verantwortlich dafür waren in Jena eine kämpferische Defensive sowie effiziente Offensive.

Jena

Der FSV Zwickau und dessen 1.105 mitgereisten Fans haben nach dem beachtlichen 2:1-Erfolg beim FC Carl-Zeiss Jena lautstark „Auswärtssieg“ skandiert. Im Vergleich zu den vergangenen Spielzeiten ist die Schmitt-Elf damit gut aus den Startlöchern gekommen. Das Spitzenspiel – es gastierte der Vorjahresdritte beim Vizemeister – war ein Wechselbad der Gefühle.

FSV-Sportdirektor Lenk: „Wenn das 2:0 fällt, sind wir wahrscheinlich tot.“

Die Schwäne gerieten – wie schon in den vergangenen drei Spielzeiten – im ersten Auswärtsspiel in Rückstand. Der 18-jährige Emilio Munser nutzte nach 29. Minuten den ersten – und es sollte letztlich auch der einzige bleiben – kapitalen Bock der Schmitt-Schützlinge eiskalt aus. Wenige Augenblicke später hatte Kevin Lankford sogar den zweiten Treffer für den FCC auf dem Kopf. FSV-Sportdirektor Robin Lenk konstatierte: „Wir sind nach einem viel zu leichten Ballverlust verdient in Rückstand geraten. Wenn dann noch das 2:0 fällt, sind wir wahrscheinlich tot.“ Stattdessen fiel aber der Ausgleich nach einer Standardsituation.

Zwischen Fehler & Korrektur liegen elf Minuten

Das Führungstor der Hausherren leitete ausgerechnet mit Cemal Sezer ein Ex-Jenaer ein. Bevor sich der 30-jährige Angreifer in der Halbzeitpause bei seinen Mitspielern für diesen „individuellen Fehler“ entschuldigte, korrigierte er diesen noch vor der Pause und köpfte in der 40. Minute nach einem Eckball zu „einem wichtigen Zeitpunkt“ wuchtig ein. „In der ersten Halbzeit standen wir oftmals zu tief, waren zu passiv. In der zweiten waren wir dann deutlich galliger und ekliger“, resümierte der Torschütze. Der Ausgleichstreffer war das erste Tor in einem Auftaktauswärtsspiel des FSV Zwickau unter der Führung von Rico Schmitt – und ein zweites folgte in der Schlussphase. Es war gleichzeitig das siegbringende.

Hüne Harant erzielt in seinem 100. Spiel in der Regionalliga-Nordost das goldene Tor

Verantwortlich dafür war der eingewechselte Philipp Harant. Der 27-jährige Neuzugang vom Regionaliga-Nord-Vertreter FSV Schöningen, für den er letzte Saison 17 Tore erzielen konnte, feierte einen Einstand nach Maß: „Das Geilste war der Weg zur Kurve und der Jubel mit den Fans.“ Das bestbesuchte Spiel bei seinem alten Arbeitgeber fand in Meppen statt, wo 5.312 Zuschauer in der „Hänsch-Arena“ zugegen waren. In Jena kamen nun mit 9.002 Zuschauern fast doppelt so viele. „Solche Stadien, so eine stimmungsvolle Kulisse, das hat mir gefehlt.“ Nach seinem Premierentreffer verteidigte Harant, für den es das 100. Spiel in der Regionalliga-Nordost war, eisern mit: „Jena hatte danach noch einige Standards sowie zahlreiche Einwürfe, da muss man als großer Spieler natürlich die eigene Defensive unterstützen“, sagte der 1,94 Meter große Hüne.

Standardsituationen als ein Erfolgsfaktor

Und genau die Standardsituationen standen im Fokus der rot-weißen Trainingswoche: Co-Trainer Daniel Rupf hat dafür extra einen Plan geschmiedet. „Wir haben viele Standards – offensive wie defensive – trainiert und „Rupfer“ hat uns einiges mitgegeben, wie wir Jena damit vor Probleme stellen können“, erklärte Oliver Fobassam. Der 23-jährige Innenverteidiger benannte neben den Standards einen zweiten Erfolgsfaktor, weshalb es mit dem ersten Auftaktauswärtssieg geklappt hat: „Wir haben gemeinsam verteidigt, uns gegenseitig gepusht und bis zum Schluss alles reingeworfen.“ FSV-Sportdirektor Lenk fand lobende Worte ob der Reaktion nach dem Rückstand und der „reifen Leistung“ bei einem Spitzenteam der Regionalliga-Nordost: „Was mich besonders freut, ist, dass wir mittlerweile als robuste Mannschaft auftreten und dazu aus Standardsituationen Kapital schlagen können.“

FSV-Neuzugang Moritz: „Der Sieg im Paradies schmeckt.“

Nahtlos hat sich auch Sommerneuzugang Ben-Luca Moritz eingefügt, der als Rechtsverteidiger bei seinem ersten Spiel für den FSV Zwickau die gesamte Spielzeit über auf dem Rasen der „ad-hoc-arena im Ernst-Abbe-Sportfeld“ stand und eine ordentliche Leistung zeigte. „Natürlich schmeckt ein Auswärtssieg in Jena“, sagte der ehemalige Rot-Weiß-Erfurt-Spieler nach seinem Premierensieg im Paradies und ergänzte sofort: „Wir waren sehr gut vorbereitet, hatten uns ebenso auf das Szenario eines Rückstandes eingestellt. Nach dem 0:1 haben wir uns eindrucksvoll zurückgekämpft und das heute – im Vergleich zu den letzten Testspielen – deutlich besser gemacht.“

Demütig bleiben & weiter an den Defiziten arbeiten

Lohn dieser harten Arbeit sind die ersten drei Zähler der Spielzeit. „Mit dem Sieg haben wir ein Statement gesetzt. Das war ein guter erster Schritt, mehr aber auch nicht, wir bleiben demütig“, bekräftigt Stürmer Sezer, und sein Sportdirektor wusste zu ergänzen: „Wir tun gut daran, weiter fleißig an unseren Defiziten zu arbeiten.“

Am Samstag, dem 01. August, geht es für den FSV Zwickau mit dem Heimspiel gegen den Greifswalder FC weiter. Die Hansestädter haben am ersten Spieltag gegen den Halleschen FC in der Schlussphase das 2:2 noch hinnehmen müssen. Anpfiff in der „GGZ-Arena“ ist um 14 Uhr.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich