Gößnitzer Open-Air: Vom Band-Contest zu rockigen Höhepunkten

Bunte Kostüme und mitreißende Auftritte zeichnen das Event aus.

Gößnitz

Prophezeit war Regenwetter, das heißt bei einem Festival auch immer Schlamm. Doch es kam anders: Die erste Band stand auf der Bühne und es herrschte eitel Sonnenschein auf dem Gößnitzer Open-Air-Gelände an der Pleiße.

Preisträger des Nachwuchswettbewerbs eröffnen das Festival

Wobei der erste Musikauftritt in Gößnitz immer etwas Besonderes ist, denn dieser gehört den Preisträgern des Contestes "Band on stage" für Nachwuchsmusiker. "Wir vergeben jedes Jahr einen Startplatz an den besten Newcomer", sagt Henry Mersiowsky vom Verein Initiative für Musik & Kultur Gößnitz e.V. (IMUKG), der das Open Air veranstaltet. "Ich bin auch in der Jury."

Vom Musikschulprojekt zur Festivalbühne

Diesmal waren es "The Dumbels", die das Festival eröffnen durften. Und wie sie es eröffneten. Zwei Brüder, Karl und Kurt Bucher, 14 und 11 Jahre alt, hauten mächtig rein, begeisterten das Publikum. "Wir dachten, es ist ein kleines Festival. Dann haben wie die große Bühne gesehen", so Kurt. "Da waren wir schon aufgeregt."

"Am liebsten hören wir Nirvana. Und Linkin Park"

Die Jungs haben das Spielen ihrer Instrumente in der Musikschule gelernt. "Am liebsten hören wir Nirvana. Und Linkin Park", sagen die Brüder. Und wie es zur Band kam? "Das Projekt entstand in der Corona-Zeit", berichtet Melanie Bucher. Was da draus geworden ist, da ist auch Vater Martin Bucher stolz drauf. Vor allem, als das Gößnitzer Publikum eine Zugabe forderte.

Lebendige Atmosphäre: Respekt, Toleranz und gute Laune

So bunt wie das Leben ist, so unterschiedlich der Musikgeschmack vieler Leute ist, vereint sie alle das Flair eines Festivals, das Miteinander und die Vorliebe für Livemusik. Respekt und Toleranz sowieso. Da wäre die lustige Truppe aus Jena zu nennen, ausgestattet mit kurzen Hawaii-Anzügen und als Banane.

Bunt und ausgefallen: Die verrückten Festivalbesucher

Zwei große Einhörner bahnten sich am Samstag den Weg übers Gelände. Wo sie herkamen? "Von zu Hause", sagte eines. Und was macht ihr hier? "Wir schwitzen." Auf jeden Fall verbreiteten sie gute Laune. Manche Musikfans kamen mit Tropenhelm oder Indianerschmuck, andere im Schottenrock oder als Dino. Jeder, wie es ihm gefällt. So wie es dem Lebensgefühlt entspricht. Manche zogen Gößnitz dem zeitgleich stattfindenden Wacken vor mit den Worten: "Gößnitz ist das Wacken der Elite" oder "Wacken ist ein Festival, Gößnitz ist Familie". Das zeigte sich etwa, als Festivalteilnehmer spontan den Männern der Toilettenreinigung applaudierten, als sie nach ihrer Arbeit vom Gelände fuhren.

Subway to Sally und Warkings: Die Festival-Kracher des Abends

Höhepunkt am späten Freitagabend war der Auftritt von "Subway to Sally", die schon vor 30 Jahren in Gößnitz ihren charismatischen Mittelalter-Rock zelebrierten. Nicht nur als sie "Wir sind wie Eisblumen" anstimmten, sangen die Fans mit. Zuvor überraschte "Warkings" mit ihrem Power-Metal-Band. Dass derzeit viele Bands auf aufwendige Maskierung und Inszenierung Wert legen, war auffallend und zugleich faszinierend anzuschauen. "Letzte Instanz" spielten ihren Abschiedssong, die Dresdner Band will nach 27 Jahren aufhören.

Cure-Feeling und nostalgische Vibes: Lament verzaubern das Publikum

Der Samstag begann am Vormittag mit Kirsche & Co, einer Band, die die Fans für ihre Songs wie "Zwischen Glaube und Zweifel" oder "Brich das Tabu" lieben. Lament brachte am Nachmittag Cure-Feeling ins Festival. Überraschend sympathisch kam "Stahlmann" aus Göttingen an. Sie waren die Vertretung für "End of Green", die krankheitsbedingt ausfielen, und nahmen mit den Musikfans ein Video auf mit den Worten "Gute Besserung". Und: "Es ist so nett, wie ihr uns empfangen habt."

Schandmaul und Hämatom: Die Bühnenkracher des Samstags

Schandmaul und Hämatom waren danach noch zwei Reißer, die das Publikum zur Bühne lockte. Mehr als 20 Bands gaben ihr Bestes für ein friedvolles, buntes Publikum, ja ganze Familien und Musikfans jedes Alters.

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