Große Herausforderungen: Gibt es für Südwestsachsen bald eine Sonderwirtschaftszone?

Taskforce will tiefgreifenden Wandel in der Regionaktiv gestalten

Zwickau

Die Stadt Zwickau und die gesamte Region Südwestsachsen steht vor einer Herausforderung. Dort, wo die Automobil-Industrie über Jahre hinweg eine sichere Bank war, braucht es jetzt einen Plan B, denn man steht vor einem tiefgreifenden Wandel und schaut aufgrund der aktuellen Entwicklungen in eine unsichere Zukunft als Automobilstandort.

Taskforce Zwickau

Es ist eine Taskforce gebildet worden, wo Landkreis Zwickau, Stadt Zwickau, IHK-Regionalkammer Zwickau, Sparkasse Zwickau und Vertreter der Wirtschaft zusammenarbeiten.

Ziel ist es, den Wandel aktiv zu gestalten, vorhandene Potentiale zu nutzen und neue Industriezweige jenseits des klassischen Automobilbaus zu forcieren.

Umfangreiche Analyse von SisTeam GmbH

Um Schwerpunkte und Handlungsfelder aufzuzeigen, ist die SisTeam GmbH mit einer umfangreichen Analyse beauftragt worden. Geschäftsführer Dr. Frank Löschmann hat jetzt Ergebnisse skizziert.

Man denkt dabei unter anderem in Richtung Medizintechnik, neue Automatisierungstechnik, Recycling und ebenso an den Bereich Verteidigung.

Sonderwirtschaftszone im Gespräch

Um die Region attraktiver zu machen für Investitionen, ist selbst eine Sonderwirtschaftszone im Gespräch. Würde bedeuten: es gibt Anreize für Unternehmen, wie vereinfachte Verwaltungsverfahren, Steuererleichterungen und Förderungen.

Die Welle rollt

Die Situation ist ernst. Andreas Fleischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Zwickau sagt: "Was wir in den letzten Monaten erlebt haben, ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit von 37 Prozent im Landkreis Zwickau. Was erschwerend hinzukommt ist, dass die Unternehmen aktuell sehr zurückhaltend sind, was Stellenangebote betrifft."

Mit Blick auf die Sparpläne und Veränderungen bei Volkswagen in Mosel, sagt Landrat Carsten Michaelis: "Die zweite Welle rollt bereits bei der Zulieferindustrie und in der dritten Welle sind es dann die Dienstleister, die davon betroffen sein werden."

Chancen in der Krise nutzen

Michaelis ist dennoch optimistisch: "In jeder Krise steckt immer eine Chance und die haben wir ergriffen. Wir sind entschlossen, gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln."

Ganz aufgeben will man die Automobilindustrie nicht und streckt man die Fühler auch in Richtung anderer Automobilmarken aus.

Transformation in der Automobilindustrie weiterführen

Jens Hertwig, Präsident der IHK-Regionalkammer Zwickau: "Die Botschaft, dass wir 35 Jahre Entwicklung in der Automobilindustrie weiterführen möchten, geht nicht nur an Volkswagen nach Wolfsburg, sondern auch an die Politik, denn der Transformationsprozess in der Automobilindustrie ist eingeleitet worden durch Regulatorik und die bekommen wir in der Region zu spüren", sagt.

 

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