Hitzeschlacht in Most forderte ihren Tribut

Auch am dritten Euro-Moto-Tag im Autodrom gab es aus sächsischer Sicht was zu feiern

Hohenstein-Ernstthal

Drei Tage mit über 40 Grad Celcius im Autodrom Most anlässlich des dritten Saisonlaufes der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto forderten an diesem Wochenende Mensch und Material aufs Heftigste. Sieht man sonst nach sportlichen Erfolgen in der Regel strahlende Gesichter, konnte das Strahlen der heutigen Sieger und Platzierten kaum mit jenem der unbarmherzigen Sonne mithalten.

Bei den offiziellen Siegerinterviews und -fotos gab man sich zwar größte Mühe, doch fernab dieser und im Schatten der Gratulanten überwogen total erschöpfte, ausgelaugte bis hin zu schmerzverzerrte Minen.

Nächster Sieg für den Tabellenführer

Im ersten Lauf der Top-Klasse Euro Moto Superbike setzte der amtierende IDM-Meister, bereits wieder Meisterschaftsleader und Doppelsieger vom Saisonauftakt auf dem Sachsenring, Lukas Tulovic, frühzeitig zu einer neuerlichen Solofahrt an und gewann schließlich souverän.

Hinter dem Eberbacher sah lange Zeit der langjährige Moto2- und Supersport-WM-Pilot Marcel Schrötter vom Pirnaer Rennteam GERT56 wie der ebenso sichere Zweite aus, doch mit dem besseren Finish im letzten Renndrittel schnappte ihm der Ex-Meister Florian Alt den Silberrang in der vorletzten Rennrunde noch vor der Nase weg.

Hinter dem Niederländer Twan Smits wurde der Krostitzer Toni Finsterbusch Fünfter vor dem Esten Hannes Soomer und dem vierfachen IDM-Superbike-Champion Markus Reiterberger. Der Arnsdorfer Leon Orgis kämpfte sich zwischenzeitlich bis an die neunte Stelle nach vorn, fiel dann aber wieder etwas zurück und beendete das Rennen als Zwölfter.

Sein älterer Brüder Kevin war früh gestürzt, kämpfte als Letzter aber tapfer weiter und wurde bei nur 15 Zielankömmlingen des ohnehin Mini-Feldes schließlich für eben jenen 15. Platz mit wenigstens einem Meisterschaftszähler belohnt.

Tulovic mit Schmerzen zum Doppelsieg

Das Rennen zwei sah anfangs wieder Lukas Tulovic in vorderster Position, doch in der zweiten Runde drehte Florian Alt den Spieß um und schickte sich an, etwas wegzufahren. Dies ließ „Tulo“ aber nicht zu und folgte „Flo“ auf Schritt und Tritt. Genau bei Rennmitte übernahm Tulovic wieder das Kommando und gewann schließlich mit knapp einer Sekunde Vorsprung.

Große Freude wollte im Ziel bei ihm nicht aufkommen, hatte er sich doch am diesmal extrem heißen Motor seiner Ducati und an deren Auspuff die Wade angesengt. Als Dritter durfte Twan Smits mit zur Siegerehrung, und Marcel Schrötter lief als Vierter vor Toni Finsterbusch im Ziel ein. Später wurde der Bayer mit einer Drei-Sekunden-Zeitstrafe als Ersatz für einen zu spät „in Rechnung gestellten“ Long-Lap-Penalty belegt, sodass die endgültige Wertung Finsterbusch auf Platz vier und Schrötter auf Platz fünf sah.

Kevin Orgis hatte anfangs auf Platz vier mit Aussichten auf die dritte Position gelegen, musste mit Armpump-Problemen aber langsamer machen und landete schließlich auf Rang neun. Leon Orgis stieg kurz vor Rennhalbzeit mit Kreislaufproblemen vorsichtshalber aus. Nachdem eigentlich schon alles abgearbeitet war, wurde auch das Ergebnis des ersten Rennens korrigiert. Der Leidtragende war auch dabei Marcel Schrötter, dem man nachträglich ebenfalls eine Drei-Sekunden-Zeitstrafe aufbrummte, mit der Folge, dass Twan Smits Dritter vor Toni Finsterbusch und dem Übeltäter wurde

Außer Spesen nichts gewesen

Das Sonntagsrennen der Euro Moto Supersport musste nach drei Runden wegen eines Sturzes mit medizinischer Versorgung abgebrochen werden. Da war der anfangs wieder auf Platz zwei liegende Dresdner Lennox Lehmann schon mit technischem Defekt out. Quasi als Duplizität der Ereignisse zum zwei Mal gestarteten, zwei Mal abgebrochenen und letztlich komplett gecancelten Samstagrennen der Klasse Sportbike, kam es auch bei den Supersportlern nach dem Neustart zu einem weiteren Rennabbruch, sodass auch ihr Rennen nicht ein drittes Mal gestartet wurde.

Somit hatte Lennox Lehmann Glück im Unglück, weil dadurch auch alle anderen, wie zum Beispiel Marvin Siebdarth aus Wildenfels und der Lunzenauer Freddie Heinrich, keine Punkte schreiben konnten.

Erstes Euro-Moto-Podest für Mika Siebdrath

Nachdem verhunzten Samstagrennen der Klasse Euro Moto Sportbike, ging das zweite planmäßig über die Bühne. Marvin Siebdraths jüngerer Bruder Mika lag lange Zeit relativ allein auf weiter Flur auf der fünften Position, doch nachdem der Viertplatzierte Tobias Kitzbichler aus Österreich über Vorderrad stürzte und den Drittplatzierten Ruben Bijman aus den Niederlanden mit ins Verderben riss, durfte sich der kleine Westsachse über Rang drei, gleichbedeutend mit seinem ersten Podestplatz in der Euro Moto freuen.

Im engen Duell um den Sieg überrumpelten Siebdraths Teamkollege im Bischofswerdaer Freudenberg RORA-PALIGO Racing Team, der Tscheche Stepan Zuda, knapp gegen den Ersatzfahrer im Team RT Motorsport für den verletzten Österreicher Jakob Rosenthaler, den Italiener Bruno Ieraci, auf den letzten Metern und gewann mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,062 Sekunden.

Paul Fröde im Drei-Viertel-Takt

Beim zweiten Rennen der Rahmenklasse Pro Superstock 1000 Cup wiederholte der Hohenstein-Ernstthaler Paul Fröde seinen Triumphzug vom Samstag und gewann erneut - im vierten Rennen des Jahres zum dritten Mal, sodass er allmählich ernsthaft über den Gesamtsieg schwadronieren kann.

Während beim zweiten Rennen zum Kawasaki Ninja ZX-4RR Cup der Plauener Ben Wiegner, nach seinem zweiten Platz am Vortag, heute als Dritter wieder aufs Podest fuhr, wiederholte Jolina Grosschupp aus Lichtenstein ihren 15. Platz vom Samstag.

Beim die dreitägige Hitzeschlacht abschließenden Rennen zum Kawasaki Ninja ZX-6R Cup verbesserte sich der Lichtenauer Oliver-Jon Beier um eine Position gegenüber dem Vortag und wurde Neunter.

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