Institution am Scheideweg: Wie geht es für das Theater Plauen-Zwickau weiter?

Theater als Dauerbrenner-Thema - Debatte von BSW initiiert

Zwickau

Das Theater Plauen-Zwickau sieht sich in einer schwierigen Situation – es gibt eine strukturelle Finanzierungslücke in Millionenhöhe.

„Theater am Scheideweg“ – so war jetzt eine öffentliche Fraktionssitzung der BSW-Fraktion BSW-Fraktion Zwickauer Stadtrat überschrieben.

Theater Plauen-Zwickau vor finanzieller Herausforderung

„Uns ist bewusst, dass der Staatshaushalt und auch die Haushalte der Gesellschafter-Kommunen Zwickau und Plauen äußert angespannt sind und dass dies keine leichten Rahmenbedingungen sind für die Diskussionen um das Theater“, sagt der BSW-Fraktionsvorsitzende Bernd Rudolph Bernd Rudolph.

Gleichzeitig müsse man sich bewusst sein, dass das Theater für die Stadtgesellschaft als Standortfaktor unverzichtbar ist. Aktuell wisse keiner so richtig, wie es weitergeht: „Wir wollten uns einfach mit der Öffentlichkeit und den verantwortlichen Personen austauschen.“

Theater als wichtige Institution der Stadt

Oberbürgermeisterin Constance Arndt Constance Arndt sieht das Theater ebenfalls als wichtige Institution: „Zwickau ist Theater-Stadt und wir wollen nicht auf Kultur verzichten.“

Doch die Zuschüsse reichen nicht aus, um das Haus in der jetzigen Größe und Form auskömmlich zu betreiben, sagt Geschäftsführerin Sandra Kaiser Sandra Kaiser.

Krise liegt in den Finanzen, nicht im Theater

„Es ist keine Theater-Krise, sondern eine Krise der Landes- und Kommunalfinanzen. Theater-Krise klingt immer so, als hätte das Theater etwas falsch gemacht. Das ist aber nicht der Fall. Das Theater macht ein tolles Programm, ist erfolgreich und hat Einnahmen“, sagt Dr. Ingolf Huhn, ehemaliger Intendant und kulturpolitischer Sprecher der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag.

Stimmen aus dem Ensemble

Das Theater lebt durch die Leute, die dort arbeiten. Schauspielerin Sophia Bauer Sophia Bauer ist die Betriebsratsvorsitzende: „Es sind viele Ängste und Sorgen, die an mich herangetragen werden. Es gibt Kollegen, die schon andere schwere Zeiten am Theater mitgemacht haben. Es fühlt sich gerade ein bisschen an wie ein Teufelskreis. Man sagt sich, ich darf nicht krank werden, weil man weiß, welche Kosten bei Ausfällen auflaufen und das möchte man verhindern. Also schleppen wir uns auch in jedem Zustand auf die Bühne und das geht auch den Kollegen hinter der Bühne genauso. Wir machen das gerne, weil wir dem Publikum etwas bieten wollen.“

Die 30-Jährige ist seit der Spielzeit 24/25 am Theater: „Mir liegt generell die Kultur am Herzen. Und wenn ich Ungerechtigkeit sehe oder zumindest das Gefühl habe, da wird nicht zugehört oder da gibt es noch blinde Flecken, möchte ich mich engagieren. Unser Herz blutet natürlich, wenn wir Themen hören, wie Haustarifvertrag oder Stellenkürzungen.“

So eine Runde, wie beim BSW sei toll, weil man ins Gespräch kommt mit dem Publikum. Man müsse einfach am Ball bleiben.

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