Interview mit FSV-Sportdirektor Lenk – Teil 2: „Die Fans sind unser Faustpfand“

Der FSV Zwickau hat die Spielzeit 2025/26 in der Regionalliga-Nordost auf dem dritten Platz beendet – und sich damit zum dritten Mal in Folge verbessert. BLICK.de-Redakteur Marcus Hengst sprach mit FSV-Sportdirektor Robin Lenk über die abgelaufene Saison in der Regionalliga-Nordost. Im zweiten Teil geht es um die Heimserie, die Suche nach einem Stürmer sowie ein internationales Testspiel!

Zwickau

BLICK: In der heimischen „GGZ-Arena“ wiederum ist die Mannschaft mit den – wenngleich seltenen – Rückständen besser umgegangen. Sowohl gegen den Halleschen FC als auch gegen den FC Rot-Weiß Erfurt wurde ein 0:1 jeweils in ein 2:1 gedreht, wodurch die Spielzeit ohne eine einzige Heimniederlage beendet werden konnte. Was macht das eigene Stadion zu so einer uneinnehmbaren Festung?

Lenk: „Diese Serie ist absolut außergewöhnlich. Insgesamt 31 Heimspiele ohne Niederlage – aufgeteilt auf anderthalb Spielzeiten –, das ist schon Wahnsinn. Aber hierbei spielen natürlich mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen sind es natürlich unsere Fans, welche die „GGZ-Arena“ zum Kochen bringen und uns nach vorn peitschen, zum anderen die Mannschaft, die mittlerweile im Hinterkopf hat, dass sie zu Hause schwer zu schlagen ist. Kommt es zu einem Rückstand, weiß sie darauf richtige Antworten.“

BLICK: Du hast gerade die rot-weißen Fans angesprochen, die nicht nur in der „GGZ-Arena“, sondern auch auswärts stets lautstark am Start sind. Welche Rolle spielen sie für Euch?

Lenk: „Eine ganz, ganz große – und das explizit auch schon seit der Abstiegssaison, als die Fans ein feines Gefühl für die Situation hatten. Natürlich fielen damals auch allerhand kritische Worte, aber die meisten waren aufmunternd und respektvoll. Das begleitet mich, seitdem ich für den FSV Zwickau arbeite, und daran hat sich seitdem nichts geändert. Im Gegenteil: Fans und Verein sind noch näher beisammen, was sich auch an unserem Zuschauerschnitt, der bei knapp 5.400 liegt, widerspiegelt. Das gute Gespür der Fans ist unser Faustpfand, darauf sind wir besonders stolz. Und mit ihrer Wucht helfen sie der Mannschaft aus schwierigen Momenten heraus.“

Größter Handlungsbedarf: Schwäne suchen Stürmer

BLICK: Nach dem Abstieg 2023 bestand der Kader des FSV Zwickau im Sommer aus vier Spielern. Drei Jahre später sind es wiederum 19 Spieler, welche Trainer Rico Schmitt zur Verfügung stehen. Mit Sezer habt ihr aber nur einen etatmäßigen Stürmer unter Vertrag. Besteht dort der größte Handlungsbedarf?

Lenk: „Ja, das stimmt. Aber Cemal kam aus einer Verletzung zu uns und ist ohne größere Verletzung durch die Saison gekommen. Seine Tore waren wichtig, genau wie die von Eix und Zimbo. Allerdings werden uns diese beiden torgefährlichen Offensivspieler verlassen. Hier müssen wir schauen, dass wir diese Lücke mit einem adäquaten Ersatz geschlossen bekommen. Denn, wenn wir weiterhin Teil der Spitzengruppe bleiben möchten, brauchen wir zwei – im besten Fall sogar drei – Spieler, die in der Lage sind, zweistellig zu treffen. In dieser Saison haben wir von den ersten fünf Teams mit Abstand die wenigsten Tore geschossen. Das stellt die größte Stellschraube dar, an der wir arbeiten müssen. Mittlerweile sind wir in der Lage, aktiv auf Spieler zuzugehen, die wir gern zu uns holen möchten. Was allerdings nicht passieren wird, ist, dass wir Positionen vorschnell besetzen. Denn der Transfermarkt fängt jetzt erst richtig an zu arbeiten.“

BLICK: Zurück auf den Platz und zum Toreschießen: Auf der einen Seite stimmt das natürlich, auf der anderen hat der FSV Zwickau in dieser Saison sieben seiner 19 Siege mit 1:0 für sich entschieden – und mit Eixler, von Baer, Haubner, Dobruna, Möbius, Prasse und Zimmermann erzielte immer ein anderer Spieler den siegbringenden Treffer. Was sagt das über Euch aus?

Lenk: „Dass wir eine extrem flexible und vielseitige Offensive haben, die sich schwer berechnen lässt. Wir haben in der letzten Saison damit begonnen, unseren Kader breiter aufzustellen, und konnten das in dieser Spielzeit nahtlos fortsetzen. Wenn ich die letzten Ligaspiele hernehme, dann wurden diese von, wie Rico es immer bezeichnet, unserem Backup-Team entschieden. Generell hat das in dieser Saison recht gut funktioniert. Die Ausfälle, die wir hatten, konnten wir immer gut kompensieren. Und wenn der Stürmer Ladehemmung hat, knipst eben auch mal ein Verteidiger.“

FSV Zwickau bestreitet internationales Testspiel in der goldenen Stadt

BLICK: Wir werfen einen Blick in die neue Saison: Wann geht es für die Schwäne los? Wie sieht der Sommerfahrplan aus?

Lenk: „Mit 19 Spielern, die bei uns unter Vertrag stehen, sind wir in einer relativ komfortablen Situation. Die meisten davon kennen den Verein schon mindestens zwei Jahre. Das heißt, wir wissen, was wir voneinander haben und was wir erwarten können. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Der Trainingsauftakt ist am 22. Juni und hinsichtlich des Sommerfahrplans nur so wenig. Wir werden – wie in den vergangenen Jahren auch schon – Testspiele gegen kleine Vereine im Zwickauer Land durchführen, und alle FSV-Fans sollten sich den 17. Juli rot im Kalender anstreichen, denn dann bestreiten wir ein internationales Testspiel in der goldenen Stadt.“

BLICK.de dankt für das ausführliche und aufschlussreiche Interview und wünscht bis zum Trainingsauftakt für die Regionalliga-Saison 2026/27 eine erholsame Sommerpause!

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