Jubel und Sprachlosigkeit: Handwerksbetrieb spendet Brennwerttherme für Feuerwehrverein in Zwickau

Zwei Tage Arbeit und viel Herz: Wie ein Handwerksmeister aus Zwickau zusammen mit seinem Sohn einen Feuerwehrverein unterstützt und dabei eine wichtige Lektion über Zusammenhalt weitergibt.

Zwickau, OT Rottmannsdorf

Manchmal beginnt etwas Großes mit einer einfachen E-Mail...

Ein kalter Wintermorgen in Rottmannsdorf. Im Vereinsheim der Feuerwehr knistert der alte Kachelofen, doch seine Wärme reicht kaum über den Aufenthaltsraum hinaus. Die Toiletten bleiben kalt, in anderen Räumen droht Frost – und in den Wintermonaten steht das Gebäude oft leer.

Dem jungen Feuerwehrverein mangelte es nicht an Engagement oder Ideen. Was fehlte, war schlicht eine funktionierende Heizung.

Dann erreichte eine E-Mail Jörg Kiesbauer.

Der Handwerksmeister aus der Region musste nicht lange überlegen. Gemeinsam mit seinem Sohn – gleichzeitig sein Auszubildender – installierte Jörg Kiesbauer eine neue Brennwerttherme im Vereinsheim.

Damit bekam der Verein nicht nur eine moderne Heizlösung. Es entstand auch ein sichtbares Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Handwerksbetrieb und Feuerwehr zusammenhalten.

„Wir glauben daran, dass lokale Vereine und Unternehmen sich gegenseitig unterstützen sollten“, sagt Jörg Kiesbauer. „Sie sind wichtig füreinander.“

Ein Vereinsheim, das im Winter fast stillstand

Bis vor kurzem sah der Alltag im Vereinsheim ganz anders aus.

Ein einzelner Kachelofen im Aufenthaltsraum musste über Tage hinweg angeheizt werden, um überhaupt etwas Wärme ins Gebäude zu bringen. Toiletten, Nebenräume und der Hausanschlussraum blieben unbeheizt. Im Winter wurde sogar das Wasser abgestellt, um Frostschäden zu vermeiden.

„Eine Nutzung des Gebäudes war in den Wintermonaten eigentlich kaum möglich“, erinnert sich Vereinsvertreter Thomas Grimm.

Zwei Tage Arbeit – und eine wichtige Lektion

Für Jörg Kiesbauer war der Einsatz mehr als nur ein Auftrag.

An seiner Seite arbeitete sein Sohn, der bei ihm in der Ausbildung ist.

„Mir war wichtig, dass mein Sohn lernt, wie wichtig das Miteinander ist – auch außerhalb des Geschäfts“, erklärt Jörg Kiesbauer.

In zwei Tagen installierten sie das Brennwertgerät, die Abgasanlage und die Gasleitung. Der Verein hatte bereits Vorarbeit geleistet.

Freude, Jubel und ein wenig Sprachlosigkeit

Als die Unterstützung bekannt wurde, war die Reaktion im Verein eindeutig.

„Freude, Jubel, Ungläubigkeit und Sprachlosigkeit“, beschreibt Thomas Grimm die Stimmung.

Eine neue Gastherme war lange ein Wunsch gewesen. Doch für den jungen Verein, gegründet 2022, fehlten bislang die finanziellen Mittel.

Umso größer war die Überraschung, als das Projekt innerhalb von nur zwei Monaten Realität wurde.

Wärme schafft neue Möglichkeiten

Mit der neuen Heizungsanlage verändert sich nun vieles.

Das Vereinsheim kann erstmals ganzjährig genutzt werden. Veranstaltungen, Treffen und Vermietungen sind jetzt auch im Winter möglich.

Geplant sind bereits neue Ideen: ein Public Viewing zur Fußball-WM, Adventsbasteln für Kinder und eine Seniorenweihnachtsfeier.

„Die Gastherme bedeutet für uns Sicherheit, Flexibilität und eine enorme Weiterentwicklung“, sagt Thomas Grimm.

Wenn aus Hilfe Gemeinschaft wird

Der Feuerwehrverein setzt bewusst auf regionale Zusammenarbeit. Brötchen kommen vom Bäcker im Ort, Fleischwaren vom Direktvermarkter nebenan, und bei Renovierungen helfen Handwerker aus der Region.

Gerade kleine Vereine stehen finanziell oft allein da.

„Das Miteinander vor Ort ist enorm wichtig – am Ende profitieren alle davon“, sagt Thomas Grimm.

Eine Botschaft, die weiterträgt

Der Feuerwehrverein Rottmannsdorf ist noch jung – gegründet 2022. Doch er wächst schnell.

Aus zwölf Gründungsmitgliedern wurden innerhalb weniger Jahre fünfmal so viele. Heute engagieren sich bereits fast zehn Prozent der Bewohner des Ortsteils im Verein.

Für Jörg Kiesbauer zeigt diese Geschichte vor allem eines: Wenn Menschen füreinander einstehen, entsteht mehr als Hilfe. Es entsteht Gemeinschaft...

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