Kann der FSV Zwickau die HFC-Siegesserie stoppen?

Die Schwäne gastieren am Freitagabend bei der formstärksten Mannschaft der Regionalliga-Nordost. Der Hallesche FC hat seine letzten sieben Spiele allesamt gewonnen.

Zwickau

Mit ambitionierten Auswärtsaufgaben kennt sich der FSV Zwickau aus. So waren die Schwäne die erste Mannschaft in dieser Saison, welche gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig gewinnen konnte. Der Hallesche FC hat zwar schon zwei Heimniederlagen auf dem Konto, ist aber seit mittlerweile elf Spielen ungeschlagen. Die letzten sieben davon gingen allesamt an den HFC. FSV-Trainer Rico Schmitt weiß, was am Freitagabend um 19 Uhr im „Chemie-Leuna-Stadion“ auf seine Mannschaft zukommt: „Topspiel – Zweiter gegen Fünfter! In Halle warten ein Gegner mit Drittligaformat sowie eine hitzige Atmosphäre auf uns. Wir müssen uns wieder aufs Fußballspielen fokussieren.“ Und verwies dabei auf das „zähe Heimspiel“ gegen Hertha Zehlendorf.

Die zwei verschiedenen Halbzeiten des FSV Zwickau

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele des FSV Zwickau. Eine Halbzeit agieren die Schmitt-Schützlinge zumeist konzentriert, mutig, erfolgreich, in der anderen wiederum lassen sie all das vermissen. Beim glücklichen 1:0-Arbeitssieg gegen Zehlendorf war das erneut der Fall. Nach dem frühen Führungstreffer von Veron Dobruna verloren die Schwäne gegen das Schlusslicht den Spielfaden – und fanden diesen nicht mehr. Hinsichtlich der zwei verschiedenen Halbzeiten sind sich die Protagonisten einig: „Wir wollen immer 100 Prozent geben, ich weiß nicht, woran das liegt“, sagte Vorlagengeber Sandro Sengersdorf nach der Partie. Lucas Hiemann, der zum zehnten Mal in dieser Spielzeit seinen Kasten sauber halten konnte, betonte in Hinblick auf das nächste Spiel: „Wir haben mit Halle noch eine Rechnung aus dem letzten Jahr offen, aber mit so einer Leistung werden wir dort nicht weit kommen.“

Und ebenso FSV-Sportdirektor Robin Lenk schlägt in dieselbe Kerbe und konstatierte: „Wir wissen, dass wir gegen Halle einiges besser machen müssen. Ansonsten werden wir wieder mit leeren Händen nach Hause fahren.“ In der letzten Saison verloren die Schwäne mit 0:2 beim HFC.

FSV-Verteidiger Somnitz gibt grünes Licht aus dem Maschinenraum, aber noch nicht bei der Vertragsverlängerung

Aus diesem Grund stand vor dem Topspiel – neben intensiven Trainingseinheiten – außerdem eine ausführliche Video-Analyse auf der Agenda. Maximilian Somnitz sagte diesbezüglich: „Wir haben den dreckigen Heimsieg noch einmal akribisch ausgewertet und einzelne offensive wie defensive Spielsituationen genauer angeschaut“, sagte der 22-jährige Innenverteidiger, der in dieser Saison bereits sechs Tore erzielt hat, und gab zudem grünes Licht aus dem Zwickauer Maschinenraum: „Wir haben an den Stellschrauben gedreht und unser Motor ist ordentlich geölt. Wir sind bereit für den HFC.“ Über seinen im Sommer auslaufenden Vertrag wollte der gebürtige Berliner allerdings noch keine Auskunft geben.

FSV-Trainer Schmitt stehen für den Ausflug an die Saale – bis auf Gabriel Figurski Vieira und Daniel Hauber – alle Kicker zur Verfügung. Bei „Haube“ wiederum gibt es positive Nachrichten zu vermelden: Der 27-Jährige ist seit Montag wieder in Zwickau und soll spätestens in zwei Wochen wieder vollumfänglich ins Mannschaftstraining einsteigen.

Hallescher FC: Team der Stunde & seine foxteufelswilden Fans

Der Hallesche FC ist mit sechs Siegen in die Saison gestartet. Nach dem 0:0 am siebten Spieltag gegen die BSG Chemie Leipzig folgte der Bruch und es setzte drei Niederlagen hintereinander. Eine unter anderem gegen den FSV Zwickau. Seit dem 15. Spieltag hat das Team von Robert Schröder aber kein Spiel mehr verloren, zuletzt gelangen sogar sieben Siege in Serie, wodurch sich der HFC – als bis dato beste Rückrundenmannschaft – pünktchenweise Tabellenführer 1. FC Lokomotive Leipzig näherte. Aktuell beträgt der Rückstand acht Zähler, dazu steht das direkte Duell noch aus. Weil der Punkteabstand nach dem Negativlauf in der Hinrunde allerdings zu groß erschien, reichte der Hallesche FC überraschenderweise keine Zulassungsunterlagen für die 3. Liga ein. Beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC äußerten sich die Hallenser Ultras via Spruchbändern eindeutig zu diesem Thema. Mit der Folge, dass Vereinspräsident Dr. Jürgen Fox – nach Gesprächen mit seinen Vorstandskollegen und persönlicher Abwägung – mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärte.

Torhungrigste Rückrundenmannschaft

Die HFC-Kicker blieben von der aufgewühlten Atmosphäre innerhalb des Vereins unbeeindruckt und drehten am Wochenende einen 0:1-Rückstand gegen den BFC Preussen in einen 3:1-Auswärtssieg um. In der Rückrunde stehen bereits beachtliche 19 erzielte Treffer zu Buche, die meisten davon resultierten aus Standardsituationen. Die Torjäger des Teams von der Saale sind Niclas Stierlin, der jüngst einen Dreierpack bei Hertha Zehlendorf schnürte, und Malek Fakhro mit jeweils sieben Toren. Die meisten Vorlagen oblagen bisher Julien Damelang mit sechs. Eine weniger gab Jan Löhmannsröben, der nicht mehr im defensiven Mittelfeld agiert, sondern als Rechtsverteidiger. Der 34-Jährige bildet zusammen mit Burim Halili, Pascal Schmedemann und Kilian Zaruba – allesamt etatmäßige Innenverteidiger – die Viererkette. Und diese ist durchaus anfällig, vor allem wenn der Gegner eine schnelle, dynamische Spielweise hat. „Wir sind gut vorbereitet und wissen um die Hallenser Stärken und Schwächen“, so Schmitt. In den letzten drei Spielen musste HFC-Schlussmann Sven Müller jeweils einen Gegentreffer hinnehmen.

Gute Erinnerungen an das Hinspiel

Im Hinspiel gerieten die Schwäne in der 36. Minute vor 7.070 Zuschauern in der „GGZ-Arena“ in Rückstand. Den Führungstreffer der Hallenser, den Fakhro einköpfte, egalisierte Lukas Eixler mit dem Pausenpfiff. Nach einer guten Stunde besorgte Theo Martens mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumgrenze den umjubelten Siegtreffer. Kann der FSV Zwickau auch in Halle jubeln und damit dessen Siegesserie stoppen?

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