Kleiner Mann ganz groß: Dani Pedrosa feiert seinen 40. Geburtstag

Dreimaliger Weltmeister ist bekennender Sachsenring-Fan

Sachsenring

Am heutigen 29. September vor 40 Jahren erblickte Daniel "Dani" Pedrosa das Licht der Welt. Der kleine Spanier ist mit drei Weltmeister-Titeln und 54 Grand-Prix-Siegen, davon 31 in der Königklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft "MotoGP", einer der erfolgreichsten Rennfahrer der Geschichte. Viele seiner Erfolge hatte er auf dem Sachsenring gefeiert und darüber hinaus ist er auch mit einer kuriosen Einlage hier in guter Erinnerung.

 

In jungen Jahren schon erfolgreich

Daniel Pedrosa wurde an besagtem 29. September 1985 in Sabadell in der spanischen Provinz Barcelona geboren. Schon früh schlug sein Herz für den Motorrad-Rennsport und über Mini-Bikes sowie den spanischen MoviStar Junior Cup wurde der Ex-Rennfahrer und gewiefte (Honda-)Manager Alberto Puig auf ihn aufmerksam. Nachdem Daniel Pedrosa in weiteren spanische Rennserien überzeugen konnte, schmiss er die Schule und verfolgte sein Ziel, Profi-Rennfahrer zu werden, konsequent weiter.

2001 war es dann soweit und er debütierte als 15-Jähriger in der Klasse bis 125 ccm in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Sein Aufstieg ging ebenso rasant weiter, denn schon beim zweiten Saisonrennen in Welkom in Südafrika fuhr er als 13. erstmals in die Punkteränge. Bei seinem darauffolgenden Heim-Grand-Prix in Jerez de la Frontera schaffte er als Zehnter sein erstes Top-10-Ergebnis und später in Valencia sowie im japanischen Motegi gelangen ihm als jeweils Dritter noch in seiner Premieren-Saison seine ersten beiden Podestplätze.

 

Karriere nahm weiter ihren Lauf

Spätestens ab da war sein erster Grand-Prix-Sieg nur noch eine Frage der Zeit und bei der Dutch TT in Assen 2002 war es dann tatsächlich soweit. Mit seinen 16 Jahren und 273 Tagen gehört er bis heute zu den jüngsten Grand-Prix-Siegern der Geschichte.

Wiederum in Motegi und in Valencia schob er in jenem Jahr zwei weitere GP-Siege nach und beendete die Saison, nach Endrang acht 2001, als WM-Dritter.

2003 wurde fünf Mal ihm zu Ehren die spanische Nationalhymne gespielt und am Jahresende feierte er seinen ersten Weltmeister-Titel.

Der Aufstieg in die 250-ccm-Klasse war ohnehin schon beschlossen, wobei ihm mit dem WM-Titel gleich in seinem ersten Jahr in der Viertelliter-Kategorie ein weiterer ganz großer Coup gelang. Das schafften außer ihm nur wenige Rennfahrer.

 

Kleiner Mann ganz groß

Nach der erfolgreichen Titelverteidigung 2005 war der nur 1,58 Meter große und inzwischen nur noch Dani (Pedrosa) genannte Rennfahrer in der Königsklasse MotoGP angekommen und stand auch hier seinen Mann. Im Repsol Honda (Werks-)Team schaffte er in Shanghai und im britischen Donington Park auch sogleich seine ersten beiden GP-Siege. Zusammen mit sechs weiteren Podestplätzen wurde er am Ende auf Gesamtrang fünf notiert.

2007 wurde er hinter dem Ducati-Ass Casey Stoner Vize-Weltmeister, nach zwei dritten WM-Endrängen 2008 und 2009 ebenso 2010 hinter seinem Landsmann Jorge Lorenzo auf Yamaha. Auch 2012 sprang für ihn hinter Jorge Lorenzo "nur" der Vize-Titel heraus und auch danach reichte es für ihn nicht zum WM-Titel in der MotoGP. Dennoch wurde er auch in den Jahren von 2013 bis 2017 mit weiteren Grand-Prix-Siegen WM-Dritter oder -Vierter, mit der Ausnahme 2016, als er mit Endrang sechs vorliebnehmen musste.

2018 erlebte er mit fünf Nullern und nur noch vergleichsweise mittelmäßigen Ergebnissen kein einziges Podium und nur WM-Endrang elf.

Schon während der Saison hatte der damals 32-Jährige bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Motorrad-Grand-Prix von Deutschland auf dem Sachsenring seinen Rücktritt zum Saisonende erklärt.

 

Besondere Beziehung zum Sachsenring

Ungeachtet dessen hatte er zum sächsischen Grand-Prix-Kurs ohnehin eine besondere Beziehung. "Ich erinnere mich an damals", sagte er Jahre später bei einem Show-Event im Schnee in Österreich. Und weiter: "Der Sachsenring lag mir irgendwie. Viele haben über die vielen Linkskurven geschimpft, aber ich mochte den Sachsenring. Es ist immer hilfreich wenn man sich auf einer Strecke wohlfühlt, und die Stimmung war dort sowieso immer hervorragend."

Untermauert wird seine Aussage von seinen Erfolgen auf dem Sachsenring. 2004, im Jahr seines Debüt-Sieges bei den 250ern, gelang ihm hier sein erster Sieg auf der Kult-Rennstrecke vor den Toren Hohenstein-Ernstthals.

2005 das gleiche Prozedere - Sieg am Sachsenring und am Saisonende wieder Weltmeister

In seinem zweiten MotoGP-Jahr 2007 gewann er am Sachsenring erneut. So auch 2010, 2011 und 2012. 2013 begann dann die Sachsenring-Siegesserie seines Honda-Teamkollegen und Landsmannes Marc Marquez.

Für das Drehen der schnellsten Rennrunden wurde ihm 2006, 2007, 2009, 2010, 2011 und 2012 der dafür ausgelobte "Goldener Sachsenring" verliehen.

Vor dem Regenrennen der Moto2 und MotoGP 2008 hatte der Franzose Mike Di Meglio die schnellste Rennrunde des Tages gedreht. Im MotoGP-Rennen flog Dani Pedrosa Ende Start/Ziel ab, woraufhin seine Honda in den Fangzaun oberhalb der Leitplanke und Airfence einschlug.

 

Nach Rücktritt Karriere verlängert

Sein Abschied vom Rennsport Ende 2018 währte jedoch nur kurz, denn für das Jahr 2019 wurde er vom österreichischen Hersteller KTM als Testfahrer für deren MotoGP-Projekt verpflichtet. Mit Erfolg, wie sich bald herausstellte.

2021 und 2023 kam er als Testfahrer zu vereinzelten Wild-Card-Einsätzen, wobei er 2023 den Vogel abschoss, als er wenige Tage vor seinem 38. Geburtstag beim Grand Prix im italienischen Misano das Establishment kräftig durcheinander wirbelte und sensationell Vierter wurde. Und zwar nur 4,481 Sekunden hinter dem Sieger Jorge Martin und nur 0,669 Sekunden hinter dem Drittplatzierten, dem späteren Weltmeister Francesco "Pecco" Bagnaia.

Ein noch besseres Ergebnis erzielt er 2024 in Jerez, indem er im Sprintrennen am Samstag, nach einigen Strafen, als Dritter gewertet wurde.

In diesem oder im nächsten Jahr hofft er noch auf einen weiteren Einsatz. Es wäre sein 300. Grand Prix insgesamt sowie sein 222. in der Königsklasse

 

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