Kunst mit Treppe und Sachsenring-Blick: Oberlungwitz ist jetzt Teil des „Purple Path“

Kurz vor Weihnachten hat Oberlungwitz ein Kunstwerk bekommen, welches nicht nur zum Anschauen da ist.

Oberlungwitz

Insgesamt 38 Kommunen sind Teil des „Purple Path“, der als Projekt für das Umland ein wesentlicher Baustein des Chemnitzer Kulturhauptstadtjahres ist. Als vorletzter Ort hat nun auch Oberlungwitz sein Kunstwerk bekommen, wobei es sich eher um Handwerks- oder Angewandte Kunst handelt.

Wenn Kunst neue Perspektiven eröffnet

Denn „Twisted Peek“, was man mit „Verdrehter Späher“ oder auch „Verdrehte Aussicht“ übersetzen könnte, ist viel weniger abstrakt als andere Werke des „Purple Path“ und sogar praktisch nutzbar.

Kompromisse machen Kunst begehbar

Denn der hölzerne Hochstand, der immerhin rund sechs Meter hoch sind, kann als Aussichtsplattform genutzt werden. Doch dafür muss nicht nur ein knapper Kilometer vom Weidenweg am Ortsrand gelaufen, sondern auch noch eine Treppe hinaufgestiegen werden. Jene war durchaus eine Herausforderung. „Wir mussten einige Kompromisse machen“, sagt Toni Bettermann, der zusammen mit Dominik Mendel unter dem Firmennamen „Rotmilan“ Kreatives und Individuelles aus Holz bauen.

Metalltreppe statt Holzleiter

Ursprünglich hatte ihr Ausguck eine rustikale Leiter wie bei Jägerhochständen. Doch die entsprechen eben nicht den Bauvorschriften, die für ein begehbares Projekt im öffentlichen Raum gelten. Auch aus finanziellen Gründen wurde es schließlich ein Metalltreppe, über deren Stimmigkeit mit dem Turm durchaus diskutiert werden kann. Auch bei der Statik oder dem Thema Blitzschutz wurde deutlich, dass auch für Kunst Regeln gelten.

Die Stadtverwaltung half fleißig mit

Oberlungwitz musste lange Geduld haben, denn zwischenzeitlich stockte das Vorhaben. Die Stadtverwaltung half aber kräftig bei Planungen und Anträgen mit. Der Bauhof packte dann zusammen mit den Künstlern und Mitarbeitern von Heyne Holz aus Hohenstein-Ernstthal bei Fundamenten und Aufbau mit an. „Wir freuen uns, dass wir ein Teil sein dürfen“, sagt Bürgermeister Thomas Hetzel mit Blick auf den „Purple Path“. Das Interesse daran spürt auch die Stadt, die laut Hetzel schon vor der Fertigstellung des „Twisted Peek“ regelmäßig Anfragen von Kunstinteressierten bekam.

Bezug zum ADAC-Turm und zum bunten Chemnitzer Schornstein

Der Standort am Wanderweg in Richtung Erlbach-Kirchberg ermöglicht schöne Fernsichten und den Bezug zum Sachsenring. Jenen wollte „Purple Path“ – Kurator Alexander Ochs auf jeden Fall herstellen. „Ich werde mir auch ein Rennen anschauen“, versicherte der Kunstexperte, den Bilder der waghalsigen Sachsenring-Hochsitze früherer Jahrzehnte zu dem Kunstwerk animierten. Die Farbe Gelb wurde gewählt, weil sie auch am ADAC-Turm am Sachsenring und am bunten Chemnitzer Schornstein erstrahlt. Beide sind vom „Twisted Peek“ aus zu sehen.

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