Marc Marquez nun alleine „King vom (Sachsen-)Ring“

Über eine viertel Million Menschen verfolgten in diesem Jahr den Motorrad Grand Prix von Deutschland live vor Ort

Sachsenring

Der diesjährige LIQUI MOLY Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring ist Geschichte und wurde nach offiziellen Angaben an den drei tollen Tagen von Freitag bis Sonntag von 256.441 Fans live vor Ort besucht.

Damit vermeldete man zum vierten Mal in Folge einen Rekordzahl für den neuen Sachsenring. Und das, obwohl man ein wenig mit suboptimalen Begleitumständen, wie dem Termin inmitten der Schulferien in Sachsen, dem besonders am Samstag sehr durchwachsenen Wetter inklusive wenig optimistischer Prognosen für den Rennsonntag und dem Comeback des direkten Mitbewerbers Motorrad Grand Prix von Tschechien in Brno am kommenden Wochenende, zu kämpfen hatte.

Neue Rekorde lagen in der Luft …

Klar, dass auch beim 38. Motorrad-WM-Lauf auf dem Sachsenring (alter und neuer) bzw. dem elften von 22 Läufen zur Motorrad-Weltmeisterschaft 2025 die Top-Klasse MotoGP der weltbesten Motorrad-Straßenrennfahrer im Mittelpunkt des Interesses stand. Und hierbei richteten sich die meisten Augen auf den Spanier Marc Marquez. Der achtfache Weltmeister hätte bei seinem 200. MotoGP-Rennen den 69. Triumph in der Premium-Klasse feiern und damit den Rekord-Weltmeister und -Grand-Prix-Sieger Giacomo Agostini überholen können. Zuvor stand er zusammen mit dem Italiener auf der zweiten Stufe. Rekordhalter mit Siegen in der Premium-Klasse ist und bleibt noch Valentino Rossi mit deren 89.

Ebenso stand sein klassenübergreifender zwölfter Sieg am Sachsenring im Raum. Auch in dieser Statistik lag er mit „Ago“ gleichauf. Allein vorn lag der (noch) erfolgreichste Fahrer aller Zeiten in Sachen meiste Siege in der Königsklasse auf einer Rennstrecke. Im finnischen Imatra stand er zehn Mal auf dem obersten Treppchen, Marquez auf dem Sachsenring bisher „nur“ neun Mal.

Nachdem sich der siebenfache Saisonsieger Marc Marquez die Pole Position des Trainingsschnellsten sowie seinen zehnten von elf möglichen Siegen im Samstag-Sprintrennen gesichert hatte, zweifelte kaum noch jemand im weiten Rund daran, dass der 13. Juli 2025 ein Tag neuer Rekorde werden würde.

… und wurden schließlich Gewissheit

Und so kam es dann auch. Beim Start zum (Haupt-)Rennen übernahm der Ducati-Werkspilot umgehend die Führung, baute sie rasch ein wenig aus und verpasste schließlich per Solo-Fahrt allen vorher genannten Rekorden ein „Upgrade“.

Das Rennen verkam dabei zu einer Sturz-Orgie, denn acht der 18 gestarteten Fahrer schieden mit Boden-Kontakt bzw. Kies-Bekanntschaft aus. Hinter Marc Marquez auf Platz zwei liegend, stürzte zunächst der Italiener Fabio di Giannantonio in der 18. von 30 Runden. Drei Umläufe später ereilte den neuen Zweiten, den weiteren Italiener Marco Bezzecchi auf ähnliche Art und Weise das gleiche Schicksal.

Wenngleich die in der WM auf den Plätzen zwei und drei liegenden Alex Marquez, der jüngere Bruder von Marc, und Francesco „Pecco“ Bagnaia jeweils in Schlagdistanz zu den bestplatzierten Sturzopfern lagen und sie sicherlich noch versucht hätten, denen das Leben in Sachen Podest schwer zu machen, kamen sie halt kampflos in den Genuss der Siegerzeremonie – Alex Marquez bei seinem 100. MotoGP-Wettbewerb trotz Handverletzung als Zweiter und Pecco Bagnaia als Dritter.

Hinter den drei Ducati-Treibern wurde der Yamaha-Pilot Fabio Quartararo aus Frankreich Vierter und der weitere Spanier und weitere „Ducatisti“ Fermin Aldeguer Fünfter. Die weiteren in den Top-10 Platzierten weil Zielankömmlinge waren Luca Marini (ITA, Honda), Brad Binder (RSA, KTM), Jack Miller (AUS, Yamaha), Raul Fernandez (ESP, Aprilia) und Alex Rins (ESP, Yamaha).

Enge Rennen, davon eins mit abruptem Ende

Deutlich spannender ging es im Rennen der „Mittelklasse“ Moto2 zu. Rundenlang lagen der Türke Deniz Öncü und der Belgier Barry Baltus an der Spitze und der Brite Jake Dixon mit marginalem Rückstand auf Platz drei. Auch dahinter war der Drops längst nicht gelutscht, doch nach einem weiteren, jedoch folgenreicheren Sturz (beschädigte Airfences) wurde das Rennen in der 21. von 25 geplanten Runden abgebrochen und mit dem Stand der 20. Runde gewertet. Damit blieben die sicherlich geplanten Schlussattacken leider aus und die Podestplätze wurden wie beschrieben bezogen.

Der WM-Spitzenreiter Manuel Gonzalez vom Team LIQUI MOLY Dynavolt IntactGP aus Memmingen landete bei seiner Aufholjagd von anfangs Platz 18 nach der Startrunde schlussendlich auf Platz vier. Damit war er sogar der große Gewinner gegenüber seinem schärfsten WM-Widersacher Aron Canet. Für den Spanier war Rang sieben das Ende der Fahnenstange.

Einen semi-deutschen Sieg gab es im Rennen der Moto3 zu bejubeln. Im typischen Kampf einer mehrköpfigen Spitzengruppe setzte sich nach den planmäßigen 23 Rennrunden der Spanier David Munoz knapp durch und beglückte als Teil des Teams LIQUI MOLY Dynavolt IntactGP so die Allgäuer Truppe bei ihrem Heimrennen. Hinter ihm kamen seine Landsleute Maximo Quilles und der klare WM-Spitzenreiter Jose Antonio Rueda ins Ziel.

Deutscher Sieg in Rahmenklasse durch Erzgebirger Robin Siegert

Mit ebenfalls einer breit gefächerten Spitzengruppe verlief das zweite Rennen des Wochenendes des Red Bull MotoGP Rookies Cup. Dieses wurde zum Asia-Day, denn es gewann der Indonesier Veda Pratama vorm Japaner Zen Mitani und Yaroslav Kargushin aus Kirgistan.

Während der Red Bull MotoGP Rookies Cup den Schluss-Punkt hinter das diesjährige MotoGP-Wochenende auf dem Sachsenring setzte, hatte die zweite Rahmenklasse im Programm, der Northern Talent Cup (NTC), den Schlusstag eröffnet. Ihre Teilnehmer inklusive zwei Teilnehmerinnen hatten nach ihrem Abbruch-Regenrennen gestern erneut das zweifelhafte Vergnügen, auf noch nasser Strecke um den Sieg, die Podestplätze sowie Meisterschaftspunkte zu kämpfen.

Gestern gab es einen deutschen Dreifacherfolg durch Fynn Kratochwil, vor Robin Siegert aus (Pockau-)Lengefeld sowie Smilla Göttlich aus Eibau, die als Gaststarterin erstmals im NTC dabei war. Spielte am Samstagnachmittag wegen des Abbruchs noch Glück eine entscheidende Nebenrolle, war heute in der sechsköpfigen Spitzengruppe taktisches Geschick gefragt. Eingangs der letzten Rennrunde schnappte sich Robin Siegert vier Gegner auf einmal und übernahm mit diesem Geniestreich die Spitze, die er bis zur Ziellinie nicht mehr abgab. Da der Österreicher Tobias Kitzbichler vor Fynn Kratochwil Zweiter wurde, gab es zumindest ein rein deutschsprachiges Podest. Smilla Göttlich wurde Neunte und Anina Urlaß aus Hohndorf Elfte.

Augen richten sich bereits auf 2026

Im Zuge des diesjährigen GP konnte bereits der Termin fürs nächstjährige Fest bekanntgegeben werden. Dieses steigt am gleichen Wochenende, konkret vom 10. bis 12. Juli. 2026. Zugleich wurde bereits wieder der Ticketvorverkauf (Online unter adac.de/motogp) gestartet.

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