Mit Materialmix zum Master of Arts

Leute heute Zwickauerin Sara Linke schafft Spagat zwischen Fetisch und gehobenem Outfit

Sachsenweit erfreuen sich derzeit Lernende und Lehrende ihrer Schul- oder Semester-Ferien. Doch für einige sind diese Tage Prüfungszeit. So für die Studenten der Westsächsischen Hochschule, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg, Studienrichtung Modedesign. Unter den insgesamt sechs Master-Anwärtern war auch eine Zwickauerin. "Angefangen, mich für Mode zu interessieren? Wenn man das so sagen kann, im Kindergarten - sobald es ums Basteln von Kostümen oder Ausmalen ging. Ich habe da schon immer alles verändert, meinen eigenen Stil gesucht und umgesetzt", erinnert sich Sara Linke. "Für mich selbst habe ich nie etwas geschneidert. Ich wollte immer andere anziehen, ihnen etwas Passendes, teils Außergewöhnliches auf den Leib schneidern", stand die Berufung zur Mode-Designerin zeitig fest. "Später kam mir die künstlerische Ausbildung am Clara-Wieck-Gymnasium natürlich entgegen. Viel gelernt habe ich auch im Praktikum beim französischen Label Ella Luna (Ornella Haddad) in Paris", beschreibt die 23-Jährige einen Teil ihres Werdegangs. Vielleicht hat sie sich an der Seine auch vom Trend zum ausgefallenen Materialmix inspirieren lassen. Denn Sara Linke überzeugte zu ihrer Masterprüfung die Jury mit ihrer Kollektion "Obsessiv" - einer "gestalterischen Top-Leistung von gewagten wie gekonnt genutzten Flächen und gänzlich neuer Materialästhetik, umgesetzt in einer völlig neuen Idee", wie es Studienrichtungsleiterin Professor Dorette Bárdos umriss. Für das Experiment, verschiedene Materialien als Spitze zu verarbeiten und mit Latex zu kombinieren, den Spagat zwischen Anmut, Erotik, Tragbarkeit und Fetisch gekonnt umgesetzt zu haben, gab es am Ende die Abschlussnote Eins. "Ein tolles Geburtstagsgeschenk!", freute sich die frisch gebackene" Master of Arts - Modedesignerin, "denn Ende Juli werde ich 24." Wer neugierig auf diese Modelle geworden ist, sollte sich die Mercedes Fashion-Night am 24. September vormerken. msz/unh