Ritterturnier und altes Handwerk: Das bietet das Wochenende auf Schloss Hartenstein

Besucher der Schlossruine gehen auf Zeitreise

Hartenstein

Der typische Geruch von offenem Feuer liegt in der Luft, das rhythmische Hämmern eines Schmieds hallt von den alten Mauern wider und plötzlich steht man einem Ritter in voller Rüstung gegenüber: wer am Wochenende die Schlossruine Hartenstein betritt, verlässt das Hier und Jetzt. Beim 15. Hartensteiner Heer- und Ritterlager gibt es bis Sonntag echtes Mittelalterflair zu erleben. Über 120 Darsteller in authentischen Gewändern sind der Einladung der Compagnia degli Scoiattoli neri (Die Kompanie der schwarzen Eichhörnchen) gefolgt. Nachdem es heute die große Erstürmung und einige Trainings der Ritter gegeben hat, schließen sich übers Wochenende weitere Highlights an. Dazu zählt das Ritterturnier am Samstag ab 14 Uhr.

Auch junge Leute entfliehen dem Alltag

Sebastian Decker gehört zur Compagnia degli Scoiattoli neri. Der 24-jährige aus Lößnitz hatte schon immer Interesse am Mittelalterlichen, wie er sagt: „Dann bin ich irgendwann einen Schritt weiter gegangen und habe mich entschlossen, selbst in eine Mittelalterrolle zu schlüpfen. Ich habe verschiedene Darstellungen, einmal Ende 14./ Anfang 15. Jahrhundert und zum anderen Ende 15. Jahrhundert.“ Heute hat er einen Adligen Anfang des 15. Jahrhunderts dargestellt. „Ich bin jetzt nicht jedes Wochenende unterwegs, aber das, was es an Veranstaltungen in der Region gibt, nehme ich schon mit.“ Die Darstellung versuche man so realistisch wie möglich: „Man taucht in eine andere Welt ein und entflieht dem Alltag.“

Handwerk ist hautnah zu erleben

Ob Schmiedekunst, Hutmacherei, Töpferei, Keramik oder Schildbauwerkstatt im Rahmen des Heer- und Ritterlagers können Besucher verschiedene Handwerke entdecken. Darunter auch die traditionelle Zinngießerei. Christine Ramian und Thomas Schmidt aus Hof zeigen diese Handwerkskunst. „Wir waren letztes Jahr bei der 600-Jahr-Feier im vogtländischen Neumark dabei und dort ist der Veranstalter des Hartensteiner Heer- und Ritterlagers auf uns aufmerksam geworden und jetzt sind wir in Hartenstein dabei“, erzählt Thomas Schmidt. Gearbeitet wird mit der sogenannten „verlorenen Form“. Dahinter steckt ein Gießverfahren, bei dem die Gussform, in dem Fall ein Holzrahmen mit Sand gefüllt, nach dem Gießen zerstört wird, um das Gussteil zu entnehmen. Das Ganze ist zeitaufwendig, wie Thomas Schmidt weiß: „Wir sollten eigentlich Formbauerei heißen, denn das Formbauen dauert zirka 30 Minuten und das eigentliche Gießen wenige Sekunden.“

Besucher erleben mittelalterliches Flair hautnah

Besucher haben am Samstag 10 bis 19 Uhr die Möglichkeit in die mittelalterliche Welt einzutauchen. Am Sonntag ist das Gelände der Schlossruinie von 10 bis 13 Uhr für Besucher zugänglich. Für das leibliche Wohl ist in feinster Mittelalter-Manier gesorgt.

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