Nach Kulturhauptstadtjahr schon kaputt: Kontroverses Kunstwerk beschädigt

Hersteller soll Reparatur übernehmen

Limbach-Oberfrohna

Lange musste die Große Kreisstadt auf ihren Beitrag zum Purple Path warten. Als das "Delicious Monster" am 21. November der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war das Kulturhauptstadtjahr in Chemnitz fast schon Geschichte.

 

Künstlerin Hoda Tawakol hinter Werk

Geschaffen wurde es von der Künstlerin Hoda Tawakol. Diese hat franko-ägyptische Wurzeln, wurde 1968 in London geboren, wuchs in Paris auf und lebt heute in Hamburg.

 

Material und Darstellung

Sie schuf das aus glasfaserverstärktem Kunststoff gegossene Kunstwerk. Dieses soll auf die in deutschen Haushalten als Topfpflanze bekannte Monstera deliciosa hinweisen.

 

Historischer Bezug der Pflanze

"Die tropische Pflanze trägt essbare Früchte und wurde einst von kolonialen Pflanzenjägern aus Zentralamerika nach Europa verschleppt", heißt es auf der Stele nahe des Purple Path Beitrags.

 

Referenz an Strumpfindustrie

"Die einem Stoffgewebe ähnlichen, in Schwarz- und Rottönen gefärbten Oberflächen bilden eine Referenz zu einem der ehemaligen Zentren der europäischen Strumpfindustrie."

Kritik aus der Bevölkerung

Wirklich beliebt ist das Kunstwerk in der Bevölkerung bislang nicht. Gerd Härtig erklärte bei seiner Neujahrsansprache, dass man unzählige Schmähkommentare, teilweise auch sehr derber Natur, erhalten habe.

 

Beschädigung des Kunstwerks festgestellt

Der Oberbürgermeister musste allerdings auch noch einen weiteren Fakt bekannt geben: Seit letzter Woche ist das "Delicious Monster" nun auch noch kaputt. "Festgestellt haben dies die Bauhof-Mitarbeiter am Freitagmorgen", gab Stadtsprecherin Frances Mildner bekannt.

 

Regulierung durch Hersteller geplant

"Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Versicherungsfall handelt und rechnen mit einer Regulierung durch den Hersteller - also durch die Berliner Firma, die das Kunstwerk nach den Vorgaben von Hoda Tawakol gefertigt hat. Um alles Weitere kümmert sich jetzt die Kulturhauptstadt GmbH - wir haben es gemeldet und Bilder geschickt."

 

Austausch mit Kulturhauptstadt GmbH

BLICK.de fragte nach, wie der aktuelle Stand ist: "Wir sind über den Schaden am Kunstwerk mit der Stadtverwaltung Limbach-Oberfrohna im Austausch", erklärte Mareike Holfeld, Leitung Presse & Kommunikation. Auch auf erneute Nachfrage wurden keine weiteren Informationen gegeben.

 

Reparaturmaßnahmen angekündigt

"Wir haben inzwischen die Info, dass die Herstellerfirma den Schaden beheben wird, sobald die Witterung es zulässt", gab Frances Mildner heute bekannt. "Vermutet wird, dass der Kleber aufgrund der Kälte, wahrscheinlich schon am Tag des Aufstellens, keine stabile Verbindung eingehen konnte. Es ist geplant, dass ein Techniker die offenen Stellen mit Spanngurten vorübergehend fixiert. Dies soll verhindern, dass Wasser eindringt oder die Nähte noch weiter aufreißen."

 

Unbeliebtes Kunstwerk in trauriger Lage

Es sieht recht traurig aus, das "Delicious Monster", wie es da so zwischen den Schneeresten steht. Neben den Schmähungen rund um das Äußere kommt nun auch noch Häme wegen der Qualität der Arbeit obenauf.

Update vom 16. Januar

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass möglicherweise bislang Unbekannte den Purple Path Beitrag oberhalb der Jägerstraße zerstört haben.

Am Mittwoch wurden Beschädigungen an dem Kunstwerk oberhalb der Jägerstraße angezeigt. Einzelne Teile der Skulptur sind verbogen und stellenweise platzt die äußere Beschichtung ab. Diese Beschädigungen wurden vermutlich im Zeitraum von Neujahr bis vergangenen Sonntag beim Beklettern der aufgestellten Skulptur verursacht. Möglicherweise trug auch das Abbrennen von Pyrotechnik zur Beschädigung bei. Der entstandene Sachschaden muss erst noch abschließend ermittelt werden - ebenso offen ist, ob weitere Schäden aufgrund der Witterung entstanden sein könnten. Die Polizei hat vorsorglich die Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung aufgenommen.

Wer kann Angaben zu den Beschädigungen und deren Ursache machen? Ist der Zeitraum näher einzugrenzen? Hinweise dazu nimmt das Polizeirevier Glauchau unter der Telefonnummer 03763 640 entgegen.