Unlängst hat der Crimmitschauer Andreas Tödtloff nach zirka 60 Stunden filigraner Arbeit, nach seiner "Spinnerin" vom Crimmitschauer Markt, ein weiteres Unikat aus Pappmaché fertigstellen können, das es bis dato in Crimmitschau lediglich als Relief an der rechten Rathauswand zu sehen gab.
300. Geburtstag von David Friedrich Oehler als Anlass
Es handelt sich um eine Büste aus Pappmaché von David Friedrich Oehler, dessen 300. Geburtstag sich am 9. Dezember des vergangenen Jahres jährte. Sie hat übrigens eine Größe von 25 x 27 x 40 Zentimetern und ist zirka zwei Kilogramm schwer.
Zweites Modell mit historischem Bezug zu Crimmitschau
Für Andreas Tödtloff ist es das zweite Modell mit einem 100-prozentigen geschichtlichen Bezug zu Crimmitschau und das war ihm besonders wichtig. Seine im Sommer 2023 fertiggestellte "Spinnerin" (ebenfalls aus Pappmaché), so wie man sie auch auf dem Crimmitschauer Marktbrunnen im Original sehen kann, sollte keine Eintagsfliege bleiben.
Ein Bericht in der "Freien Presse", in dem der 300. Geburtstag von David Friedrich Oehler erwähnt wurde, war schließlich der Auslöser, diesen bekannten Crimmitschauer in einer Büste darzustellen.
Aufwendige Recherchen und wenige Vorlagen
Die notwendigen Recherchen, um das Ganze auch optimal gestalten zu können, gestalteten sich nicht gerade leicht, denn es gibt nur wenig Bildmaterial, auf das man zurückgreifen konnte, betont Tödtloff. Da kam ihm schließlich noch das Relief an der Rathauswand zugute, um zumindest die wichtigsten Proportionen entsprechend gestalten zu können.
Natürlich fertigte er auch für diese Arbeit verschiedene Skizzen mit diversen Maßangaben an, ehe er mit dem Grundgerüst begann. Dieses besteht, wie auch bei anderen von ihm gefertigten Projekten, aus Pappe und Karton.
Schicht für Schicht zur fertigen Büste
Ist das erst einmal geschafft, geht es mit dem Auftragen der angemachten Masse los - Schicht für Schicht, Abschnitt für Abschnitt und immer wieder mit genügend Zeit, damit das Material trocknen kann. Wie viel Zeitungspapier er insgesamt benötigte, lasse sich schlecht sagen. "Hierüber führe ich kein Buch", sagt Andreas schmunzelnd.
Schon im Laufe der Kopfgestaltung begann er parallel mit den ersten Arbeiten am Körper, also an der eigentlichen Büste. Unterschiedliche Blickwinkel bei der Betrachtung, aber auch unterschiedliche Lichteinwirkungen auf das Objekt sorgten immer wieder für Nachbesserungsbedarf.
Die Augen als besonderer Schwerpunkt
Ein ganz wichtiger Aspekt sei die Augenpartie. "Hier hilft mir immer wieder meine Erfahrung, aber auch eine gewisse Experimentierfreudigkeit weiter", betont Andreas Tödtloff.
"Gelingt etwas nicht, kann ich es einfach wieder abschaben und neu aufbauen, so etwas geht beim Schnitzen nicht!" Die Iris als nach innen gerichteter Kegel und zum Schluss ein aufgesetzter Stift als Glanzpunkt verleihen somit jedem Auge eine gewisse Lebendigkeit.
Mehrstufige Farbgestaltung mit Bronze-Effekt
Ehe die Oberflächengestaltung ihre bronzene Farbgebung erreicht, sind mindestens vier Arbeitsschritte notwendig. Mit fast schwarzer Farbe geht es los, ehe dann die Oberfläche mit Bronzefarbe und mattem Klarlack gestrichen wird. Zum Schluss wird noch Grünspanfarbe aufgetragen.
Ausstellung im Textilmuseum Crimmitschau
Die Büste kann man übrigens bis Mitte März zu den bekannten Öffnungszeiten in der Sonderausstellung zu Ehren von David Friedrich Oehler im Textilmuseum Crimmitschau bewundern.
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