Nino de Angelo feiert triumphalen Tourabschluss in Zwickau

Mit dem Titel „Irgendwann im Leben“ eröffnete Nino de Angelo am Freitag das letzte Konzert seiner sehr erfolgreichen Tournee. Der Künstler, der Höhen und Tiefen, Erfolge und Rückschläge, Schattenseiten und Zeiten im Rampenlicht kennt, füllt wieder große Hallen.

Zwickau

In Zwickau sind es 2500 Frauen und Männer verschiedener Generationen, die den Sänger frenetisch feiern. Ein Großteil springt bereits von den Plätzen auf, als der Künstler die Bühne betritt. Manche bleiben die gesamte Zeit stehen, andere tanzen oder klatschen – fast alle filmen. Zu seinen Fans in der Zwickauer Sparkassen-Arena gehört auch Ramon Roselly, worüber sich Nino de Angelo sichtlich freut. „Ein toller Typ. Er wird ab dem 18. Dezember in Zwickau im Weihnachtszirkus auftreten, da müsst ihr unbedingt hin“, wirbt der Sänger für seinen Kollegen.

Nino de Angelo gebürtiger Karlsruher

Er selbst ist überwältigt von der Stimmung und der Begeisterung des Publikums. „Jesus Christus, was ist hier los!“, ruft de Angelo nicht nur einmal im Laufe des Abends. „Wer hätte das noch gedacht? Habt ihr an mich geglaubt?“ Auf seinem schwarzen T-Shirt steht – aus dem Englischen übersetzt – „Ich bin nicht perfekt, aber ein Original“. Und genau das ist Nino de Angelo, der als Domenico Gerhard Gorgoglione am 18. Dezember 1963 in Karlsruhe geboren wurde.

De Angelo erzählt persönliche Anekdoten

„Ich habe nächste Woche Geburtstag, werde 62“, sagt er und fordert das Publikum auf: „Setzt euch.“ Immer wenn er dies sagt, erzählt er Anekdoten aus seinem Leben oder Geschichten zur Entstehung seiner Songs wie „Wer bringt dich nach Hause“. Manche sind sehr berührend, andere humorvoll. So berichtet er etwa, dass er den Song „Boomerang“ ursprünglich für einen Kollegen geschrieben habe. „Ich werde das bei den Konzerten erzählen, verspreche aber, deinen Namen nicht zu nennen, Roland“, sagt er augenzwinkernd.

Ernste Töne in De Angelos Songs wiederzufinden

Gleichzeitig schlägt de Angelo auch ernste und sehr persönliche Töne an, die ihn nahbar und sympathisch machen. Er spricht von durchzechten Nächten, vom Aufwachen im eigenen Bett und davon, nicht zu wissen, wie er überhaupt nach Hause gekommen ist. Den Song „Love On The Rocks“ widmete er einer Frau aus einer Tanzbar, die er nach einer durchtanzten Nacht nie wiedersah. „Du bist mein Fleisch und Blut“ schrieb er für seine erste Frau, die ihm – wie er sagt – zwei Kinder schenkte, die er mehr liebt als sein eigenes Leben. „Sie zog sie nach der Trennung allein zu wunderbaren Menschen groß“, sagt der Sänger anerkennend.

Das Leben ist nicht perfekt

Er besingt seine „Dämonen“, singt „Tanz im Regen“, „Hurrikan“ und „Leben ist Kollision“. Seine Botschaft ist klar: Hinfallen ist keine Schande, solange man immer wieder aufsteht. Den Satz „Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitergehen“ macht er zur Textzeile seines Songs „Hurrikan“. Auch „Helden“ vom Album „Gesegnet und verflucht“ handelt vom Fallen und Wiederaufstehen: „Das Leben ist nicht nur perfekt, manchmal liegt man tief im Dreck, und weiß Gott, ich hab‘ schon so viel weggesteckt. Ich sag‘ dir: Helden fallen und stehen auf, denn Helden geben niemals auf. Was auch immer kommt – egal: Helden haben keine Wahl.“

Duett mit Marina Marx ein voller Erfolg

Ein weiterer Höhepunkt des Abends ist das Duett mit Marina Marx: „Liebe fühlt sich anders an“. „Nino hat ein Herz aus Gold“, sagt die Sängerin sichtlich bewegt und bedankt sich bei ihm und seiner Frau Simone für die große Unterstützung in einer für sie sehr schwierigen Zeit.

De Angelo vergibt Weihnachtsgeschenke

Dieses Herz zeigt de Angelo auch, als ihn eine Zuschauerin von ihrem Platz aus bittet, das mitgebrachte Buch - seine Autobiografie „Gesegnet und verflucht: Dein Gegner bist immer du selbst“ zu signieren. „Gib das Buch in der Pause meinem Tourmanager“, sagt er – und es klappt. „Das Autogramm kommt schneller als DHL“, stellt der Künstler lachend fest. Außerdem verteilt er einige CDs als Weihnachtsgeschenke ins Publikum.

2026 beginnt neuer Tourstart

„Es ist mein letztes Konzert – wie Michelle so gerne sagt“, verkündet der 61-Jährige mit einem augenzwinkernden Seitenhieb auf die Schlagersängerin. Ganz verabschieden will er sich jedoch nicht: Im kommenden Jahr möchte er erneut auf Tour gehen. „Wenn mich nicht alle guten Geister – oder Jägermeister – verlassen“, kündigt er an, kommt er mit seiner Sommer-Open-Air-Tour „Un Momento Italiano – eine italienische Sommernacht mit Nino de Angelo“ am 11. Juli ins Parktheater Plauen und am 30. August nach Chemnitz ins Wasserschloss Klaffenbach.

Neues Album wird italienisch

„Nächste Woche beginnen wir mit dem Schreiben eines neuen Albums. Diesmal wird es italienisch – wir können doch nicht alles Italienische Giovanni Zarrella überlassen, oder?“, sagt der Sohn italienischer Eltern und lässt das Publikum gemeinsam mit ihm „Tornerò“ singen.

Konzert liefert Zugabe

Natürlich lässt das Publikum Nino de Angelo und seine Band nicht ohne Zugaben gehen. Schließlich erklingt „Jenseits von Eden“, mit dem er 1983 berühmt wurde. Zu „Ich sterbe nicht nochmal“, das er a cappella singt, erzählt er, wie er den Song 1984 in der DDR vortrug: „Da war ich ganz rot angezogen“, erinnert er sich – und scherzt gleich weiter: „Ich habe den Text eigentlich bis heute nicht verstanden: Warum ist ihr Kleid offen?“

Publikum ist aus dem Häuschen

Das Publikum ist völlig aus dem Häuschen und singt lautstark: „Oh, wie ist das schön, so was Schönes haben wir lange nicht gesehen.“ Nino de Angelo, seine Band und Gastsängerin Marina Marx stimmen mit ein. Eine bessere Atmosphäre kann sich ein Künstler zum Tourabschluss kaum wünschen.

Fans machen Nino glücklich

„Ihr macht mich glücklich“, sagt er – und man sieht es ihm an. Und er macht seine Fans glücklich: Sie lieben den neuen Nino ebenso wie den alten.

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