Paukenschlag in Wilkau-Haßlau: Überraschender neuer Bürgermeister

Der Herausforderer der Freien Wählervereinigung setzt sich deutlich gegen Amtsinhaber Stefan Feustel durch. Dieser reagiert mit deutlicher Kritik an Nichtwählern und kündigt eine schnelle Übergabe an.

Wilkau-Haßlau

Das hätte Amtsinhaber Stefan Feustel nicht erwartet: Er verliert die Bürgermeisterwahl am Sonntag deutlich mit zwei Dritteln der Stimmen gegen Herausforderer Patrick Jusciak von der Freien Wählervereinigung Wilkau-Haßlau. Jusciak ist ein völliger Neuling im Verwaltungsapparat.

Ein Polizist wird Bürgermeister

Der Beamte, der derzeit als Polizist im Freistaat beschäftigt ist, zeigte sich nach seinem Wahlsieg erleichtert. „Ich freue mich sehr über das Ergebnis, fühle mich erleichtert und bedanke mich bei allen Unterstützern und natürlich bei den Wählern für das Vertrauen“, sagte Jusciak.

Bürgernähe als Erfolgsrezept

Seinen Wahlerfolg verdankte Jusciak vor allem seiner starken Nähe zu den Bürgern. Er war auf Wochenmärkten präsent, sehr aktiv in den sozialen Medien und mit Wahlplakaten an den wichtigsten Straßen der Stadt sichtbar. Genau diese Präsenz habe Amtsinhaber Stefan Feustel offenbar versäumt. Von ihm sei im Wahlkampf wenig zu spüren gewesen.

Feustel offenbar zu sicher

Nach 21 Jahren im Amt stellte sich die Frage, ob Feustel sich seiner Sache zu sicher gewesen war. Die deutliche Niederlage zeigte jedenfalls, dass der langjährige Bürgermeister die Stimmung in der Stadt möglicherweise falsch eingeschätzt hatte.

Scharfe Worte an die Nichtwähler

Nach seiner Niederlage fand Feustel deutliche Worte an die Nichtwähler. Angesichts der sehr niedrigen Wahlbeteiligung erklärte er, diese sollten sich künftig auch nicht mehr beschweren, wenn es in der Stadt nicht die gewünschten Veränderungen und Erneuerungen gebe. Zudem kritisierte er die Aktivitäten im Internet und wünschte dem Wahlsieger alles Gute.

Ratschläge und offener Plan B

Gleichzeitig gab Feustel dem neuen Bürgermeister einige Ratschläge mit auf den Weg. Ob Jusciak diese beherzigen wird, bleibt abzuwarten. Feustel drängte außerdem auf eine schnelle Übergabe und verwies auf seinen Plan B ab dem 1. Oktober. Was dieser Plan genau beinhaltet, sagte er jedoch nicht.

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