Polizeieinsatz in Zwickau: Spezialkräfte rücken wegen Hinweises auf mögliche schwere Straftat aus

In der Innenstadt sorgte ein Großaufgebot am Mittwochabend für Aufsehen. Hintergrund war laut LKA ein Hinweis auf eine 13 Jahre alte Person aus Zwickau, von der womöglich eine schwere Straftat ausgehen könnte.

Zwickau

Ein größerer Polizeieinsatz hat am Mittwochabend in der Zwickauer Innenstadt für Aufsehen gesorgt. Zahlreiche Einsatzkräfte, darunter schwer bewaffnete Spezialkräfte, rückten in die Nicolaistraße aus. Hintergrund waren Hinweise, dass eine in Zwickau wohnhafte minderjährige Person möglicherweise eine schwere Straftat verüben könnte.

Spezialkräfte rücken in die Zwickauer Innenstadt aus

Der Polizeieinsatz begann am Mittwochnachmittag und dauerte bis in die Abendstunden an. Im Bereich der Katharinenstraße waren zahlreiche Fahrzeuge und Einsatzkräfte zu sehen. Neben regulären Polizeibeamten kamen auch Kräfte mit besonderer Schutzausrüstung und schwerer Bewaffnung zum Einsatz.

Der Bereich rund um das betroffene Wohnhaus wurde während der Maßnahmen abgesichert. Die Polizei hielt sich zunächst mit näheren Angaben zum Hintergrund des Einsatzes zurück.

Hinweise auf möglicherweise geplante schwere Straftat

Nach Angaben von Sebastian Schmidt, Einsatzpressesprecher der Polizeidirektion Zwickau, führte die Polizei den Einsatz zur Gefahrenabwehr durch.

Vorausgegangen seien Hinweise, dass eine in Zwickau wohnhafte minderjährige Person möglicherweise eine schwere Straftat verüben könnte. Um welche Art von Straftat es sich dabei handeln könnte und woher die Hinweise stammten, teilte die Polizei zunächst nicht mit.

Minderjährige Person in Wohnung angetroffen

Die betreffende minderjährige Person konnte nach Polizeiangaben in ihrer Wohnung angetroffen werden. Ob sie im weiteren Verlauf des Einsatzes festgenommen oder lediglich zu den Vorwürfen befragt wurde, blieb zunächst offen.

Auch zu möglichen Beweismitteln oder Gegenständen, die während des Einsatzes gefunden wurden, machte die Polizeidirektion Zwickau keine Angaben.

Zweite Person offenbar in Gewahrsam genommen

Nach Beobachtungen von Reportern an der Einsatzstelle wurde zudem eine weitere Person von Polizeikräften vorläufig in Gewahrsam genommen. Eine offizielle Bestätigung dafür lag zunächst jedoch nicht vor.

Welche Rolle diese Person bei dem Einsatz gespielt haben könnte, ist daher unklar. Die Polizei äußerte sich bislang weder zu deren Identität noch zu einem möglichen Zusammenhang mit den eingegangenen Hinweisen.

Polizei: Keine konkrete Gefahr für Bevölkerung

Nach Angaben der Polizeidirektion Zwickau bestand für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefährdung. Die Maßnahmen hätten der Gefahrenabwehr und der Überprüfung der vorliegenden Hinweise gedient.

Trotz des sichtbaren Großaufgebots habe es demnach keine unmittelbare Bedrohung für Anwohner oder Passanten gegeben.

Polizeidirektion, Bereitschaftspolizei und LKA beteiligt

An dem Einsatz waren Kräfte der Polizeidirektion Zwickau, der Bereitschaftspolizei und des Landeskriminalamtes beteiligt. Die Beteiligung mehrerer Einheiten verdeutlicht den Umfang der polizeilichen Maßnahmen.

Vor Ort waren zudem Spezialkräfte mit Schutzschilden, schwerer Ausrüstung und einem Hund zu sehen. Zu den konkreten Aufgaben der einzelnen Einheiten machte die Polizei keine näheren Angaben.

Ermittlungen dauern an

Die Hintergründe der Hinweise und die Frage, ob tatsächlich konkrete Vorbereitungen für eine schwere Straftat getroffen worden waren, sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Weitere Angaben zum Alter der minderjährigen Person, zu möglichen Motiven oder zum Ergebnis der bisherigen Maßnahmen veröffentlichte die Polizei zunächst nicht. Auch ob strafrechtliche Konsequenzen folgen, war am Mittwochabend noch offen.

Update am 23. Juli gegen 12.20 Uhr auf Nachfrage beim Landeskriminalamt Sachsens

Nach Auskunft des Landeskriminalamtes Sachsen war der Anlass des Polizeieinsatzes ein Hinweis darauf, dass eine in Zwickau lebende minderjährige Person im Alter von 13 Jahren möglicherweise eine schwere Straftat begehen könnte. Die Polizei traf die betroffene Person an und brachte sie anschließend in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zur Befragung auf eine Polizeidienststelle.

Bei dem Einsatz handelte es sich nach Angaben des LKA um eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr. Ein Strafverfahren gibt es demnach derzeit nicht. Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr.

An dem Einsatz beteiligt waren Kräfte der Polizeidirektion Zwickau, der Bereitschaftspolizei und des Landeskriminalamtes Sachsen.

Weitergehende Angaben macht das LKA nach eigenen Worten wegen des jungen Alters der betroffenen Person nicht. Dies geschehe mit Rücksicht auf deren weitere persönliche Entwicklung.

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