Wer dieser Tage an der unteren Dorotheenstraße entlangfährt sieht, dass sich im Bereich des jahrelang ungenutzten Brachlandes einiges tut. Wo eine Zeitlang Zirkusse oder Hüpfburgen gastierten, gab es lange Zeit nur noch Stillstand.
Im April starten die Arbeiten
Im April werden die Arbeiten an der als „Aktie“ bekannten Brache richtig durchstarten – aktuell werden bereits vorbereitende Dinge erledigt - wie das Freimachen des Baufeldes. Unter anderem wurden die dafür nötigen Baumfällarbeiten in der vegetationsfreien Zeit ausgeführt. Zudem werden störende Stützmauern und andere bauliche Anlagen am Frohnbach im betreffenden Gewässerabschnitt abgebrochen. Bei diesem komplexen Vorhaben sind neben den ausführenden Unternehmen, Planer und Bauüberwacher, Fach- und Genehmigungsbehörden sowie Zuwendungsgeber auch weitere fachlich Beteiligte wie eine ökologische Bauüberwachung, eine bodenkundliche Baubegleitung wie auch ein Fischereisachverständiger eingebunden. Entstehen soll ein öffentlich nutzbarer Freiraum entlang des Frohnbachs zwischen Stadtpark und Dorotheenstraße / Waldenburger Straße, der eine funktionale und ökologische Wirkung auf die umliegende Bebauung sowie das Teich- und Quellgebiet hat. Zum rund sieben Hektar großen Stadtpark und dem etwa 2,5 Hektar großen Tierpark kommt somit noch eine Fläche von zirka einem Hektar hinzu. „Dadurch ist eine Verbesserung des Stadtklimas, der Erhalt der biologischen Vielfalt und nicht zuletzt eine erweiterte Möglichkeit zur Naturerfahrung zu erwarten“, so Sven Richter vom Fachbereich Stadtentwicklung.
Aus Brachfläche soll ein besonderer Ort werden
Die bisher brachliegende und wenig attraktive Fläche soll durch das Offenlegen des Bachlaufs, dem Entfernen von Bitumen und Betonflächen sowie neuen Wegeverbindungen zu einer Grünfläche mit hoher Aufenthalts- und Erlebnisqualität werden. Auch der Bereich rund um den am hinteren Ausgang des Stadtparks liegenden Kanalteich soll sich verändern – hier wurde bereits im vergangenen Jahr das Anstauen beendet und es hat sich ein natürlicher Bachlauf wieder eingestellt. Unter anderem aus naturschutzrechtlichen Gründen soll dieser Bereich naturbelassen und der natürlichen Sukzession überlassen bleiben. In die Gestaltung der an der Waldenburger Straße liegenden Grünfläche sind über das Projekt „Architektur macht Schule“ auch Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums eingebunden. Zudem ist angedacht, angrenzend zur gegenständlichen Fläche entlang der Talstraße eine Wohnbebauung zu ermöglichen.
4,2 Millionen Euro Fördermittel
Nach dem aktuellen Baubeschluss werden mit Hilfe von Fördermitteln rund 4,2 Millionen Euro in das Gesamtvorhaben investiert. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Im Herbst 2027 soll die Umgestaltung abgeschlossen sein.
Zur Geschichte
1873 wurde an der Dorotheenstraße 43 von mehreren Textilfabrikanten die Färberei- und Appretur-AG gegründet. Diese Aktienfärberei, bis heute als „Aktie“ im Sprachgebrauch, funktionierte bis 1921, dann wurde sie verkauft. Die Stadt Limbach übernahm 1935 das ehemalige Wunschmannsche Färbereigrundstück. Grundsätzlich ging es darum, die vorhandenen Quellen besser zu nutzen. Nach 1945 befanden sich bis Anfang der 1990-iger Jahre unterschiedliche Nutzungen verschiedener Eigentümer in den Gebäuden. Der Schornstein wurde schon 1948 gesprengt. Am Ende gab es nur noch Ruinen, die der Landkreis aufkaufte. So konnte 2000/01 das Pilotprojekt „Brachflächenrevitalisierung“ umgesetzt werden. Heute gehört das Gelände der Stadt.
Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.




