Sachse Siegert siegt beim Sachsenring Grand Prix

Nächste Marquez-Show beim Motorrad Grand Prix von Deutschland 2026

Hohenstein-Ernstthal

Nach dem gestrigen reinen Trainingsfreitag nahm am zweiten Tag des Liqui Moly Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring am heutigen Samstag die Rennaction richtig Fahrt auf.

Am Vormittag standen zunächst weitere Freie Trainings der drei WM-Klassen auf dem Programm, wobei die Wertigkeit mit der Reihenfolge Moto3, Moto2 und dann MotoGP ständig zunahm. Ernst wurde es anschließend im zweiteiligen Qualifying der Top-Kategorie MotoGP um die Startplätze für deren beiden Rennen. Das erste wurde am heutigen Nachmittag als obligatorisches Sprintrennen über die halbe Distanz (15 Runden gegenüber 30 beim Hauptrennen) gestartet. Beim zweiten Rennen am morgigen Sonntag geht es dann über die volle Renndistanz um den Grand-Prix-Sieg.

Mit neuer Rekordrunde zur Pole Position und später zum nächsten Sachsenring-Sieg

Beim Sprintrennen startete der zwölffache Sachsenring-(Rekord-)Sieger Marc Marquez von der Pole Position, nachdem er im Qualifikationstraining 2 den „All-Time Lap Record“ von Fabio di Giannantonio aus dem Vorjahr marginal unterboten hatte. Der Italiener hatte vor Jahresfrist die absolut schnellste Runde auf 1:19,071 Minuten gedrückt. Der spanische Superstar vom Ducati Lenovo (Werks-)Team umrundete den Kurs heute in 1:19,041 Min. und rückte damit noch ein Stück näher an die nächste Schallmauer. Neben dem neunfachen Weltmeister nahmen sein Bruder Alex (BK8 Gresini Racing MotoGP, Ducati) und besagter Fabio di Giannantonio (Pertamina Enduro VR46 Racing Team) in der ersten Startreihe Aufstellung.

Spannungsarmes Rennen der weltbesten Motorrad-Rennfahrer

Das Sprintrennen selbst war dann leider relativ arm an Spannung, denn aus der Startrunde kamen die Top-7 gemäß ihrer Ausgangspositionen bei Start und Ziel vorüber und an dieser Reihenfolge änderte sich nichts mehr. Dementsprechend gewann Marc Marquez letztlich relativ souverän vor Alex Marquez und Fabio Giannantonio, denen Ai Ogura (JPN, Aprilia), Raul Fernandez (ESP, Aprilia, beide SuperFile Trackhouse MotoGP Team), Jorge Martin (ESP, Aprilia Racing) und Francesco „Pecco“ Bagnaia (ITA, Ducati Lenovo Team) über den Zielstrich folgten. Ungeachtet der Eintönigkeit auf den vorderen Plätzen dürften die bereits heute zahlreichen Fans gut unterhalten worden sein, was sie in der Auslaufrunde mit ihrem Jubel kund taten.

Deutsches WM-Team im Pech

Die beiden kleinen Hubraum-Klassen Moto3 und Moto2 ermittelten heute nach den besagten Freien Trainings nur noch ihre Startaufstellungen für ihre Rennen am Sonntag über 23 Runden (Moto3, ab 11:00 Uhr) bzw. 25 Runden (Moto2, ab 12:15 Uhr). Das MotoGP-Feld wird morgen gemäß des standardisierten Zeitplanes 14:00 Uhr auf die Reise geschickt.

In der Moto3 drehte der Spanier Brian Uriarte die schnellste Runde und der Argentinier Marco Morelli sowie der Malaysier Hakim Danish die zweit- bzw. drittschnellste. Viertschnellster war der klare WM-Spitzenreiter Maximo Quiles, ebenfalls aus Spanien.

Arg gebeutelt wird derzeit die Moto3- Abteilung des letzten verbliebenen deutschen WM-Teams Liqui Moly Dynavolt Intact GP. David Munoz ist seit Wochen mit einem Beckenbruch außer Gefecht und David Almansa kam krank zum Sachsenring. Nachdem er gestern gar nicht trainiert hatte, versuchte er es heute zwar im morgendlichen Freien Training, steckte danach aber auf. Der Munoz-Ersatz Marcos Uriarte kam über Startplatz 20 nicht hinaus.

Dafür lieferten die Moto2-Piloten des IntactGP-Teams erfolgversprechende Leistungen. Der WM-Gesamtführende Manuel Gonzalez, wie alle anderen bereits erwähnten IntactGP-Piloten aus Spanien, wurde heute Quali-Zweiter und Senna Agius aus Australien Fünfter. Den besten Startplatz sicherte sich der weitere Spanier Ivan Ortola. Die „Front Row“ komplettiert mit Izan Guevara ein weiterer Spanier.

Bundesdeutsche Hymne zum Tagesabschluss 55 Jahre nach einem Sachsenring-Meilenstein

Nachdem die WM-Klassen ihre Streckenaktivitäten für heute beendet hatten, traten die zwei im Rennprogramm befindlichen Nachwuchsklassen Red Bull MotoGP Rookies Cup und Moto4 Northern Cup auf den Plan. Beide hatten bereits am Freitag ihre Startaufstellungen ermittelt und bestritten am späteren Nachmittag ihre ersten von zwei Rennen des Wochenendes.

Im Rennen des Red Bull MotoGP Rookies Cup ging Fynn Kratochwil aus dem thüringischen Mühlhausen von der Pole Position aus ins Rennen. Beim rundenlangen Hauen und Stechen einer breit gefächerten Spitzengruppe verpasste er das Podest als Vierter denkbar knapp.

Zum Tagesabschluss gab es dann aus deutscher Sicht doch noch was zu feiern. Im ersten von ebenfalls zwei Rennen zum Moto4 Northern Cup raste Robin Siegert aus Lengefeld per Solofahrt zum Sieg – seinem nunmehr siebenten in Folge. Eine interessante Notiz am Rande ist, dass das auf den Tag genau 55 Jahre nach dem legendären Sieg des Westdeutschen Dieter Braun auf dem alten Sachsenring geschah. Der mittlerweile 83-Jährige ist an diesem Wochenende auf dem (neuen) Sachsenring wieder als Zaungast vor Ort.

Durch Thias Wenzel aus Hermannsburg in Niedersachsen sowie Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg gab es letztlich sogar ein rein deutsches Podest.

Der Clubfahrer des sportlichen Ausrichters AMC Sachsenring, Jason Rudolph aus St. Egidien, konnte sich in einer zweitweise 14 Fahrer umfassenden Raufgruppe gut behaupten und fuhr als Neunter erneut in die Top-10. Smilla Göttlich aus Eibau und Danny Hinkelmann aus Königsfeld sahen heute keine Zielflagge. Für die Moto4-Piloten bleibt nicht viel Zeit, um die Akkus zu laden, bestreiten sie doch morgen früh ab 8:45 Uhr das erste Rennen des Sonntags.

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