Die Premiere der IDM-Nachfolgeserie EURO MOTO ging an diesem Wochenende auf dem Sachsenring vor offiziell 16.500 Zuschauern über die Bühne. Sieben Rennserien, drei Euro-Moto-Meisterschafts- und vier Rahmenklassen hielt das abwechslungs- und actionreiche Programm bereit, bei dem auch am heutigen Sonntag einheimische Fahrer inklusive einer Fahrerin zu den großen Abräumern gehörten.
Heimvorteil genutzt
Nachdem am kombinierten Trainings- und Rennsamstag bereits sechs Klassen ihre ersten Rennen ausgetragen hatten, stieg die Top-Kategorie Superbike erst heute ins Wettkampfgeschehen ein, rückte dafür aber zwei Mal im Rennmodus aus. Im ersten Lauf übernahm der Vorjahresmeister und Pole-Position-Inhaber Lukas Tulovic in der zweiten Runde vom Schnellstarter Twan Smits aus den Niederlanden die Führung fuhr fortan an der Spitze ein ziemlich einsames Rennen. Nach einer eher auf Vorsprung verwalten orientierten Fahrt hatte er im Ziel knapp fünf bzw. etwas mehr als fünf Sekunden Vorsprung auf den langjährigen WM-Piloten Marcel Schrötter und den weiteren IDM- bzw. nun Euro-Moto-Rückkehrer Markus Reiterberger. Dazu mussten die beiden Bayern in der Schlussrunde erst noch den Esten Hannes Soomer niederringen und vom zweiten auf den vierten Platz zurückstufen. Dahinter landete der hervorragend aufgelegte Kevin Orgis aus Arnsdorf auf Platz fünf, gleichbedeutend mit seinem besten Ergebnis in der Superbike-Kategorie. Sein etwas jüngerer Bruder Leon wurde respektabler Elfter.
Das zweite Rennen war zumindest in Bezug auf Lukas Tulovic ein Abziehbild des ersten, nur dass dieser diesmal umgehend die Führung übernahm. Auch Twan Smits war wieder erstklassig gestartet, fuhr nun jedoch souverän auf der zweiten Position ins Ziel. Im ersten Lauf war noch bis auf Rang sechs abgerutscht. Auch Hannes Soomer hatte offensichtlich beim Griff in die Reifenkiste ein glücklicheres Händchen. Er belegte nach einem kleinen Zwischen-Tief hinten raus ebenfalls relativ unangefochten Platz drei. Kevin Orgis lieferteein weiteres Meisterstück ab. Rundenlang hatte er sich mit der prominenten Konkurrenz in Form von Marcel Schrötter und Markus Reiterberger einen packenden Kampf geliefert. Am Ende landete er im Sandwich zwischen den beiden erneut auf Rang fünf. Auch Leon Orgis zeigte einen weiteren großen Kampf und wurde diesmal Neunter. Der dritte Sachse im Feld, Toni Finsterbusch aus Krostitz, belegte, sicherlich etwas hinter seinen eigenen Erwartungen, die Plätze neun und acht.
Dresdner Lennox Lehmann erneut auf Rang drei
Ebenfalls drei Sachsen waren in der Klasse Supersport am Start. Wie am Vortag gewann der Pole Daniel Blin vor Dirk Geiger und der Dresdner Lennox Lehmann fuhr als Dritter ebenso gleich noch einmal aufs Podest. Auch Marvin Siebdrath aus Wildenfels und Freddie Heinrich aus Lunzenau landeten nach 15 Rennrunden auf dem Sachsenring analog zum Samstag auf „ihren“ Plätzen fünf bzw. zehn. In der Klasse Sportbike war der Rennsieger mit dem Tschechen Stepan Zuda ebenfalls der gleiche wie tags zuvor. Der Klassenneuling Mika Siebdrath, Marvins jüngerer Bruder, konnte seinen starken Premierenplatz sechs vom Samstag um eine Position verbessern.
Robin Siegert und Anina Urlaß machten vorn ihr eigenes Ding
Auch in der wichtigsten Nachwuchsklasse mit Blick auf die Moto3-Weltmeisterschaft, dem Moto4 Northern Cup, gab es, wenngleich bei anderem Rennverlauf, den gleichen Zieleinlauf wie im ersten Rennen am Vortag und demzufolge in dessen vierten Rennen des Jahres den nächsten deutschen Dreifachsieg. Wieder gewann Robin Siegert aus Lengefeld vor Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg und Thias Wenzel aus Niedersachsen. Rundenlang hatte Anina Urlaß das Rennen angeführt und Robin Siegert in ihrem Windschatten. Für den finalen Umlauf hatte Robin Siegert einen Plan, den er gnadenlos in die Tat umsetzte, zwei Kurven vorm Ziel an Anina Urlaß vorbeizog und der schnellen Rennlady keine Chance zum kontern bot. Thias Wenzel konnte das Tempo der ersten zwei diesmal nicht mitgehen, führte jedoch eine Vierergruppe über den Zielstrich. In dieser sicherte sich Danny Hinkelmann aus Königsfeld total den vierten Rang. Während sich auch Jason Rudolph aus St. Egidien gegenüber dem Samstagrennen verbessern konnte und Zehnter wurde, verzichtete Smilla Göttlich aus Eibau auf das Rennen am Sonntag. Sie musste Nachwirkungen ihrer Sturzverletzung vom Moto4-NC-Saisonauftakt im April in Assen Tribut zollen.
Und noch drei sächsische Podestplätze
Nach dem zweiten Rennen des ADAC Junior Cup mit einer Vierergruppe an der Spitze standen Fillin Lorenz aus Glauchau und Collin Langer aus Neuhausen zwar wieder auf dem Podest, doch Fillin Lorenz diesmal „nur“ als Zweiter neben dem Sieger, dem kleinen Inder Jaden Immanuel. Collin Langer wusste vom Vortag noch, wie er zur dritten Podeststufe gelangt. Dazu musste er aber erst mit einem tollen Schlussspurt einen Kontrahenten niederringen. Ryley Schwarze aus Leipzig wurde 17.
Einen Platz runter gegenüber dem Samstag ging es auch für Ben Wiegner aus Plauen im zweiten Rennen zum Kawasaki ZX4-RR Cup. Nach seinem Sieg gestern setzte er sich diesmal in der Verfolgergruppe des souverän vornweg fahrende Sonntagsiegers durch und wurde Zweiter. Jolina Groschopp aus Lichtenstein wurde im 29 Fahrer bzw. Fahrerinnen starken Feld respektable 18.
Im abschließenden Rennen zum Kawasaki ZX6-R Cup steigerte sich Oliver-Jon Beier gegenüber dem Vortag um zwei Plätze, wurde also Achter.
Zum nächsten Euro-Moto-Lauf geht es zum ersten Mal nach ewigen Zeiten wieder nach Brno. Auf dem tschechischen WM-Kurs wird vom 29. bis 31. Mai gefahren.
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