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  2. Sachsenring-Star Mike Hailwood wäre heute 80 geworden

Sachsenring-Star Mike Hailwood wäre heute 80 geworden

Der beste Rennfahrer aller Zeiten!?

Von Thorsten Horn
02.04.2020, 14:25 Uhr
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    Sachsenring-Star Mike Hailwood wäre heute 80 geworden -  Mike Hailwood kam beim Sachsenring-WM-Debüt 1961 erstmals an den Ring. Foto: Günter Horn
    Mike Hailwood kam beim Sachsenring-WM-Debüt 1961 erstmals an den Ring. Foto: Günter Horn
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    Sachsenring-Star Mike Hailwood wäre heute 80 geworden - Mike Hailwoods Witwe Pauline Barbara (re.) und Sohn David waren bei den Feierlichkeiten zu "80 Jahre Sachsenring" im Jahr 2007 Ehrengäste. Foto: Thorsten Horn
    Mike Hailwoods Witwe Pauline Barbara (re.) und Sohn David waren bei den Feierlichkeiten zu "80 Jahre Sachsenring" im Jahr 2007 Ehrengäste. Foto: Thorsten Horn
Sachsenring

Heute, am 2. April, würde Mike Hailwood seinen 80. Geburtstag feiern, doch das Schicksal meinte es am 21. März 1981 nicht gut mit ihm. Bei einem nicht selbst verschuldeten Autounfall verlor einer der erfolgreichsten Motorradrennfahrer aller Zeiten und zudem Sachsenring-Held im Alter von nur 40 Jahren sein Leben. Der britische Motorradrennfahrer gewann in seiner Karriere bei 152 Starts 76 Grand Prix und neun Weltmeistertitel. Auf dem Sachsenring gewann er ebenfalls neun Mal, davon 1963 gleich in drei verschiedenen Klassen. In besonders guter Erinnerung dürfte bei so manchem das Rennen der 250-ccm-Klasse sein, welches Mike "The Bike" Hailwood auf einer MZ vor seinem Teamkollegen und Landsmann Alan Shepherd und unter dem Jubel Zigtausender Fans gewann.

Die Frage aller Fragen

Wer ist der beste Motorrad-(Straßen-)Rennfahrer aller Zeiten? Diese Frage stellen sich einige Leute immer wieder. Sie ist der Ausgangspunkt für meist endlose Diskussionen und Fachsimpelei. Eine zufriedenstellende Antwort gibt es darauf nicht, denn fast immer fehlt die reelle Vergleichbarkeit. Sollte man sich dennoch erdreisten, sie beantworten zu wollen, so muss man den Namen Mike Hailwood definitiv ins Spiel bringen.

Schneller Aufstieg

Wie eingangs erwähnt, erblickte Stanley Michael Bailey Hailwood am 2. April 1940 in Oxford als einziger Sohn in einer wohlhabenden Familie das Licht der Welt. Sein Vater Stan ("the wallet", deutsch "die Brieftasche") Hailwood war Besitzer einer florierenden Motorradhandelskette. Nach einer streng konservativen Erziehung, frühzeitig ohne Mutter und meist im Internat, bestritt er 1957 bei den "Scottish-Six-Days-Trials" seinen ersten Motorradwettbewerb. Im selben Jahr bestritt er im Oulton Park auch sein erstes Straßenrennen und beendete dieses als Elfter. Seinen ersten Rennsieg feierte er beim Rennen der 250-ccm-Klasse in Cookstown in Nordirland, ebenfalls 1957.

Im darauffolgenden Jahr ging er bei der berühmten Tourist Trophy auf der Isle of Man in allen vier ausgeschriebenen Solo-Klassen an den Start. Beim Rennen der Lighweight 250 ccm ging er auf einer deutschen NSU an den Start und beendete dieses als Dritter. Da das Rennen auf der Isle of Man bis einschließlich 1976 zur Motorrad-Weltmeisterschaft zählte, entsprach dies seinem Grand-Prix-Debüt.

Seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte Mike Hailwood 1959 beim Ulster-GP auf dem Dundrod Circuit bei Belfast. Im Rennen der 125-ccm-Klasse bezwang er mit einer Ducati die beiden MZ-Fahrer Gary Hocking aus Rhodesien und Ernst Degner.

1960 machte er parallel seine erste Bekanntschaft mit dem Autorennsport, indem er einen Lotus-Climax-Formelrennwagen testete.

Auch beim Sachsenring-WM-Debüt in die Siegerliste eingetragen

1961 forcierte er seine Ambitionen im Motorradrennsport wieder und feierte in jenem Jahr sieben WM-Siege in drei verschiedenen Hubraumkategorien. In der Klasse bis 125 und 250 ccm gewann er auf Honda und zudem in der Halbliterklasse je einmal auf Norton und MV Agusta. Einhergehend mit dem ersten Motorrad-WM-Lauf auf dem Sachsenring vom 28. bis 30 Juli ging er auch erstmals auf der Berg- und Talbahn vor den Toren Hohenstein-Ernstthals an den Start. Im Rennen der Viertelliterklasse verbuchte er sogleich seinen ersten Sachsenring-Sieg, dem er acht weitere folgen ließ. Am Jahresende 1961 feierte er in der 250-ccm-Klasse seinen ersten von insgesamt neun WM-Titeln, die er auf drei verschiedene Klassen (250, 350 und 500 ccm) verteilte. Dabei war ihm in jenem Jahr das Kunststück von drei TT-Siegen innerhalb einer Woche gelungen.

Sein nächster Hattrick gelang ihm, ebenfalls wie eingangs bereits erwähnt, 1963 auf dem Sachsenring. Allerdings ging das Rennen der 350-ccm-Klasse bereits am Samstag über die Bühne, und die Rennen der Klassen bis 500 sowie bis 250 ccm am Sonntag. 

Doch auch diesen selbst errichteten Meilenstein konnte Mike Hailwood toppen, und zwar am 24. Juni 1967 im niederländischen Assen. Hier gewann er sowohl das Rennen der 250er wie auch jene der 350- und 500-ccm-Klasse., wohlgemerkt an einem Tag!

Weitere Meilensteine seiner Karriere waren sein erster WM-Titel in der Königsklasse (bis 500 ccm) 1962 auf MV Agusta, seine ersten Autorennen 1963 sowie sein erster WM-Punkt in der Formel 1 am 10. Mai 1964 in Monaco in einem Lotus-BRM. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, 1964 auch sieben Motorrad-Grand-Prix in der 500er-Klasse sowie am Jahresende einen weiteren WM-Titel zu gewinnen.

Mike Hailwood kann es auch auf vier Rädern

Ende 1968 verkündete Mike Hailwood seinen Abschied vom Motorrad-Rennsport. Für seine Erfolge und Verdienste erhielt er den britischen Rittertitel M.B.E. ( Most Excellent Order of the British Empire ) und konzentrierte sich fortan auf Autorennen.

1972 wurde er, unter anderem mit fünf Saisonsiegen, überlegener Formel-2-Europameister. Zudem fuhr er mit einem Surtees-Ford seine erste komplette Formel-1-Saison und errang dabei im italienischen Monza als Zweiter hinter Emerson Fittipaldi seinen ersten Podestrang. Nach weiteren guten Resultaten beendet er die Saison als WM-Achter.

Im darauffolgenden Jahr rettete er seinen verunfallten Fahrerkollegen Clay Regazzoni aus dessen brennenden Wrack und erhielt dafür die britische Tapferkeitsmedaille.

1974 holte er im südafrikanischen Kyalami als Dritter ein weiteres Formel-1-Podium und wurde schlussendlich WM-Zehnter.

Nach der Geburt seines zweiten Kindes, Sohn David, der Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Pauline Barbara und dem zwischenzeitlichen Auswandern nach Neuseeland, feierte er 1978 auf der Isle of Man ein grandioses Motorrad-Comeback. Er startete in vier Klassen und gewann davon auf einer 900er-Ducati das Rennen der sogenannten "TT Formula One".

1979 ging er erneut bei der TT an den Start und gewann die Klasse Senior TT mit einer 500er-Suzuki. Es war sein 14. und damit letzter TT-Sieg.

Am 23. März 1981 verlor er bei einer Kollision mit dem Lkw eines unaufsichtigen Fahrers sein Leben, doch sein Name wird ewig weiterleben. 

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

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