Schwäne gegen Veilchen: Sechs Duelle der Erzrivalen im letzten Vierteljahrhundert!

Am Samstagnachmittag trifft der FSV Zwickau im Finale um den „Wernesgrüner Sachsenpokal“ auf den FC Erzgebirge Aue. In den letzten 25 Jahren gab es das Duell der Erzrivalen nur sechsmal. Marc-Philipp Zimmermann ist dabei der einzige Kicker der Schwäne, der im FSV-Trikot gegen die Veilchen gespielt hat.

Zwickau

Wenngleich zwischen der „GGZ-Arena“ in Zwickau und dem „eins-Erzgebirgsstadion“ in Aue gerade einmal 30 Kilometer liegen, fand seit der Jahrtausendwende das brisante Derby zwischen den Erzrivalen nur sechsmal statt. Viermal begegneten sich der FSV Zwickau und Erzgebirge Aue im Landespokal, die letzten beiden Aufeinandertreffen fanden hingegen in der Saison 2022/23 in der 3. Liga statt.

Schwäne sehen sich als Außenseiter

Seitdem sind sich beide Vereine – und damit auch die rivalisierenden Fanszenen – aus dem Weg gegangen. FSV-Sportdirektor Robin Lenk sieht die Karten im Duell des Drittplatzierten der Regionalliga-Nordost mit dem Drittletzten der 3. Liga eindeutig verteilt: „Es ist definitiv keine 50:50-Partie. Im Gegenteil: Wir sind – trotz unserer Heimserie – der Außenseiter und haben nur eine Chance, wenn wir von der ersten Sekunde an hellwach sind und anschließend unser Leistungsmaximum abrufen.“

Shubitidze scheitert am Pfosten & wechselt in den Schacht

Im Halbfinale um den Landespokal standen sich der FSV und der FCE einmal gegenüber, im Finale wiederum dreimal – und alle vier Duelle entschieden die Auer für sich. 2001 gewannen die Lila-Weißen vor 6.691 Zuschauern im „Westsachsenstadion“ mit 3:1. Den Führungstreffer von Radisa Radojicic drehten Jörg Kirsten, Murat Jasarevic und Petr Grund bis zur Pause zugunsten der Gäste um. Ein Jahr später kam es im Finale erneut zu dieser Paarung. Diesmal ging es vor 7.519 Zuschauern im „Westsachsenstadion“ bis ins Elfmeterschießen, in dem sich die Schwäne mit 5:6 geschlagen geben mussten. Jörg Schmidt hatte den FSV in der 74. Minute in Führung gebracht, drei Zeigerumdrehungen später glich Maik Kunze aus. Da in der Verlängerung keinem Team ein Treffer gelang, musste das Elfmeterschießen für die Entscheidung sorgen – und dabei wurde der heutige Auer Trainer Khvicha Shubitidze zum tragischen Helden. Denn der Georgier war der einzige Schütze, der mit seinem Elfmeter scheiterte. Sein Versuch landete am Pfosten – und er in der kommenden Saison im Kader des FC Erzgebirge.

Andere Konstellation als 2016: Diesmal zieht nur der Sachsenpokalsieger in den DFB-Pokal ein

2008 kehrte Shubitidze, der mit 161 Einsätzen und 36 Toren ein rot-weißer Legendenspieler ist, nach Zwickau zurück und machte es in der Landespokalsaison 2009/2010 besser. Im Halbfinale brachte er die Schwäne in der 58. Minute in Führung. Skerdilaid Curri glich jedoch in der Nachspielzeit aus und schoss den FCE schließlich in der 115. Minute mit seinem zweiten Treffer ins Finale. Danach vergingen sechs lange Jahre, ehe sich der FSV Zwickau und Erzgebirge Aue zum dritten Mal in einem Endspiel begegneten – und dieses fand 2016 im „Erzgebirgsstadion“ statt. Vor 7.560 Zuschauern erzielte Mario Kvesic nach einer Stunde das siegbringende Tor mit der Hacke. Aufgrund des Auer Aufstiegs qualifizierte sich der FSV Zwickau für den DFB-Pokal. Bei seiner bis dato letzten Teilnahme trafen die Schwäne in der ersten Runde auf den Hamburger SV, der vor 10.134 Zuschauern in der „GGZ-Arena“ mit 1:0 siegte. Alen Halilovic traf in der 70. Minute für den Bundesligisten.

FSV-Goalgetter Zimmermann ist zur Crunchtime wieder in Torlaune

Mit Marc-Philipp Zimmermann stand 2016 ein Spieler auf dem Rasen, der auch noch im aktuellen Kader des FSV Zwickau zu finden ist. Der 36-jährige Stürmer, der im Sommer seine Karriere beenden wird, hat für die Schwäne 153 Pflichtspiele bestritten und in diesen insgesamt 52 Tore erzielt. In den letzten drei Partien in der Regionalliga-Nordost traf er - jeweils nach Vorlage von Lucas Albert – immer - und zwar mit dem Fuß. „Zimbo hat in dieser, seiner letzten Saison, die für ihn alles andere als einfach war, hart gearbeitet und sich deswegen diesen Höhepunkt zum Abschied absolut verdient“, lobt Lenk den nimmermüden Goalgetter und ergänzt: „Zur Crunchtime ist er wieder da und in der aktuellen Form eine Waffe, die jeden Gegner vor Probleme stellt.“ Setzt sich der finale Torlauf von Zimmermann auch im Finale um den „Wernesgrüner Sachsenpokal“ fort?!

FSV-Sportdirektor Lenk: „Ein Derby lebt von Choreografien und Support, nicht von Gewalt.“

Die letzten zwei Begegnungen sind in der Saison 2022/23 in der 3. Liga datiert. Während der FSV das Hinspiel in Aue durch ein Tor von Johan Gómez mit 1:0 für sich entscheiden konnte, revanchierten sich der FCE im Rückspiel und gewann durch Treffer von Dmitriy Nazarov und Boris Tashchy mit 2:0. Sowohl diese beiden Spiele als auch das letzte Landespokalfinale wurden von Fankrawallen überschattet. Neben provokanten Schmähgesängen wurden weiterhin geklaute Fanartikel präsentiert und verbrannt sowie mehrfach massiv Pyrotechnik gezündet. Ein ähnliches Szenario könnte auch diesmal drohen.

„Ich hoffe inständig, dass – bei aller Brisanz – das Sportliche im Vordergrund steht und in Erinnerung bleibt. Alles andere wäre ein fatales Zeichen“, appelliert FSV-Sportdirektor Lenk und ergänzt: „Ein Derby lebt von Choreografien, von lautstarkem Support, nicht von Gewalt.“ Mögen das beide Fanszenen am Samstagnachtmittag in der ausverkauften „GGZ-Arena“ bei diesem Hochsicherheitsspiel beherzigen.

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