Das Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP aus Memmingen ist das letzte deutsche Rennteam in der Motorrad-Weltmeisterschaft. Demzufolge richten sich naturgemäß beim Liqui Moly Motorrad Grand Prix von Deutschland am kommenden Wochenende auf dem Sachsenring viele Blicke auf deren Abschneiden. Dabei kann man der Truppe aus dem bayerischen Teil Schwabens einiges zutrauen. In der Klasse Moto2 kommt aus deren Reihen der Spanier Manuel Gonzalez nach vier Saisonsiegen und vier weiteren Podestplätzen aus den bisherigen zehn Rennen als klarer Tabellenführer zum Sachsenring.
Auf den aktuellen Tabellenzweiten, seinen Landsmann Izan Guevara vom Team BLU CRU Pramac Yamaha Moto2, hat er bereits ein Punkteplus von 57,5 Zählern, mehr als man mit zwei Rennsiegen „erwirtschaften“ kann. Als Gesamtdritter ist der bislang zweifache Saisonsieger und zudem viermalige Podeststürmer Senna Agius aus Australien mehr als nur die Back-up-Lösung für das Intact-GP-Team in Sachen möglicher Titelgewinn. Sehr gut lief es lange Zeit auch in der kleinsten WM-Klasse Moto3 für das Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP. Die beiden Spanier David Munoz und Team-Neuzugang David Almansa gehörten vorm Saisonstart zum Kreis der Titel-Favoriten, was Almansa mit seinem Sieg beim Auftaktrennen auch gleich bestätigte. Nach einer kleinen Durststrecke bzw. Pechsträhne kamen sie wieder in Schwung, da erwischte es Munoz mit einem schweren Sturz. Mit Beckenbruch fällt er nun lange Zeit aus. Almansa wurde zuletzt in drei Rennen zwei Mal Zweiter und ist aktuell Tabellendritter. Sein Problem und das der meisten seiner Mitstreiter heißt allerdings Maximo Quiles.
Der übermächtig scheinende weitere Spanier gewann von den ersten zehn Saisonrennen deren sechs und wurde zudem zwei Mal Zweiter und ein Mal Dritter. Wenngleich die Rennen auf dem Sachsenring erst die erste Saisonhälfte abschließend und demzufolge danach noch elf weitere Rennen anstehen, dürfte Quiles nur schwer beizukommen sein. Vorm Heimrennen des Teams Liqui Moly Dynavolt Intact GP sprach BLICK mit dem Teammanager Jürgen Lingg.
Herr Lingg, in der Moto2-WM sind Sie aktuell auf den Tabellenplätzen eins und drei, wobei Manuel Gonzalez einen satten Vorsprung auf den Zweitplatzierten hat. Zählt mittlerweile in dieser Klasse nur noch der WM-Titel und wäre alles andere ein große Enttäuschung?
Für uns zählt primär, was wir selber in der Hand haben, also die Konkurrenzfähigkeit, bzw. das Momentum solange es nur geht beizubehalten. Defekte oder Verletzungen können immer passieren. Aber natürlich wollen wir so wie wir in die Sommerpause gehen auch die Saison beenden.
In der Moto3-Kategorie hattet ihr in diesem Jahr ebenfalls ein Sieg- und ggf. Titel-fähiges Duo am Start. Allerdings habt ihr inzwischen einen Langzeitverletzten und es gibt zudem einen überlegenen Tabellenleader vor euch. Was geht da noch in der noch langen Restsaison?
Wir versuchen Rennen für Rennen die besten Einzelresultate zu erzielen, mit etwas Glück ist dann die Vizemeisterschaft in Team und Fahrerwertung noch möglich. Das ist ein reelles Ziel. Wir denken aber eigentlich nicht an die Meisterschaft.
Wie schade finden Sie es, das einzige verbliebene deutsche WM-Team zu sein? Auch in Bezug auf euer anstehendes Heimrennen, weil da ein besonders großer Fokus aus deutscher Sicht auf euch lastet. Oder ist das ein Rennen wie jedes andere?
Es ist sehr schade, dass wir die Einzigen sind. Mit dem Druck beim Heimrennen können wir gut umgehen, wir werden alles geben und lassen und von den Fans und der einzigartigen Atmosphäre des Sachsenrings beflügeln, da bin ich mir sicher! Und nein der Heim GP ist nicht wie jedes andere Rennen, es ist was ganz Besonderes und wir sind sehr stolz darauf, dabei sein zu dürfen!
Alle Fahrer wollen möglichst bis in die MotoGP kommen. Zieht bzw. reizt Sie als Team die Königsklasse ebenfalls?
Es würde uns sehr reizen, leider sehen wir keine Möglichkeit es zu machen, da es einfach keine verfügbaren Plätze gibt.
Befürchten Sie, dass durch die Übernahme der MotoGP durch Liberty Media, dass die kleinen Klassen Moto2 und Moto3 über kurz oder lang ihren WM-Status nach dem Vorbild der Formel 1 mit den deutlich im Schatten stehenden Formel 2 und Formel 3 ihren WM-Status verlieren könnten?
Ein bisschen schon, aber man hat uns zugesagt, dass der Status so bleiben soll wie bisher.
Was wünschen Sie sich stellvertretend für das Team vom Sachsenring-Wochenende?
Viel Spaß und maximale Erfolge!
Vielen Dank für das Gespräch, viel Spaß und Erfolg beim bevorstehenden Heimrennen.
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