Siege und Podestplätze zu Hauf für Lokalmatadore

Erfolgreicher erster Renntag der sächsischen Rennfahrer und –fahrerinnen bei der Euro-Moto-Premiere auf dem Sachsenring

Hohenstein-Ernstthal

An diesem Wochenende schreibt der Sachsenring mal wieder Geschichte – mutmaßlich keine ganz große, aber immerhin. Am 25. und 26. Mai 1996, also vor ziemlich genau 30 Jahren, war der Lauf zur (internationalen) Deutschen Meisterschaft für Motorräder inklusive der Pro Superbike nach sechsjähriger Pause der Startschuss für eine ganz neue und praktisch die zweite Ära des Sachsenrings. An jenem Wochenende wurde erstmalig auf der neuen nur 3,583 km langen und in das Verkehrssicherheitszentrum Sachsenring eingebundenen Rennstrecke gefahren. 2000 wurde die IDM (Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft) unter dem Dach der kurz zuvor neu gegründeten deutschen Motorsportföderation DMSB ins Leben gerufen, die 2003 erstmalig und seitdem 14 Mal auf dem neuen Sachsenring vorstellig wurde.

Euro Moto feiert Premiere

Über den Winter wurde der IDM ein neues Kleid verpasst und sie in Euro Moto umbenannt. Wesentliche Veränderungen sind noch nicht sichtbar, doch unter dem neuen Arbeitstitel feiert die höchste deutsche Motorradrennserie mit starker internationaler Beteiligung an diesem Wochenende auf dem Sachsenring ihre Premiere.

Lengefelder vor Hohndorferin

Mit drei Meisterschaftskategorien und vier Rahmenserien sind sieben Rennklassen am Start. Nach dem reinen ziemlich verregneten Trainingsfreitag trugen sechs davon am heutigen Samstag ihre ersten von zwei Rennen aus. Lediglich die Top-Klasse Superbike kämpft am klassischen Rennsonntag zwei Mal um Meisterschaftspunkte. In allen Kategorien sind Sachsen am Start – und waren dabei schon am Samstag sehr erfolgreich.

Sachsen-Duell in der Nachwuchsklasse

Den Anfang machte die auf die Moto3-Weltmeisterschaft abzielende Nachwuchsklasse Moto4 Northern Cup mit auch bei deren zweiten Saisonevent acht deutschen und davon wiederum fünf sächsischen Akteuren, darunter zwei schnelle Mädchen. Im ersten Rennen des Wochenendes bildete sich schnell ein Dreier-Spitzengruppe mit Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg, Robin Siegert aus Lengefeld und Thias Wenzel aus Hermannsburg in Niedersachsen. Nach einem packenden Finish hatte schlussendlich Robin Siegert minimal die Nase vor Anina Urlaß und Thias Wenzel. In der Verfolgergruppe kämpfte Danny Hinkelmann aus Königsfeld bravourös und überquerte den Zielstrich schließlich als Sechster. Am Ende der nachfolgenden um die Plätze ab Rang acht kämpfenden Gruppe verfehlte Jason Rudolph aus St. Egidien als Elfter die Top-10-Plätze nur knapp. Die noch an den Nachwirkungen von ihrer Sturzverletzung vom Saisonauftakt im niederländischen Assen leidende Smilla Göttlich aus Eibau belohnte sich für ihre kämpferische Leistung mit Platz 15 und zumindest einem Meisterschaftspunkt.

Podestplatz unter Vorbehalt

Einen sächsischen Podestplatz gab es auch im anschließenden Rennen der Meisterschaftsklasse Euro Moto Supersport zu bejubeln. Lennox Lehmann aus Dresden wurde hinter dem Sieger Daniel Blin aus Polen und seinem Teamkollegen Dirk Geiger aus Mannheim hauchdünn Dritter, was der knapp unterlegene Viertplatzierte bzw. dessen Team anfechten. Als Erster der ersten Verfolgergruppe wurde der Wildenfelser Marvin Siebdrath guter Fünfter und der Klassenneuling Freddie Heinrich aus Lunzenau schloss als Zehnter die Top-10 ab.

Starke Debüts und knappe Entscheidungen

Beim Rennen der Euro Moto Sportbike fuhr der Österreicher Jakob Rosenthaler zwar als Erster über die Ziellinie, doch da wenig später gegen ihn wegen eines vermeintlich überhart geführten Zweikampfs nachträglich eine 3-Sekunden-Strafe als Ersatz eines Long-Lap-Penaltys verhängt wurde, landete er im Klassement nur auf Rang vier. So gewann der Tscheche Stepan Zuda vorm weiteren Österreicher Tobias Kitzbichler und dem Niederländer Ruben Bijman. Marvin Siebdraths jüngerer Bruder Mika wusste bei seinen IDM- bzw. Euro-Moto-Debüt mit Platz sechs zu überzeugen.

Und noch zwei Sachsen-Siege

Beim nachfolgenden Rennen zum Kawasaki ZX4-RR Cup gab es einen weiteren sächsischen Sieg, und zwar durch Ben Wiegner aus Plauen. Im Rennen des hubraumgrößeren Kawasaki ZX6-R Cup belegte der Chemnitzer Oliver-Jon Beier den zehnten Platz.

Zum Tagesabschluss wurde noch das erste Saisonrennen zum ADAC Junior Cup mit drei Sachsen gestartet. Auch nach diesem wurden zwei von denen zur Siegerehrung gerufen, und zwar der Aufsteiger aus dem ADAC Mini Bike Cup, der Glauchauer Fillin Lorenz, als Sieger und Collin Langer aus Neuhausen als Dritter. Der Quereinsteiger ohne große Vorgeschichte Ryley Schwarze aus Leipzig wurde 17.

Wieder nur trainiert

Wie üblich hatte die Top-Klasse Superbike im zweiteiligen Qualifying am Samstag nur ihre Startaufstellung für ihre beiden Rennen am Sonntag ermittelt. Hierfür sicherte sich der Vorjahresmeister Lukas Tulovic die Pole Position. Der Krostitzer Toni Finsterbusch startet von Platz sechs und die Arnsdorfer Bürder Kevin und Leon Orgis von den Positionen zehn und 13.

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