Günter Schmeißer hat in seinem Leben schon viel gewonnen. In seinem Lieblingselement, dem Wasser, ist er auch mit 83 Jahren noch frisch und voller Tatendrang, wie er kürzlich bei der Schwimm-WM Masters und Elite in Singapur unter Beweis stellte. Neben ihm gingen 55 weitere Starter in der Altersklasse 80 bis 84 Jahre in verschiedenen Techniken auf Angriff, beim Brustschwimmen hatte er zwölf direkte Kontrahenten. Schmeißer selbst trat über 50, 100 und 200 Meter an und sicherte sich jedes Mal den Sieg. Wie schafft er das?
Schmeißer erklärt wie es läuft
„Es sind offiziell Pflichtzeiten vorgegeben, die in der jeweiligen Altersklasse erreicht werden müssen“, erläutert er die Regeln zur Anmeldung. Wer dabei schummelt, fällt vor Ort raus, wenn die Differenz zwischen Anmeldezeit und der tatsächlich geschwommenen zu groß ist. Wer sich jetzt selbst testen möchte, ob er mithalten kann: Die 50 Meter schwamm Schmeißer in rund 49 Sekunden, die 100 Meter in 1,53 Minuten und die 200 Meter Distanz in 4,20 Minuten.
EM und WM sind sein täglich Brot
Und wie wird man so fit? „Ich trainiere drei Mal die Woche entweder im Freizeitbad ‚Limbomar‘ oder im Sonnenbad, dabei schwimme ich jeweils 1000 Meter“, so der langjährige Vereinschef des Schwimmsport- und Tauchsportvereins der Stadt. Eine WM ist für ihn nichts Neues, auch Kanada, USA oder Neuseeland waren schon Wettkämpfstätten für ihn. Den Flug und die Übernachtung bezahlt er immer selbst, die Hälfte des Startgelds übernimmt der Verein. Alle zwei Jahre gibt es entweder eine EM oder eine WM, auf die er sich vorbereitet. Oftmals verbindet er die Wettkämpfe gleich mit privaten Urlauben.
Schmeißler berichtet von den 90ern
„In Kanada 1994 war ich damals nahezu untrainiert und bin bei einer weitaus höheren Teilnehmerzahl gleich ins Mittelfeld gekommen - da hatte ich das sprichwörtliche Blut geleckt“, schmunzelt er.
„So lange es die Gesundheit erlaubt, geht es weiter“
Solange es die Gesundheit erlaubt, will er auf jeden Fall weiterschwimmen, wie am letzten Wochenende bei den Sachsenmeisterschaften an der Talsperre Pöhl. Da ging es für ihn mal „nur“ über 1000 Meter, für die er 25 Minuten anpeilte - abhängig von der Temperatur des Wassers. Am 13. September steht in seinem Stammbad, dem „Limbomar“, die 25. Auflage des 24-Stunden-Schwimmens auf dem Programm, bei dem eine Teilnahme Ehrensache ist - schließlich hat er rund 20 Jahre für den Bad dieses Baus gekämpft.
Schwimmtraining überdauert Generationen
Und außerhalb des Trainings? Da trainiert er seit über 50 Jahren Kinder, mittlerweile weit über 2000. Aktuell sind es 40 bis 50, die -seinem Namen entsprechend- auch ab und an ins Wasser „geschmissen“ werden. Und die Eltern, die am Rand sitzen, haben unter Umständen selbst schon bei Günter Schmeißer das Schwimmen gelernt.
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