Am bevorstehenden verlängerten Wochenende (15. bis 17. Mai) ist es wieder so weit – dann kommt die Superbike-WM „WorldSBK“ wieder nach Most. Seit 2021 gastiert die seriennahe und zweitwichtigste Motorrad-Weltmeisterschaft nach der MotoGP regelmäßig im dortigen Autodrom mit der 4,212 Kilometer langen von vielen Stellen gut und weit einsehbaren Rennstrecke.
Nach dem zweiten Corona-Irrsinnsjahr 2021 mit maximal zulässigen 7.000 Besuchern pro Tag (unter freiem Himmel) und im Endeffekt insgesamt 15.000 Fans, haben sich die Zuschauerzahlen gut entwickelt. Im Vorjahr verfolgten an den drei tollen Tagen Freitag bis Sonntag insgesamt 55.318 Zuschauer, davon ein Großteil aus Sachsen, das Geschehen. In diese Richtung wird es wohl auch in diesem Jahr wieder gehen, wobei eine weitere Steigerung mit sogar recht guten Wetterprognosen durchaus möglich erscheint.
Kompaktes Rennprogramm gibt Freiräume zu Kontakten mit Fahrern
Im Programm sind in diesem Jahr nur die drei Weltmeisterschaftsklassen Superbike (WorldSBK), Supersport (WorldSSP) und Sportbike (WorldSPB). Klar, dass sie auch allein für reichlich Rennaction sorgen. Das komprimierte Programm ohne Rahmenrennen bietet dafür im Umkehrschluss viel Zeit fürs offene Fahrerlager, wo man die Stars zwanglos treffen kann und diese auch immer wieder Teil der öffentlichen fast ganztägigen Paddock Shows sind. Ein besonderes Erlebnis sind auch immer wieder die Einfahrten der siegreichen Piloten durch die Victory Lane im Fahrerlager bis zum Siegerehrungsplatz, bei der die Fans ihren Stars ganz nah kommen und sie „abklatschen“ können.
Bis es soweit ist, muss erst einmal trainiert und später „gerannt“ werden. Das kompakte Programm der drei Klassen erstreckt sich am reinen Trainingsfreitag in zwei Blöcken – von 9.40 bis 12.00 Uhr und von 13.15 bis 16.25 Uhr.
Das Rennprogramm für Samstag und Sonntag
Am Samstag wird ab 9.00 Uhr weiter trainiert und ab 12.30 Uhr geht man schon in den Rennmodus über. Den Anfang macht die Klasse Supersport, auf die ab 14.00 Uhr die Superbike und ab 15.15 Uhr die Sportbike folgen. Im Anschluss gibt es auf der Start- und Zielgeraden eine öffentlich zugängliche Ehrenbekundungszeremonie für den kürzlich beim North West 200 in Nordirland tödlich verunglückten tschechischen Road-Racing-Nationalhelden Kamil Holan.
Am Sonntag gibt es ab 9.15 Uhr die Warm-up-Sessions, an die sich ab 11.10 Uhr die weiteren Rennen anschließen. Den Anfang macht die Top-Klasse Superbike mit ihrem verkürzten Superpole-Race. Danach geht es mit der Reihenfolge Sportbike (13.00 Uhr), Supersport (14.00 Uhr) und zum Abschluss noch einmal Superbike (15.30 Uhr) weiter.
Italienischer Seriensieger
In der Premiumklasse reist der Italiener Nicolo Bulega vom Ducati-Werksteam Aruba.it Racing – Ducati als klarer Top-Favorit an. Der 26-Jährige hat bisher in diesem Jahr alle Rennen (Sprint- und Hauptrennen) gewonnen und schielt mit seinem aktuellen Punktemaximum 248 demzufolge ein wenig in Richtung MotoGP 2027. Ihm nur bedingt auf den Fersen sind sein Teamkollege Iker Lecuona aus Spanien mit 166 Zählern und der ebenfalls Ducati fahrende Brite Sam Lowes vom ELF Marc VDS Racing Team mit deren 99.
Die deutschen Semi-Lokalmatadore
In der Klasse Supersport ruhen die deutschen Hoffnungen im grenznahen Most auf dem Bayern Philipp Öttl, dem im April in Assen sein erster Laufsieg in dieser Klasse gelungen war und der aktuell WM-Vierter ist. An das Autodrom im Norden Tschechiens hat der seit dem 3. Mai 30-Jährige noch recht frische gute Erinnerungen, stand er doch vor Jahresfrist nach dem zweiten Lauf als Dritter auf dem Podest.
Bei den Sportbikes mischt mit Phillip Tonn aus dem thüringischen Mattstedt ein weiterer Deutscher mit. Genau genommen ist der Sachse, denn einst wurde er als Philipp Kastl ist er in Werdau geboren, wuchs in Neukirchen/Pleiße auf und hat seine ersten Gehversuche im Motorsport unter dem Dach des AMC Sachsenring getätigt. Dazu merke! Wenn eine Katze im Fischladen Junge bekommt, sind es trotzdem Katzen und keine Fische.
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