Keine Infrastruktur nach der Wende
Kurz nach Mauerfall und Wiedervereinigung fehlt es in Sachsen an Eishockey-Teams und -Infrastruktur. Die Mannschaft aus Crimmitschau, deren Spielbetrieb zu DDR-Zeiten nur auf Sparflamme loderte, durfte in der Saison 1990/91 in der Bayernliga starten. Auswärts hagelte es - zum Beispiel in Pfaffenhofen und Ingolstadt - deftige Niederlagen. Erst nach den Verpflichtungen von Kmonicek und Novotny präsentierte sich das ETC-Team konkurrenzfähig. Das Duo sorgte mit seinen Toren für die Trendwende. "Viele Vereine aus der Bayernliga hatten damals Legionäre auf dem Eis, die den Unterschied machen konnten", erinnert sich ETC-Stürmer Peter Schneemann, der kürzlich 65 Jahre alt wurde.
Große Begeisterung
Die Begeisterung für Eishockey war damals in Crimmitschau schon riesengroß. Tausende Fans strömten vom Herbst bis zum Frühjahr in das Kunsteisstadion im Sahnpark. Die Fans nahmen schon zwei Stunden vor dem ersten Bully ihre Stammplätze ein.
Das Team bestand durchweg aus Amateuren, die voll im Berufsleben standen. Das war vor 35 Jahren. Namen und Erinnerungen, die deutlich machen, wie lange der ETC ein Aushängeschild von Crimmitschau darstellt und wie lange der BLICK die Nachrichten in Westsachsen transportiert. Mit Blick auf den Eishockey-Standort gab es Höhen und Tiefen, über die als Eishockey-Reporter aus der Region vor allem Thomas Michel jahrzehntelang berichtet hat.
Aufstieg nach der Jahrtausendwende
Nach dem Höhenflug in den 1990-er Jahren folgte der Aufstieg in die 2. Bundesliga nach der Saison 2000/2001. Schwierige Phasen stellten Fans und Verantwortliche auf die Probe. 2004/05 stieg die Mannschaft erstmals unter dem kürzlich verstorbenen Trainer Jiri Ehrenberger aus der 2. Bundesliga ab.
Zwölf Monate später führte Übungsleiter Gunnar Leidborg die Mannschaft zum Wiederaufstieg. Im Sommer 2007 drohte aufgrund eines immensen Schuldenberges die Fast-Pleite - der Stammverein wechselte das Personal im Vorstand und gliederte die Eispiraten in eine Profi-GmbH aus. Mit Ausnahme der Corona-Saison strömten stets mindestens 50.000 Fans pro Spielzeit zu den Heimspielen in das Kunsteisstadion im Sahnpark.
Der größte sportliche Erfolg war der Einzug ins Halbfinale in der Saison 2023/24. Zu den Legionären gehört auch jetzt wieder ein Spieler aus Tschechien: Ladislav Zikmund setzt quasi die von Zdenek Kmonicek und Karel Novotny begonnene Tradition im Eishockey-Mekka fort.
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