Update: Streit um Parkverbot am Freibad Crossen: Förderverein entschuldigt sich

Nach einem Beitrag in sozialen Medien erhebt der Förderverein Freibad Crossen schwere Vorwürfe gegen den Ortschaftsrat und Anwohner. Ortsvorsteher Hillert weist Vorwürfe zurück. Der Förderverein entschuldigt sich.

Zwickau

Ein in sozialen Medien veröffentlichter Beitrag des Fördervereins Freibad Crossen e.V. sorgt derzeit für Diskussionen über die Zukunft des Freibades. Darin erhebt Vorstandsmitglied Mario Wojnowski schwere Vorwürfe gegen den Ortschaftsrat der Gemeinde Crossen sowie einzelne Anwohner.

Nach Angaben des Fördervereins soll bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde ein Parkverbot für die Wiesen vor dem Freibad erreicht worden sein. Diese Flächen seien nach Darstellung des Vereins seit mehr als 20 Jahren als Parkmöglichkeiten für Besucher genutzt worden.

Förderverein sieht wirtschaftliche Zukunft gefährdet

In dem veröffentlichten Beitrag erklärt der Förderverein, das Parkverbot könne erhebliche wirtschaftliche Folgen für den Badebetrieb haben. Unter anderem wird die Befürchtung geäußert, dass eine Eröffnung des Freibades im Jahr 2027 gefährdet sein könnte. Außerdem ist von rund 20 Arbeitsplätzen die Rede, die nach Einschätzung des Vereins betroffen sein könnten.

Der Förderverein kündigt zugleich an, die Situation nicht kampflos hinnehmen zu wollen.

Vorwürfe derzeit nicht unabhängig bestätigt

Die genannten Aussagen stammen aus einem öffentlich veröffentlichten Beitrag in sozialen Medien. Eine unabhängige Bestätigung der erhobenen Vorwürfe liegt derzeit nicht vor.

Unsere Redaktion hat den Ortschaftsrat der Gemeinde Crossen sowie Mario Wojnowski um eine Stellungnahme gebeten. Sobald Antworten vorliegen, wird dieser Beitrag entsprechend ergänzt.

Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde im Fokus

Offen ist derzeit unter anderem, welche Gründe zur Anordnung des Parkverbots geführt haben und welche Rolle der Ortschaftsrat oder einzelne Anwohner tatsächlich im Verfahren gespielt haben. Ebenso ist bislang unklar, ob alternative Parkmöglichkeiten oder andere Lösungen geprüft wurden.

Bericht wird aktualisiert

Dieser Artikel gibt den aktuellen Stand der öffentlich bekannten Informationen wieder. Er basiert auf den bislang veröffentlichten Aussagen des Fördervereins in sozialen Medien. Die dort erhobenen Vorwürfe sind derzeit nicht bestätigt. Nach Eingang der Stellungnahmen aller Beteiligten wird die Berichterstattung ergänzt und gegebenenfalls aktualisiert.

Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Eine schriftliche Anfrage unserer Redaktion an den Ortschaftsrates sowie den Förderverein des Freibades blieb bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unbeantwortet. Sollten uns nachträglich Stellungnahmen zugehen, werden wir diese im Rahmen der Berichterstattung ergänzen.

Update vom 6. Juli: Ortsvorsteher Hillert weist Vorwürfe zurück

Ortsvorsteher Herr Hillert weist die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Parkverbot entschieden zurück. Auf die Frage, ob der Ortschaftsrat oder einzelne Mitglieder eine entsprechende Initiative bei der Straßenverkehrsbehörde unterstützt oder angestoßen hätten, antwortet er eindeutig: „Nein!!!“

Auch bei der Entscheidung selbst habe der Ortschaftsrat nach seinen Angaben „überhaupt keine“ Rolle gespielt. Als Grund für das Parkverbot nennt Hillert ausschließlich „die Erreichbarkeit des Bades von Rettungsfahrzeugen“.

Zu möglichen Gesprächen mit dem Förderverein erklärt er: „Wenn, dann nicht mit dem Ortschaftsrat – dieser wusste ja auch nichts davon! – am Freitag schon.“ Eine nähere Erläuterung dazu gab er nicht.

Die Vorwürfe, wonach das Parkverbot die Zukunft des Freibades gefährden könnte, bewertet Hillert als „haltlos und vollkommen übertrieben!!!“. Zudem fordert er, „dass dieser (vermutlich) unüberlegte und voller unwahrer Behauptungen steckende Beitrag richtig gestellt und sich bei den Angeprangerten zu entschuldigen ist“.

Rückmeldung seitens des Fördervereins vom 7.7.

Der Förderverein Freibad Crossen e.V. hat durch seinen Schatzmeister, Herrn Mario Wojnowski, eine Stellungnahme abgegeben:

„Liebe Crossenerinnen und Crossener, liebe Badegäste,

in den letzten Tagen gab es viel Diskussion um die neue Parkregelung und unsere erste Reaktion dazu in den sozialen Medien. Wir möchten heute Transparenz schaffen, die Situation aus unserer Sicht einordnen und uns bei allen Beteiligten bedanken.“

Klarstellung zur Ausgangslage

„Unser erster Post war eine sehr emotionale Reaktion auf eine Information der Straßenverkehrsbehörde. Uns wurde mitgeteilt, dass aufgrund von Anwohnerbeschwerden eine Eingabe des Ortschaftsrates vorliege – verbunden mit dem Hinweis auf einen Vor-Ort-Termin, der faktisch nie stattgefunden hat.

Diese fehlerhafte Auskunft hat uns verunsichert und zu einer falschen Interpretation der Situation geführt. Dass wir uns hierbei im Ton vergriffen und die Nachbarschaft fälschlicherweise in die Verantwortung genommen haben, bedauern wir sehr. Dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen.“

„Vor vollendete Tatsachen“ gestellt gefühlt

„Was wir uns im Vorfeld gewünscht hätten, ist ein echter Dialog. Anstatt uns vor vollendete Tatsachen zu stellen, hätte ein Gespräch im Vorfeld viele Missverständnisse und die daraus resultierende Eskalation vermieden. Wir wünschen uns für die Zukunft einen proaktiven Austausch auf Augenhöhe zwischen der Behörde, dem Ortschaftsrat und unserem Verein. Nur wenn wir miteinander und nicht übereinander sprechen, können wir Lösungen finden, die den Betrieb unseres Bades sichern und gleichzeitig die Anliegen der Anwohner respektieren.“

Dank für die Unterstützung und den Dialog

„Wir sind sehr dankbar, dass durch die Vermittlung von Oberbürgermeisterin Constance Arndt Ruhe in die Situation eingekehrt ist. Besonders wichtig war uns der gemeinsame Vor-Ort-Termin am vergangenen Donnerstag, bei dem der Vorstand des Freibads und der Ortschaftsrat Crossen konstruktiv in den Dialog getreten sind.

Auch danken wir Radio Zwickau und Westsachsen TV für die sachliche Berichterstattung, die dazu beigetragen hat, die Fakten in das richtige Licht zu rücken. Ein besonderer Dank gilt zudem Thomas Wunderlich, dessen Vermittlung es uns ermöglicht hat, eine praktikable Parklösung zu finden.“

Die Verantwortung als Förderverein

„Als Verein tragen wir eine große Verantwortung: Wir beschäftigen 5 festangestellte Mitarbeiter sowie 20 Saisonkräfte – darunter Rettungsschwimmer, Kassenpersonal und Reinigungskräfte –, ohne die unser Badebetrieb nicht funktionieren würde. Unsere Einnahmen sind überschaubar: Sie setzen sich ausschließlich aus Eintrittsgeldern, den Pachteinnahmen für unseren Kiosk, den Zuwendungen der Stadt Zwickau sowie aus Spenden zusammen.

Unsere Kalkulation ist sehr eng – jeder Euro muss sinnvoll eingesetzt werden. Wir möchten hierzu offen kommunizieren: Hätten wir keine praktikable Lösung für die Parkplatzsituation gefunden, wäre ein wirtschaftlicher Betrieb des Freibads auf Dauer kaum noch möglich gewesen. Das hätte den Bestand unserer Einrichtung ernsthaft gefährdet. Zudem kostet uns die nun notwendige Anmietung der Ausweichfläche 500 Euro pro Saison; eine Summe, die bisher nicht eingeplant war und die uns nun an anderer Stelle fehlt.“

Deren Ziel für die Zukunft

„Wir haben aus den Ereignissen gelernt: Künftig werden wir bei Unsicherheiten erst den direkten Dialog suchen, anstatt vorschnell zu reagieren. Unser gemeinsames Ziel bleibt ein schönes und sicheres Badeerlebnis in Crossen – mit einem starken Miteinander.

Wir hoffen, dass wir die Irritationen ausräumen konnten und freuen uns darauf, Sie alle im Freibad begrüßen zu dürfen.“

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