Vorfreude auf den MotoGP Sachsenring am Siedepunkt

Motorsportfest der Extraklasse steht unmittelbar bevor

Hohenstein-Ernstthal

Die Wochen und Monate der Vorfreude auf den diesjährigen Motorrad Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring erreichte am heutigen Donnerstag den Siedepunkt. Spätestens ab morgen früh 9 Uhr, wenn die ersten Motorräder den Traditionskurs endgültig in Beschlag nehmen, hat die Zeit des Wartens ein Ende und die Vorfreude weicht knisternder Spannung.

Dann nehmen die drei WM-Klassen Moto3, Moto2 und schließlich die Top-Kategorie MotoGP nacheinander die Trainings auf und die Fahrer suchen nach den bestmöglichen Setups, um in den Rennen am Samstagnachmittag (nur MotoGP) sowie am klassischen Rennsonntag die maximal möglichen Ergebnisse im Kampf um die WM-Punkte herauszufahren. Des Weiteren im Programm sind die Nachwuchskategorien Red Bull MotoGP Rookies Cup und Moto4 Northern Cup.

Der Chef im „Ring“ sprach

Einen den man in der Premiumklasse, speziell auf dem Sachsenring, immer auf dem Zettel haben muss, ist Marc Marquez. Der neunfache Weltmeister vom Ducati Lenovo (Werks-)Team kommt zwar in diesem Jahr nur als WM-Fünfter zur alljährlichen deutschen WM-Runde, hat aber auf einem seiner Lieblingskurse schon zwölf Mal gewonnen, davon neun Mal in der Königsklasse MotoGP.

Bei der heutigen Pressekonferenz zur Einstimmung aufs große Ereignis, der neben ihm auch der WM-Spitzenreiter Jorge Martin (ESP, Aprilia Racing), der WM-Dritte Fabio di Giannantonio (ITA, Pertamina Enduro VR46 Racing Team, Ducati) und der zuletzt im niederländischen Assen erstmals in der MotoGP siegreiche Ai Ogura (JPN, SuperFile Trackhouse MotoGP Team, Aprilia) beiwohnten, antwortete der mittlerweile 33-jährige Spanier auf die Frage eines Journalistenkollegen nach seiner vermeintlichen Favoritenstellung auf dem Sachsenring scherzhaft: „Da musst du den Kerl neben mir fragen, der hält hier den Rundenrekord.“

Gemeint war Fabio di Giannantonio, der im vorigen Jahr die schnellste mit einem Motorrad jemals auf dem Sachsenring gefahrene Rennrunde in 1:19,071 Minuten drehte. Etwas ernster führte er fort, dass der Sachsenring sehr viele Linkskurven hat, er diese besser mag und ihm das Streckenlayout insgesamt gefällt.

Buntes Treiben nahm Fahrt auf

Ansonsten war heute wieder schon sehr viel am und auf dem Sachsenring geboten, was schon sehr gut angenommen wurde.

Zum Beispiel der neu eingeführte sogenannte Family Day im Bereich des Karthallen-Vorplatzes des Fahrsicherheitszentrum Sachsenring sowie in selbiger. Hier kamen ab 11 Uhr bei herrlichem Sommerwetter tatsächlich alle Teile einer klassischen Familie auf ihre Kosten. Die gute Resonanz bestätigte stellvertretend Ronny Heinrich. Der jahrelange Nachwuchstrainer des AMC Sachsenring erklärte, dass sehr viele Leute insgesamt da waren und das Interesse am Einstiegs-Motorsport sehr groß war.

Auf die ab morgen prall gefüllten Tribünen verirrten sich heute nur wenige Leute. Zum einen, um schon mal eine Sitz- und Sichtprobe zu nehmen, zum anderen aber auch, um ihren Idolen bei deren Streckenbegehung am Nachmittag von Weitem zuzujubeln.

Den (leider nur wenigen) Stars ganz nahe

Deutlich näher kamen die Fans den Stars beim obligatorischen Pitwalk, zu dem erstmals die Start- und Zielgerade unter die Füße genommen werden durfte. In der Boxengasse selbst gestaltete sich das Erhaschen von Autogrammen und Selfies wieder ziemlich schwierig. Zumindest eine gute Handvoll Fahrer ließ sich blicken, um die Sehnsucht nach Racing-Feeling der Geduldigen zu stillen.

Auch das Party-Leben wird intensiver

Am Abend steht nun die zweite Party-Nacht ins Haus, denn bereits am gestrigen Mittwoch wurde zur Einstimmung aufs Wochenende auf der Goldbachstraße einiges an Mugge und Buden geboten.

Heute dürfte sich erfahrungsgemäß das Ganze potenzieren, und wenn ab Freitag auf dem Großzeltplatz Ankerberg, in der Karthalle, auf der gesamten Goldbachstraße sowie auf dem Altmarkt inmitten von Hohenstein-Ernstthal „der Bär steppt“, gibt es für alle Feier-wütigen endgültig kein Halten mehr.

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