VW in Zwickau: Bericht über mögliches Werksaus sorgt für neue Unruhe

Noch vor wenigen Tagen war von keiner Entscheidung die Rede. Nun berichtet die „Wirtschaftswoche“ von einem einstimmigen Beschluss des VW-Vorstands, der auch den Standort Zwickau treffen soll.

Zwickau

Die Lage bei Volkswagen spitzt sich offenbar weiter zu. Nachdem Konzernchef Oliver Blume bei seinem Besuch in Zwickau noch erklärt hatte, es gebe keine Entscheidung zu möglichen Werkschließungen, zeichnet sich nun ein ganz anderes Bild ab.

Bericht sorgt für neue Brisanz

Wie am Dienstagabend bekannt wird, soll der VW-Vorstand einstimmig das Aus von vier Standorten beschlossen haben. Damit gewinnt die Debatte um die Zukunft mehrerer Werke im Konzern deutlich an Schärfe.

Zwickau offenbar direkt betroffen

Von den Plänen soll auch Zwickau betroffen sein. Nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ soll die Produktion in den Volkswagen-Werken Emden und Zwickau im Jahr 2031 eingestellt werden. Für den sächsischen Standort wäre das ein gravierender Einschnitt.

Weitere Standorte ebenfalls im Fokus

In den Jahren danach sollen laut Bericht weitere Werke folgen. Demnach sei vorgesehen, die Nutzfahrzeuge in Hannover 2032 und den Audi-Standort 2034 auslaufen zu lassen. Insgesamt geht es damit um vier Standorte, die von dem Beschluss betroffen sein sollen.

Widerspruch zu Blumes jüngsten Aussagen

Besonders brisant ist die Entwicklung auch deshalb, weil Oliver Blume noch vor einer Woche bei seinem Besuch in Zwickau deutlich gemacht hatte, dass es keine Entscheidung zu möglichen Werkschließungen gebe. Nur wenige Tage später kommt nun eine gegenteilige Darstellung auf.

Vorstand soll am Aufsichtsrat vorbei handeln können

Der „Wirtschaftswoche“ zufolge soll der Vorstand das „Leerlaufen von Werken“ am Aufsichtsrat vorbei umsetzen können. Das Magazin beruft sich dabei auf ein Papier mit dem Titel „Bericht zum Konzeptbeschluss Aufsichtsrat 3./4. September 2026“, das Blume dem Kontrollgremium am Freitag vorlegen werde.

Kritik am Sparkurs des Konzerns

Im Umfeld des Konzerns wächst damit auch die Kritik am eingeschlagenen Sparkurs. Nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ heißt es in dem Papier, die bestehenden Geschäftsmodelle und Strukturen reichten nicht mehr aus, „um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Volkswagen-Konzerns langfristig sicherzustellen“. Genau diese Begründung dürfte die Diskussion um die Zukunft der betroffenen Werke weiter anheizen.

Wirtschaftsminister Panter sähe keinen Grund, das Werk zu schließen

Wirtschaftsminister Dirk Panter: “Die neuesten Berichte haben uns überrascht. Sachsen steht fest an der Seite der Beschäftigten. Wir kämpfen um jeden einzelnen Arbeitsplatz. Entscheidend für uns ist, was wir mit Volkswagen in Zwickau besprochen und vereinbart haben: Wenn das Zwickauer Werk wettbewerbsfähig ist und mit Standorten in Osteuropa mithalten kann, gibt es keinen Grund, das Werk zu schließen.

Hinter dem Standort stehen Tausende Beschäftigte, ihre Familien und viele weitere Arbeitsplätze in der Region. Ministerpräsident Michael Kretschmer und ich haben bereits zahlreiche Gespräche mit Volkswagen geführt – und wir werden das auch weiterhin tun. Die Automobilindustrie gehört zu Sachsen – mit ihrer großen Tradition und mit einer Zukunft, die wir gemeinsam auch nach 2030 sichern wollen.„

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