Zwei Indische Wasserbüffel sind in Limbach-Oberfrohna an „Schimmels Teichen“ angekommen, wo sie eine wichtige Aufgabe haben: Mit ihrem Hunger helfen sie dabei, dass Zuwachsen der Teiche und angrenzender Flächen zu verhindern.
Artenschutzprojekt schützt Schimmels Teiche vor menschlichen Störungen
Auf rund zehn Hektar Fläche, die von einem festen, stromführenden Koppelzaun umgeben sind, steht an „Schimmels Teichen“ jetzt der Artenschutz im Mittelpunkt. Dazu gehört auch, dass Störungen durch Menschen und Technik minimiert werden sollen. Zusammen mit den beiden Wasserbüffeln, die etwa sechs Monate alt sind, fressen auch drei Ziegenböcke in dem Gelände.
Schottisches Hochlandrind soll Artenvielfalt fördern
„Wahrscheinlich kommt demnächst noch ein Schottisches Hochlandrind dazu“, sagt Maik Werner, der im Auftrag der Stiftung Pro Artenvielfalt für das Beweidungsprojekt zuständig ist. Aufgrund des hohen Bewuchses sind die Tiere derzeit nur mit etwas Glück zu sehen. Das Betreten der Flächen ist verboten.
Artenschutzstiftung hat die Teiche gekauft
Nachdem die Fischzucht in „Schimmels Teichen“ vor einigen Jahren eingestellt wurde, unter anderem wegen Wassermangels und der Verluste durch die Tiere wie den Graureiher, hat die in Bielefeld ansässige Stiftung Pro Artenvielfalt das Gebiet gekauft. „Zielsetzung unserer als gemeinnützig anerkannten satzungsgemäßen Projektarbeiten ist es, der Natur und ihrer zunehmend bedrohten Artenvielfalt, Raum, Ungestörtheit und Zeit für ihre natürliche Entwicklung zu schenken“, betont der Vorstandsvorsitzende Roland Tischbier.
Schutzzonen fördern Naturschutz und Ruhe im Teichgebiet
Ruhe ist dafür besonders wichtig, weshalb entschieden wurde, dass rund zehn Hektar als Schutzzone gestaltet werden, in der Nutzungsinteressen der Menschen nicht an erster Stelle stehen. Obwohl Schilder im Teichgebiet schon seit vielen Jahren darauf hingewiesen haben, dass „Betreten verboten“ ist, gab es viele Spaziergänger, teils auch mit nicht angeleinten Hunden.
Vögel und Amphibien bekommen ungestörten Lebensraum
Nicht nur Ruhe, sondern auch verschiedenartige Biotope gibt es an „Schimmels Teichen“. Einige sind nur teilweise gefüllt. Schilf und Rohrkolben bieten an manchen Stellen Rückzugsmöglichkeiten für Vögel. Der Limbach-Oberfrohnaer Ornithologe Jens Hering, der das Teichgebiet seit mehr als 40 Jahren bestens kennt, zeigt sich optimistisch: „Die Artenvielfalt profitiert schon jetzt“, sagt er mit Blick auf die unterschiedlich gefüllten und teilweise bewachsenen Teiche.
Seltene Vogelarten kehren dank Trockenfallen zurück
Selbst das zeitweise Trockenfallen in den vergangenen Jahren hat selten gewordene Arten wie die Bekassine und die Zwergschnepfe angelockt. Eisvogel, Rohrweihe, Blaukehlen, Teichrohrsänger und viele weitere seltene Arten konnten ebenfalls beobachtet werden. Das Artenschutzprojekt wird von hieisgen Ornithologen und der Naturschutzbehörde begleitet.
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