Wechselhaftes Juliwetter kann Wasserentnahme-Verbot in Westsachsen nicht verhindern

Aktuell ist es recht kühl und wechselhaft. Wasserknappheit in Gewässern besteht trotzdem.

Region

Genau wie bereits in anderen Regionen erfolgt, hat nun auch der Landkreis Zwickau ein Wasserentnahmeverbot aus Bächen, Flüssen und Seen erlassen.

Wasserstände sind zu niedrig

Zu wenig Niederschlag und zeitweise hohe Temperaturen haben in den vergangenen Wochen die Wasserstände in Gewässern im Landkreis Zwickau deutlich sinken lassen. „Viele Pegel haben das langjährig beobachtete mittlere Niedrigwasser bereits erreicht oder nähern sich diesem. Kleinere Gewässer sind teilweise bereits trockengefallen“, teilt die Wasserbehörde des Landkreises mit. Eine wesentliche Entspannung wird nicht erwartet.

Es darf nicht mehr gepumpt werden

„Um den Wasserhaushalt und den ökologischen Zustand der Gewässer zu schützen sowie ein weiteres Trockenfallen von Gewässerabschnitten zu verhindern, untersagt das Landratsamt Zwickau die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern (Bäche, Flüsse und Seen) mittels Pumpvorrichtungen“, heißt es in dem Erlass. Die Regelung gilt bis 31. Oktober.

Für Gewässerbewohner wird es gefährlich

Gerade wenn an kleinen Gewässern zum Zwecke der Rasen- oder Gartenbewässerung weiter Wasser entnommen wird, hat das viele negative Folgen. Bei geringeren Wassermengen steigen die Temperaturen in den Gewässern schneller und der Anteil der Schadstoffe nimmt zu, während Sauerstoff fehlt. Das kann Fische und andere Lebewesen bedrohen.

Niederschlagsdefizit besteht schon länger

Nachdem bereits das Jahr 2025 trockener war als im langjährigen Mittel, brachte auch 2026 in weiteren Teilen Sachsens weniger Niederschlag als normal, wobei es in Westsachsen sogar noch etwas besser aussieht als im Rest des Freistaates. Damit sich Grundwasserstände und Bachpegel erholen, müsste es längere Zeit kontinuierliche Niederschläge geben.

Gewitter verbessern die Lage nicht

Heftige Gewitter, die es dieses Jahr stellenweise auch schon gab, nützen dem Wasserhaushalt nur wenig. Regnet es zu stark, fließt das Wasser ab statt zu versickern. Folge sind Überflutungen und nach wenigen Stunden dann wieder niedrige Bachpegel, wie beispielsweise am Lungwitzbach an der Pegelmessstelle in St. Egidien. Aktuell fließen dort nur noch 0,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in Richtung Zwickauer Mulde. Als vergangene Woche Unwetter weiter bachaufwärts am Rödlitzbach in Lichtenstein wüteten, stieg der Pegel rasant auf 7,5 Kubikmeter pro Sekunde, fiel aber schnell wieder auf den Niedrigwasserstand ab.

Die komplette Anordnung zum Wasserentnahmeverbot, zu dem auch Bußgelder bei Verstößen gehören, ist im Internet unter https://www.landkreis-zwickau.de/presse/038_Ausgabe_14_07_2026.pdf abrufbar.

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