Meuselwitz. Die Parallelen sind unverkennbar: Der FSV Zwickau hat das erste Auswärtsspiel der Saison gegen den FC Eilenburg mit 0:3 verloren. Und auch beim ersten Auswärtsspiel im Fussballjahr 2026 musste sich das Team von Rico Schmitt geschlagen. Beim ZFC Meuselwitz gingen die Schwäne bei Fritz-Walter-Wetter vor 1.013 Zuschauern in der "bluechip-Arena" mit 0:4 unter. Der FSV-Trainer übte nach der höchsten Saisonniederlage Selbstkritik: "Meuselwitz hat einfach mehr Überzeugung als wir an den Tag gelegt und letztlich verdient gewonnen." Und der 57-Jährige fügt hinzu: "Für uns ist das ein Tiefschlag! Wir sind noch lange nicht da, wo wir dachten, zu sein."
FSV Zwickau geht ohne Kapitän in Meuselwitz unter
Mit Andrej Startsev fiel der FSV-Kapitän wegen muskulärer Probleme kurzfristig aus - und der Mittelfeldmalocher hinterließ im zentralen Mittelfeld eine Lücke, die weder von Joshua Putze noch von Till Jacobi geschlossen werden konnte, FSV-Trainer Schmitt ließ mit Kilian Senkbeil zudem seinen etatmäßigen Rechtsverteidiger auf der Bank und bot dafür Jonas Dittrich auf - und über die Seite des 22-Jährigen fiel der Führungstreffer für die Zipsendorfer. David Pfeil legte in der 36. Minute mustergültig für Florian Hansch auf, welcher aus fünf Metern den Ball nur über die Linie drücken musste. Für den 30-jährigen Stürmer eine leichte Übung, der zuvor mit einem Abschluss an Lukas Hiemann scheiterte. Der FSV-Torwart war der einzige Kicker in Normalform. Alle anderen agierten anstatt im Ratter- im Freundschaftsspiel-Modus.
Schmitt-Schützlinge kassieren Eckball-, Freistoß- & Last-Minute-Gegentor
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war der 26-Jährige beim 2:0 durch Eric Stiller machtlos. Der 1,88 Meter große Mittelfeldspieler gewann den Zweikampf gegen Dittrich und köpfte einen Eckball von Renè Eckhardt, der am Spieltag seinen 36. Geburtstag beging, aus Nahdistanz ein. Am Ende schlugen die Meuselwitzer noch zweimal eiskalt zu. Andy Trübenbach schoss in der 85. Minute einen Freistoß schlitzohrig unter der Mauer zum 3:0 in die Maschen, in der Schlussminute legte ZFC-Kapitän Eckhard uneigennützig für Hansch auf, der damit einen Doppelpack schnüren konnte. Das Team von Georg-Martin Leopold agierte beim zweiten Heimsieg der Saison brutal effizient vor dem Tor, und dementsprechend zufrieden war der Coach mit der Leistung: "Das ist ein Sensations-Ergebnis und von meiner Mannschaft war es eine sehr, sehr reife Leistung."
FSV-Verteidiger Somnitz: "Wir sind keine Spitzenmannschaft."
"Wir haben bei jedem Gegentor geschlafen, das darf uns einfach nicht passieren, vor allem die Standardgegentore müssen wir endlich abstellen", zeigte sich Maximilian Somnitz, der die Kapitänsbinde trug, selbstkritisch und fügte ehrlich hinzu: "Wir sind keine Spitzenmannschaft." Denn das galt nicht nur für die anfällige Defensive, sondern auch für die Offensive der Schwäne, die trotz guter Chancen leer ausging.
Cemal Sezer hatte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit jeweils gute Möglichkeiten, um einen Treffer zu erzielen. Die größte Gelegenheit vergab Veron Dobruna in der 53. Minute. Winterzugang Luca Prasse - zur Pause eingewechselt - gab die Vorlage, konnte ansonsten dem Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken. "Wenn wir in dieser Situation den Anschluss erzielen, bekommt das Spiel eine andere Würze, eine andere Dynamik", konstatierte Schmitt, der nach der fünften Auswärtsniederlage berechtigterweise bedient war: "Das war jetzt meine dritte Niederlage in Meuselwitz ohne ein Tor." Daran konnten auch die Distanzschüsse von Putze und Somnitz im zweiten Durchgang nichts ändern.
FSV-Trainer Schmitt vor Altglienicke-Spiel: "Wir müssen uns alle deutlich steigern!"
Am Samstag, dem 28. Februar, gastiert um 14 Uhr die VSG Altglienicke in der "GGZ-Arena", jene Mannschaft, die zuletzt dort gewinnen konnte. "Wir müssen uns alle deutlich steigern. Da beziehe ich mich mit ein, auch ich habe heute keinen guten Job gemacht", tadelte FSV-Trainer Schmitt sich selbst. Gelingt keine Leistungssteigerung, so könnte die bockstarke Heimserie von 23 Spielen ohne Niederlage ihr Ende finden.
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