Zeitreise im P70: Oldtimer-Trio meistert 5.500 Kilometer rund um Deutschland

Von Kleinschirma bis Zwickau: Drei Oldtimer-Freunde sammeln auf 5.500 Kilometern Grenzerfahrungen mit dem Trabant-Vorläufer. Am Ziel wartete nicht nur das Horch Museum, sondern auch der 70. Geburtstag des legendären Trabant-Vorläufers.

Zwickau

Mehr als 5.500 Kilometer rund um Deutschland meisterten Klaus Werner aus Kleinschirma bei Freiberg sowie Holger Behnke und Eric Sadewater aus Spremberg in der Lausitz auf ihrer Deutschlandtour in drei Pkw P70. Mit dem ab 1955 in Zwickau gebauten Trabant-Vorläufer sammelte das Trio im wahrsten Wortsinn Grenzerfahrungen. Denn ihre Route führte entlang der Außengrenzen der Bundesrepublik. Am 8. August in Kleinschirma gestartet, trafen sie am vergangenen Sonntag am August Horch Museum in Zwickau ein. Unterm Hallo hunderter Oldtimerfreunde wurden sie dort beim ersten P70-Treffen gefeiert.

P70 feiert 70. Geburtstag

Anlass des Festes ebenso wie der P70-Deutschland-Tour war am 31. August der 70. Geburtstag des P70. 1955 wurde im VEB Automobilwerk Zwickau das erste Fahrzeug des Typs als AWZ P70 produziert worden. Es war weltweit das erste Mal, dass ein Fahrzeug mit Kunststoffkarosserie in Großserie gebaut wurde. Das Auto war auf Basis des IFA F8 als Zwischentyp zum Test des neuartigen Materials vorgesehen. Es folgten der P50 sowie die Trabant P60 und (ab 1964) P601. Die Bezeichnung P70 steht für Personenkraftwagen mit 700 Kubikzentimeter Hubraum. Nach Umbenennung des Betriebes verließen Ende der 1950er-Jahre die kleinen Mobile unter der Bezeichnung Sachsenring P70 die Fertigungsstrecke.

Über 50 Autos des Typs beim Treffen dabei

Behnke, Sadewater und Werner fuhren mit allen drei Varianten des Oldtimers, einer Limousine, einem Kombi und einem Coupé. Beim P70-Treffen am Sonntag begrüßt wurde auch Volker Reinsch, der Freiberger wäre im Fall des Falles als Ersatzfahrer im Fall des Falles eingesprungen. Was auf der Zeitreise zum Glück nicht nötig war, sodass die Oldies nach ihrem 5.500-Kilometer-Abenteuer am 31. August wohlbehalten an der Zwickauer Audistraße eintrafen. Überrascht waren die "Extremsportler" über die vielen wunderschönen P70, die sich am Horchmuseum eingefunden hatten. Mehr als 50 fahrbereite Exemplare zählte Bernd Czekalla vom Förderverein des August Horch Museums Zwickau am Mittag; einige scheuten sogar die Reise aus Nordwestmecklenburg nicht, um dabei zu sein. Der Verein hatte das Treffen mit viel Herz vorbereitet, zusammen mit dem August Horch Museum, dem Trabant-Freunde-Verein Intertrab und etlichen P70-Enthusiasten.

Organisatoren hoffen auf Neuauflage

Günter Braun aus Limbach-Oberfrohna heißt der älteste aktive Teilnehmer. Der 87-jährige Sachse reiste in einem knallroten P70-Coupé von 1958 an, das er über mehrere Jahre akribisch und originalgetreu restaurierte. Genauso wie Thomas Herrmann aus Fürstenwalde in Brandenburg, Spitzname "Trabi-Thomas". Die Tour über 350 Kilometer nach Zwickau sei eine Ausnahme, denn: "Normalerweise bewege ich das Auto nur bis maximal 300 Kilometer pro Jahr, immerhin habe ich zehn Jahre lang daran gearbeitet. Aber dieses Treffen und die Leistung von Klaus Werner, Holger Behnke und Eric Sadewater verdienen meinen Respekt. Das wollte ich nicht verpassen." Ebenso wenig wie Markus Braunschweig, der eine Homepage für alle Fans des Typs betreibt (awz-p70.de) und als Experte Restauratoren wertvolle Tipps gab.

Geht es nach den Organisatoren des Treffens, soll dieses im nächsten Jahr eine zweite Auflage in Zwickau erleben.